"Der Ruhm von Mutter Angelica war immer Jesus Christus"

Die aufgebahrte Mutter Angelica im Schrein von Hanceville am 30. März 2016.
Foto: EWTN

"Gott wählte die Schwachen der Welt um die Starken zu beschämen": diese Lehre des heiligen Papstes Johannes Paul II., in Anknüpfung an den ersten Korintherbrief, war beispielhaft verkörpert im Leben von Mutter Angelica — so Pater Anthony Mary, MFVA, in seiner Predigt bei der Vesper für die am Ostersonntag verstorbene Gründerin von EWTN.

"Wir müssen das Leben von Mutter Angelica so interpetieren", predigte Pater Anthony, "dass ihr Ruhm nicht ihr selber galt. Der Ruhm von Mutter Angelica war immer Jesus Christus."

Die feierliche Vesper zum Gedenken der bekannten Nonne und emeritierten Äbtissin des von ihr gegründeten Klosters Unserer Frau von den Engeln fand im Schrein des Allerheiligsten Sakraments in Hanceville, Alabama statt — einem Heiligtum, dass ebenfalls von Mutter Angelica gegründet wurde.

Sie sei aus bescheidenen Verhältnissen gekommen, und habe sich zu einem "Leben in Demut" entschieden, als sie ihrer Berufung zur Ordensfrau folgte. Zudem, erinnerte Pater Anthony, litt sie Zeit ihres Lebens an körperlichen Leiden wie den Rückenschmerzen in Folge eines Unfalls, Asthma, und einem Schlaganfall im Jahr 2001. In den letzten Jahren habe sie ein "verstecktes" Leben geführt, in dem sie gebrechlich und schwach gewesen sei.

"Schmerz ist mein ständiger Begleiter", zitierte der Mönch Mutter Angelica, doch habe sie diesen als Erinnerung daran verstanden, dass sich ihr Leiden mit dem des leidenden Herrn vereine. Dadurch sei sie empfänglich gewesen für die Eingebungen des Heiligen Geistes.

Diese Bescheidenheit sei auch Merkmal ihres Senders, EWTN. Dieser begann in einer Garage und sein Hauptquartier in Irondale, Alabama sei "auch heute nicht gerade optisch ansprechen", so Pater Anthony Mary. Es sei eben kein "CNN", so der Mönch. Vielmehr lebe EWTN die Mission der Verkündigung, die Mutter Angelica ihm gegeben habe, und habe dabei viel erreicht. Es gehe darum, auf den Herrn so zu vertrauen wie die Apostel, und wie auch Mutter Angelica dem Herrn vertraut habe.

Vor der Vesper hatte der Bischof von Birmingham in Alabama, Robert Joseph Baker, der Ordensfrau in einer Gebetsvigil gedacht. Die Lesung dabei kam aus dem 1 Korinther 1,26-31:

Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn; so heißt es schon in der Schrift.

In einer späteren Predigt mahnte Pater Miguel Marie Soeherman, MFVA, die Anwesenden, sich der Worte Mutter Angelicas über den Tod und das Gericht zu erinnern.

"Tod ist in der Tat die Realität, der jeder entgegensieht", so der Prediger, und Mutter Angelica habe ihn "den schönen Moment unseres Lebens" genannt. "Wir werden über die Liebe gerichtet, für Gott und für uns selbst", so der Pater, und zitierte Mutter Angelica: "Entscheidet Euch jetzt. Wo auch immer Ihr hingeht, in welche Richtung ihr auch geht, dort werdet ihr für immer sein. Also sucht Euch ein gutes Ziel aus."

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