Britischer Militärbischof gibt Marienstatue zurück, die im Falklandkrieg genommen wurde

Der britische Militärbischof Paul Mason (links) und sein argentinischer Amtsbruder, Militärbischof Santiago Oliveramit den Statuen der Muttergottes von Lujan auf dem Petersplatz am 30. Oktober 2019.
Foto: Daniel Ibanez/CNA Deutsch
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Es ist eine Geste der Versöhnung und Einheit im katholischen Glauben: 37 Jahre nach dem Falklandkrieg haben Militärbischöfe aus Großbritannien und Argentinien auf dem Petersplatz Statuen der Jungfrau Maria ausgetauscht.

Argentinische Truppen brachten eine Statue der Muttergottes von Lujan, der Schutzpatronin Argentiniens, mit, als sie im April 1982 auf den Falklandinseln landeten, einem britischen Überseegebiet im Südatlantik.

Der Krieg dauerte keine drei Monate, und endete mit einem britischen Sieg. Die argentinischen Streitkräfte traten den Rückzug an. Zurück blieb, in einer Kirche, die Statue Unserer Lieben Frau von Lujan. Die Royal Navy brachte die Marienstatue nach Großbritannien.

Die Statue Unserer Lieben Frau von Lujan wurde anschließend in der Kathedrale St. Michael und St. Georg in Aldershot aufgestellt, wo sie bis vor wenigen Tagen verblieb.

Bischof Paul Mason, Oberhirte für die britischen Streitkräfte, übergab die Statue am 30. Oktober an seinen argentinischen Amtsbruder, Bischof Santiago Olivera, auf dem Petersplatz. Im Gegenzug schenkte ihm Bischof Olivera eine Kopie der Marienfigur: Diese wird fortan in der Kathedrale von Aldershot stehen.

Papst Franziskus segnete die beiden Statuen und war sichtlich bewegt von einer Gedenktafel zu Ehren der Kriegstoten in Argentinien, die vor der Audienz präsentiert wurde. Insgesamt 907 Menschen starben im Falklandkrieg auf beiden Seiten.

"Es war eine faszinierende Geschichte, die mich persönlich betroffen machte, als ich zum ersten Mal als Bischof der Streitkräfte eingesetzt wurde, und ich erkannte sofort, welche gute Gelegenheit es war, nicht nur die Statue zurückzugeben, sondern dabei auch einen vereinten Glauben in zwei Ländern zu demonstrieren, die eine politische Spaltung erlebt haben", so Bischof Mason in einer Mitteilung zum Tausch der Marienfiguren.

St. Johannes Paul II. unternahm – während des Falklandkriegs – nach einem Besuch in Großbritannien eine ungeplante 32-stündige Pastoralreise nach Argentinien.

"Heute komme ich, um mit euch während dieser wichtigen und schwierigen Ereignisse zu beten, die seit einigen Wochen stattfinden. Ich komme, um für all jene zu beten, die ihr Leben verloren haben, für die Opfer auf beiden Seiten, für Familien, die leiden, wie ich es auch in Großbritannien getan habe", sagte der heilige Papst am 11. Juni 1982 in Buenos Aires.

Johannes Paul II. weiter: "Ich komme, um für den Frieden zu beten, für eine würdige und gerechte Lösung des bewaffneten Konflikts". Auf der Reise betete der Papst vor dem eigentlichen Original, der ursprünglichen Statue der Muttergottes von Lujan, in der Basilika der Muttergottes von Lujan.

Die beiden Statuen, die am 30. Oktober auf dem Petersplatz ausgetauscht wurden, sind beide Kopien dieses Originalbildes aus dem Jahr 1630.

Courtney Mares trug zur Berichterstattung bei.

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