Redaktion, 24 Januar, 2026 / 9:00 AM
Heute gedenkt die katholische Kirche des heiligen Franz von Sales. Er war Bischof von Genf und wird seit 1877 als Kirchenlehrer bzw. seit 1923 als Schutzpatron der Journalisten verehrt.
Franz wurde am 21. August 1567 auf Schloss Sales bei Thorens in Savoyen geboren. Sein Vater sorgte für eine exzellente Ausbildung. Nach ersten Schuljahren in La Roche und Annecy besuchte Franz ab 1578 das renommierte Collège de Clermont in Paris.
Dort geriet er in eine schwere Krise. Die theologischen Debatten über die calvinistische Prädestinationslehre führten ihn zu der Überzeugung, von Gott verworfen worden zu sein. Diese existenzielle Angst machte ihn krank.
Erst im Januar 1587 fand er inneren Frieden, als er in der Kirche Saint-Étienne-du-Mont zur Gottesmutter betete und sein Leben in die Hände Gottes legte. Die Gewissheit, dass Gott Liebe ist, prägte von da an sein Denken und Handeln.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Theologie in Padua, das er 1591 mit der Promotion zum Doktor beider Rechte abschloss, entschied sich Franz gegen den Willen seines Vaters für das Priestertum. 1593 wurde er zum Priester geweiht.
Kurz darauf erhielt er eine der schwierigsten Aufgaben seiner Zeit: die Mission im Chablais. Diese Region am Genfer See war seit Jahrzehnten calvinistisch geprägt. Frühere Rekatholisierungsversuche mit militärischer Gewalt waren gescheitert. Franz von Sales wählte einen anderen Weg.
Ab 1594 predigte er in fast leeren Kirchen, trotz Bedrohungen und Anschlägen. Als den Bewohnern das Hören seiner Predigten verboten wurde, griff er zu einem damals neuen Mittel: dem Flugblatt. Er verfasste rund 85 Texte, die er öffentlich auslegte und verbreitete. Diese Schriften zeichneten sich nicht durch Polemik, sondern durch sachliche Argumentation, sorgfältige Recherche und verständliche Sprache aus.
Der Erfolg war nachhaltig. Nach etwa vier Jahren kehrte ein Großteil der Bevölkerung zur katholischen Kirche zurück. Diese friedliche Medienarbeit wurde später zum entscheidenden Argument für seine Ernennung zum Schutzpatron der Journalisten.
1602 wurde Franz von Sales zum Bischof von Genf geweiht – mit Sitz in Annecy, da ihm der Zutritt zur Stadt Genf verwehrt blieb. Als Bischof erwies er sich als unermüdlicher Seelsorger und (katholischer) Reformator. Er visitierte alle 311 Pfarreien seiner Diözese, gründete ein Priesterseminar und setzte die Reformen des Konzils von Trient konsequent um.
Dabei zeichnete er sich durch Geduld und Milde aus, nicht durch Härte oder Zwang. Sein Wahlspruch „Non excidet“ brachte sein Vertrauen zum Ausdruck, dass das Werk Gottes nicht untergehen werde.
Eine enge geistliche Freundschaft verband ihn mit Johanna Franziska von Chantal. Gemeinsam gründeten sie 1610 den Orden der Heimsuchung Mariens. Dieser neue Orden setzte auf innere Frömmigkeit und richtete sich besonders an Frauen, denen andere Ordensformen verschlossen waren. Nach anfänglicher karitativer Tätigkeit wurde der Orden zwar zur Klausur verpflichtet, breitete sich aber rasch aus.
Von bleibender Bedeutung sind die Schriften des heiligen Franz von Sales. Seine „Anleitung zum frommen Leben“, die sogenannte Philothea, erschien 1609 und richtete sich ausdrücklich an Laien. „Meine Absicht ist es, jene zu unterrichten, die in den Städten wohnen, Familie haben, am Hof verkehren und durch ihre Aufgaben gezwungen sind, ein äußerlich gewöhnliches Leben zu führen“, schrieb er.
Franz betonte, dass Heiligkeit kein Vorrecht von Klerikern sei, sondern im Alltag gelebt werde. 1616 folgte die „Abhandlung über die Gottesliebe“, die seine Theologie vertiefte.
1877 erhob Papst Pius IX. ihn zum Kirchenlehrer. Am 26. Januar 1923 würdigte Papst Pius XI. Franz von Sales in der Enzyklika Rerum omnium perturbationem und erklärte ihn zum Schutzpatron aller Redakteure und Schriftsteller.
Der Papst schrieb: „Daher ergreifen wir diese günstige Gelegenheit, um auf Grund zuverlässiger Sachkenntnis und nach reiflicher Überlegung kraft unserer apostolischen Gewalt durch dieses Rundschreiben den heiligen Franz von Sales, Bischof von Genf und Kirchenlehrer, zum himmlischen Schutzpatron aller Redakteure und Schriftsteller zu bestimmen.“
Franz von Sales entwickelte eine Theologie der Kommunikation, deren Kern in dem Satz zusammengefasst ist: „Es genügt, richtig zu lieben, um gut zu sprechen.“ Er warnte vor übler Nachrede und Heuchelei und forderte eine Redeweise, die der Wahrheit dient und den anderen achtet.
(Die Geschichte geht unten weiter)
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Franz von Sales starb am 28. Dezember 1622 in Lyon. Sein Vermächtnis ist aktueller denn je.
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