Redaktion, 24 Januar, 2026 / 8:00 AM
Die bekannte Netflix-Serie „Stranger Things“ ist von christlichen Elementen geprägt, ohne explizit religiös zu sein. Im Kern entfaltet sich ein aufgeladenes Drama zwischen einer Christus-ähnlichen Erlöserfigur und einer dämonischen Gegenmacht. Gleichzeitig sind die vielen okkulten Elemente ein Kritikpunkt.
Obwohl das Werk der Duffer-Brüder von vielen als Mystery- oder Horror-Serie wahrgenommen wird, beruht seine Erzählstruktur auf biblischen Archetypen. Immer wieder greifen die Handlungsstränge Themen wie den Kampf zwischen Gut und Böse, Erlösung und Vergebung sowie Opfer und Auferstehung auf.
Im Mittelpunkt steht der Vergleich von Eleven als christusähnlicher Heilsfigur und Vecna als antichristlichem Widersacher.
Der Name „El“, hebräisch für „Gott“, wird im Umfeld von Eleven bewusst verwendet und symbolisch aufgeladen. Ihre Herkunft bleibt geheimnisvoll: Das „Geburtsmysterium“ der Vaterlosigkeit und ihre seit Kindheit bestehenden telepathischen Kräfte verleihen ihr eine quasi göttliche Aura.
Auch die „Versuchungsszenen“ greifen biblische Motive auf. Eleven weigert sich, ihre Fähigkeiten zum Schaden anderer einzusetzen, und spiegelt damit Jesu Weigerung, seine Macht eigennützig zu gebrauchen. Ihre Kräfte fordern buchstäblich Blut, ein sichtbares Opfer, das an das erlösende Blut Christi erinnert. Im Finale der ersten Staffel opfert sie sich selbst und kehrt später zurück.
Die Freundesgruppe um Mike, Dustin, Lucas, Will und Max fungiert in diesem Deutungsrahmen als Jüngerkreis: eine Gemeinschaft von Ausgestoßenen, die durch Treue und Liebe verbunden bleibt.
Vecna dagegen verkörpert den gefallenen Engel, den antichristlichen Gegenspieler. Seine Vorgeschichte als Henry Creel lässt sich als „Engelsturz“ deuten. Nach seiner Verbannung ins Upside Down erfährt er eine monströse Verwandlung und rekrutiert zwölf Kinder als „verdrehte Apostel“, die er manipulativ kontrolliert.
Seine Botschaft ist eine radikale Gegenverkündigung zur christlichen Heilszusage: Liebe sei Schwäche, Moral sei nur eine Illusion und Erlösung sei nur durch Vernichtung möglich. Seine Morde sind an Kreuzigungshaltungen angelehnt und stellen somit eine pervertierte Umkehr christlicher Symbolik dar. Zugleich präsentiert er sich als „Engel des Lichts“, während er Zerstörung sät.
Das Upside Down bildet das kosmologische Fundament der Serie. Das düstere Parallelreich entspricht einer Höllenmetaphorik: ein verdorbener Spiegel der Realität, bevölkert von dämonischen Wesen wie Demogorgon, Mind Flayer oder Vecna. Hier bestehen Parallelen zu Dantes „Göttlicher Komödie“, in der Hölle und Himmel als gespiegelte Räume erscheinen.
Ein weiteres Leitmotiv ist der persönliche Weg einzelner Figuren. So erlebt beispielsweise Steve Harrington eine deutliche moralische Umkehr: von Arroganz und Rücksichtslosigkeit hin zu Demut und Fürsorge.
Jim Hopper durchläuft einen Prozess der Sühne und inneren Wiederherstellung, der von Verlust, Selbstopfer und Läuterung geprägt ist. Billy Hargrove erhält im Moment seines Todes für eine Sekunde Gnade, als er Max schützt und seine Fehler erkennt.
Eleven wiederum ringt mit der Vergebung gegenüber Dr. Brenner. Diese Vergebung befreit sie selbst von inneren Bindungen. Max Mayfields Rückkehr ins Leben, die an Ostern stattfindet, wird als bewusste Auferstehungsmetaphorik dargestellt.
Zugleich ist die Serie weiterhin Gegenstand kontroverser Debatten. Ein Kritikpunkt sind die umfangreichen okkulten Elemente. In der Serie werden telekinetische Kräfte positiv dargestellt, obwohl die Bibel entsprechende Praktiken verurteilt. Dadurch könnten Jugendliche okkulte Motive als harmlos wahrnehmen.
Auch die drastische Gewalt, insbesondere gegen Kinder, löst moralische Bedenken aus. In Staffel 4 wird ein Massaker an Kindern in einer Forschungseinrichtung gezeigt. Auch die Darstellung von Folter, beispielsweise durch Schockhalsbänder, überschreitet aus dieser Sicht die Grenzen des Zumutbaren.
Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fehlen expliziter Gottesbezüge. Es werden weder Gebete noch kirchliche Praktiken gezeigt, obwohl das ländliche Indiana der 1980er Jahre historisch stark vom christlichen Glauben geprägt war.
Erhalten Sie Top-Nachrichten von CNA Deutsch direkt via WhatsApp und Telegram.
Schluss mit der Suche nach katholischen Nachrichten – Hier kommen sie zu Ihnen.
Unsere Mission ist die Wahrheit. Schließen Sie sich uns an!
Ihre monatliche Spende wird unserem Team helfen, weiterhin die Wahrheit zu berichten, mit Fairness, Integrität und Treue zu Jesus Christus und seiner Kirche.
SpendenDie Besten katholischen Nachrichten - direkt in Ihren Posteingang
Abonnieren Sie unseren kostenlosen CNA Deutsch-Newsletter.