"Frieden in Syrien ist möglich"

Paulo Sergio Pinheiro, Vorsitzender der unabhängigen internationalen Untersuchungskommission für Syrien
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
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Caritas Internationalis hat seine Kampagne "Syrien: Frieden ist möglich" vorgestellt. Das internationale katholische Hilfswerk machte darauf mit der ständigen Vertretung das Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf aufmerksam, im Rahmen einer Nebenveranstaltung zur 31. Sitzung des Menschenrechtsrats. 

"Frieden kann nicht von außen auferlegt werden. Frieden muss von innen kommen. Und der Frieden muss auf einer Art Ergänzungsprinzip, der Verschiedenheit und gleichzeitigen Einheit des syrischen Volkes in seiner Vielfalt aufbauen", sagte Michel  Roy, Generalsekretär von Caritas Internationalis.

Der Vorsitzende der unabhängigen internationalen Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Sergio Pinheiro, meinte, dass man nicht der eigenen Bevölkerung Menschenrechte predigen könne - und dann syrische Flüchtlinge "als bloße Zahlen" betrachten.

Hoffnung nicht aufgegeben

Monsignore Robert J. Vitillo,  Leiter der Delegation von Caritas Internationalis bei den Vereinten Nationen in Genf, sagte, er glaube nicht, dass die Hoffnung auf Frieden vergeblich sei. "Wir glauben an eine politische Lösung, vorausgesetzt, die Länder zeigen politischen Willen, den Frieden in Syrien voranzubringen. Wir sind maßgeblich beteiligt,  indem wir versuchen, die Menschen über die Lage in Syrien und in den benachbarten Ländern zu unterrichten und Einstellungen zu verändern. Wir ermutigen die Regierungen aufzuhören,  in Syrien Krieg zu führen und an einem echten Frieden zu arbeiten."

Der Krieg in Syrien dauert bereits fünf Jahre und hat beispielloses Leid über die syrische Bevölkerung gebracht. Es gibt 7 Millionen Binnenflüchtlinge; mehr als 4,8 Millionen Menschen sind in die Nachbarstaaten geflohen, oft in der Hoffnung, von dort andere Länder anzusteuern.

Dringender Einsatz für den Frieden

Alle Teilnehmer der Veranstaltung bei den Vereinten Nationen in Genf waren sich einig, es sei höchste Zeit, laut und deutlich zu erklären und dafür einzusetzen, dass der Frieden in Syrien machbar und dringend nötig sei.

Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo und Präsident von Caritas Syrien, Antoine Audo, betonte, dass auch er weiter an eine Friedenslösung glaube: "Die Syrer überraschen mich immer wieder. Als Christ glaube ich, ebenso wie die christlichen Oberhäupter - und eigentlich wir alle -, dass wir in Syrien wieder zusammen leben werden. Aber jedes Mal, wenn ich ins Ausland reise und die westlichen Medien verfolge, höre ich das Gegenteil. Das deprimiert mich. Es ist, als ob der Westen fest entschlossen sei, Syrien aufzuteilen und es verarmen zu lassen. Wir brauchen mutige Menschen, die diese Pläne aufdecken, die - unter dem Mantel der Gerechtigkeit und Demokratie versteckt -  Länder, Menschen und Familien zerstören."

Vielleicht kann es als Hoffnungsschimmer auf eine baldige Beendigung des Konflikts gesehen werden, dass der Spitzenunterhändler der syrischen Regierung sein Treffen mit dem UN Sonderbeauftragten für Syrien in Genf als "positiv und konstruktiv" bezeichnet hat. Unterdessen hat nun auch die USA den Völkermord in Syrien und Irak durch den selbst-ernannten Islamischen Staat offiziell anerkannt.

Dieser Bericht wurde von unserem Genfer Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency, verfasst.  Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins 'Vatikano'. Weitere Informationen zu Pax Press Agency,Genf unter www.paxpressagency.com 

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