"Die Würde als Kinder Gottes spüren" – Hilfe für Millionen Menschen im Kampf gegen Aids

Wie katholische Gruppen Millionen Menschen retten – und auch deren Seele helfen

"Andere Organisationen können den Leuten vielleicht Tabletten geben, aber sie brauchen viel mehr als das. Sie müssen ihre Würde als Kinder Gottes spüren." – Robert J. Vitillo, Vorsitzender der Delegation von Caritas Internationalis bei den Vereinten Nationen in Genf und Verfasser des Berichts:
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
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Die Caritas und andere "glaubensbasierten Organisationen", wie Diplomaten sagen, retten Millionen Menschenleben im Kampf gegen HIV/Aids – und kümmern sich um deren Würde: Das zeigt der beeindruckende Forschungsbericht "AIDS als öffentliches Gesundheitsrisiko besiegen", der nun in Genf von einer nicht weniger bemerkenswerten Gruppe von Experten, Forschern und Regierungsvertretern vorgestellt wurde.

Der Bericht von Caritas Internationalis und dem Katholischen HIV & Aids Netzwerk zeigt, dass glaubensbasierte Organisationen nicht nur konkrete Hilfe leisten, sondern auch Vorbild in Sachen Leistungsfähigkeit und Effektivität sind.

Caja B. Lewis, stellvertretende Koordinatorin von PEPFAR, dem AIDS Nothilfeplan des US Präsidenten, hatte diese lobenden Worte: "Sie haben nicht immer nur die Krankheit im Blick, sondern arbeiten wirklich mit den Menschen. Es gibt auch Organisationen, die das kulturelle Umfeld einbeziehen, den Ort, die Großstadt oder die Gegend, in der die Menschen leben. Das ist sehr wichtig, weil wir verschiedene Aspekte berücksichtigen müssen, um sicherzustellen, dass die Leute sich vor einer HIV Infektion schützen können und die Pflege bekommen, die sie brauchen. Unsere Partner, die glaubensbasierten Organisationen, waren bei diesen umfangreichen Aufgaben immer unerschütterliche Partner."

Pater Paterne A. Mombe SJ, Direktor des Afrikanischen AIDS-Netzwerks der Jesuiten in Nairobi, war eigens für die Präsentation angereist. "Wir sind hier, um uns über Forschungsergebnisse auszutauschen und auch über die Arbeit, die die Kirche in verschiedenen Teilen Afrikas geleistet hat. Das ist lange ignoriert worden, fängt aber nun an, Früchte zu tragen", so der Jesuit.

Der Bericht erwähnt auch solche Organisationen, die finanzielle Unterstützung für Ausrüstung und Forschung bereitstellen. Sie seien auf die glaubensbasierten Organisationen angewiesen, weil Menschen, die mit HIV/AIDS lebten, gerade diesen ihrVertrauen entgegenbrächten.

Der Arzt Christoph Benn, Direktor für Außenbeziehungen beim "Global Fund", unterstrich die die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit religiösen Organisationen. Er sagte:  "Deshalb ist es für eine Organisation wie 'The Global Fund' unerlässlich, mit Partnern wie Caritas oder anderen Organisationen zusammenzuarbeiten, wenn die Programme in den einzelnen Ländern erfolgreich sein sollen. Der Bericht zeigt, dass es funktioniert hat. Es hat bei Millionen von Menschen wirklich gut funktioniert und Millionen von Menschenleben gerettet."

Einer der Forschungskoordinatoren des Berichts betonte, der Blick auf verschiedene beispielhafte glaubensbasierte Organisationen zeige den ihnen eigenen ganzheitlichen Ansatz im Kampf gegen AIDS.

Richard W. Bauer, Pastor der Maryknoll Missionare, Namibia, bestätigte dies: "Das hat zu einem hervorragenden, manchmal bei über 90 Prozent liegenden Rückgang geführt, während viele öffentlichen Gesundheitssysteme bei 50-60 Prozent liegen. Wir wissen also, wie man damit umgehen muss, wir wissen, wie man die Menschen gesund und am Leben erhält. Ich denke, wir haben der Welt eine Menge zu sagen und auch zu zeigen. Wir müssen jetzt dokumentieren, was wir getan haben."

Der Priester Robert J. Vitillo, Vorsitzender der Delegation von Caritas Internationalis bei den Vereinten Nationen in Genf und Verfasser des Berichts sagte: "Andere Organisationen können den Leuten vielleicht Tabletten geben, aber sie brauchen viel mehr als das. Sie müssen ihre Würde als Kinder Gottes spüren. Man muss ihnen versichern, dass Gott sie nicht etwa bestraft, weil Gott Menschen nicht mit Krankheiten straft. Und sie müssen auch wissen, dass sie als Abbild Gottes erschaffen sind – und deshalb vernünftig leben sollen, damit sie die Gebote Gottes halten können."

Obwohl die Gruppe allen Grund hatte, ihren Bericht zu feiern, mit dem sich ein neues Kapitel, nämlich der Anfang des Endes von AIDS abzeichnet, herrschte dennoch große Sorge.

"Ohne erhebliche Investitionen in die Aidsbekämpfung werden wir unsere Ziele nicht erreichen. Es gibt einen wichtigen Passus in der UNAIDS Strategie, der besagt, dass wirklich in die Aidsbekämpfung investiert werden muss, um das zu erreichen, was wir uns für die nächsten 5 Jahre vorgenommen haben. Nur dann eröffnet sich diese kleine Chance, die Wende der Epidemie herbeizuführen. Wenn wir unsere Ziele innerhalb der nächsten 5 Jahre erreichen, können wir tatsächlich zu einem Ende von AIDS als öffentlichem Gesundheitsrisiko gelangen. Wenn wir allerdings in den nächsten 5 Jahren die Investitionen  nicht taetigen, werden wir mit der HIV Reaktion leben müssen und wieder jene ernsten Probleme auf uns zukommen sehen, die wir aus den 80er oder 90er Jahren kennen", mahnte Sally Smith von UNAIDS.

 

Dieser Bericht wurde von unserem U.N.-Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency in Genf  verfasst.  Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins 'Vatikano'. Weitere Informationen zu Pax Press Agency unter  www.paxpressagency.com