Das Jahr Johannes Pauls II: Der Dank an die Gottesmutter in Fatima

Der Papst liest die Botschaft von Fatima als tragische Realität der Ablehnung Gottes durch den Menschen

Papst Johannes Paul II. in Fatima
Foto: Vatican Media
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Aus der Serie von Angela Ambrogetti, Chefredakteurin der italienischen Schwesteragentur ACI Stampa über Papst Johannes Paul II. anlässlich des Jahres seines hundertsten Geburtstags. 

"Diese Daten sind so zusammengetroffen, dass ich glaubte, in ihnen einen besonderen Aufruf zu erkennen, hierher zu kommen, Und heute bin ich hier. Ich bin gekommen, der göttlichen Vorsehung zu danken an diesem Ort, den die Gottesmutter besonders auserwählt zu haben scheint. 'Misericordiae Domini, quia non sumus consumpti'(Klg 3,22) wiederhole ich erneut mit dem Propheten."

Der 13. Mai ist ein Datum, das in die Geschichte eingegangen ist. Nicht nur in die zivile Geschichte durch das Attentat, sondern auch in die religiöse und geistliche Geschichte der Kirche.

Am 13. Mai 1982 dankte Johannes Paul II. auf einer Pilgerreise nach Fatima der Gottesmutter für seine Rettung. 

Für ihn ist das Aufeinandertreffen der Daten klar. Wie auch später, im Jahr 2000, Kardinal Ratzinger im erklären wird, als das "Dritte Geheimnis von Fatima" veröffentlicht wird.

Johannes Paul II. wird in seinem Pontifikat noch weitere Male nach Fatima Reisen und auch die Pilgermadonna aus Fatima des Öfteren in Rom auf dem Petersplatz empfangen.

In der Predigt am 13. Mai 1982 sagte der Papst: "Im Licht der mütterlichen Liebe verstehen wir die ganze Botschaft unserer Lieben Frau von Fatima. Was dem Weg des Menschen zu Gott hin direkt entgegensteht ist die Sünde, das Verharren in der Sünde und - am Ende - die Leugnung Gottes. Die geplante Beseitigung Gottes aus der Welt durch das menschliche Denken. Die Loslösung aller irdischen Aktivitäten von Ihm. Die Ablehung Gottes durch den Menschen."

Das ist einer der Ausgangspunkte des Lehramtes von Johannes Paul II: Der Mensch will Gott beseitigen.

Im Jahr 2000 ist Johannes Paul II. wieder am 13. Mai in Fatima. Er spricht die Seherkinder Jacinta und Francisco selig. Lucia lebt noch. Sie und der polnischen Papst treffen sich mehrere Male.

Das Attentat ist lange her. Der Papst ist jetzt alt und müde und schaut auf das dritte Jahrtaustend, das nun beginnt. Und er tut es mit dem Blick der Geschichte.

"Wie viele Opfer während des letzten Jahrhunderts des zweiten Jahrtausends! Es kommen einem die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs und vieler anderer Kriege in so vielen Teilen der Welt in den Sinn, die Konzentrations- und Vernichtungslager, die Gulags, die ethnischen Säuberungen und die Verfolgungen, der Terrorismus, die Entführung von Menschen, die Drogen, die Angriffe gegen die Ungeborenen und die Familie.

Die Botschaft von Fatima ist ein Aufruf zur Umkehr, eine Warnung an die Menschheit, nicht das Spiel des 'Drachens' mitzuspielen, der mit seinem Schwanz 'ein Drittel der Sterne vom Himmel [fegte]' und 'sie auf die Erde herab[warf]' (Offb 12,4). Das letzte Ziel des Menschen ist der Himmel, seine wahre Wohnung, wo der himmlische Vater in seiner barmherzigen Liebe auf alle wartet."

"Gott will, das niemand verloren geht; deshalb hat er vor zweitausend Jahren seinen Sohn auf die Erde gesandt, 'um zu suchen und zu retten, was verloren ist' (Lk 19,10). Und er hat uns gerettet durch seinen Tod am Kreuz; niemand bringe das Kreuz um seine Kraft! Jesus ist gestorben und auferstanden, um 'der Erstgeborene von vielen Brüdern' (Röm 8,29) zu sein."

Mit einer besonderen Einladung wandte er sich an die Kinder: “Bittet eure Eltern und Erzieher, daß sie euch in die 'Schule' der Muttergottes schicken, damit sie euch lehre, wie die Hirtenkinder zu sein, die alles zu tun bestrebt waren, was sie von ihnen verlangte."

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