"Hat Gott der Schöpfer uns die Atomspaltung erlaubt, damit wir unsere Welt zerstören?"

Eine "Mark 7"-Atombombe
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
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Die Supermächte entwickelten Atomwaffen in der Hoffnung, dies würde andere Supermächte davon abhalten, ihrerseits nukleare Waffen gegen sieeinzusetzen. Im Endeffekt sollte das den Weltfrieden sichern.

Im Februar diskutierte bei den Vereinten Nationen in Genf die "Offene Arbeitsgruppe für multilaterale nukleare Abrüstung" konkrete und effektive Maßnahmen, um auf legalem Weg den Gebrauch von Atomaffen zu verbieten, sie zu ächten und völlig abzuschaffen.

Eine grundsätzliche Frage vom Pax Christi-Vertreter

Einer der Teilnehmer der Arbeitsgruppe Jonathan Frerichs, Vertreter  des Ökumenischen Rats der Kirchen und Vertreter für Abrüstungsfragen bei der UN in Genf von Pax Christi International, stellt die Nutzung von Atomwaffen grundsätzlich in Frage: "Sehen Sie irgendeinen Sinn darin, die Fähigkeiten und Kraft , die Gott der Schöpfer in das Atom  gelegt hat, dafür zu gebrauchen, dass ein Land ein anderes  aus eigennützigen Motiven zerstört oder gar  völlig ausradiert ? Dass das die richtige Art und Weise ist, mit Gottes größtem Geschenk, der Schöpfung, umzugehen?"

"Atomkrieg ist eine Sünde gegen Gott" 

Etwa 70 Länder nahmen an den Sitzungen teil, darunter viele Verbündete von Atommächten, wie auch  internationale und verschiedene religiöse Organisationen.

In seiner Rede sagte Jonathan Frerichs: "Kirchen aus aller Welt haben gemeinsam erklärt, dass ein Atomkrieg eine Sünde gegen Gott ist. Das ist, religiös formuliert, etwas in sich Böses, eine deontologische Bedrohung."

Seit 1945 in Japan zum ersten und einzigen Mal  Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, ist ihre ethische Begründbarkeit umstritten.  Der Kreis der Atomwaffengegner wird größer. Papst Franziskus sagte in seiner Rede vor den Vereinten Nationen 2015, es sei von dringender Notwendigkeit, an einer Welt ohne Atomwaffen zu arbeiten.

Eine Teilnehmerin der Arbeitsgruppe, Sarah Snyder, Leiterin der Abteilung Partnerschaften bei 'Religions for Peace' (Religionen für den Frieden), beantwortete gegenüber Pax News Agency die Frage, ob das Ziel eines atomwaffenfreien Planeten realisierbar sei: "Es gibt Krankheit in der Welt, es gibt  Tod und Umweltzerstörung. Es gibt Waffen, es gibt Gewalt und  Dinge, die wir bereuen und trotzdem immer wieder tun.  Als  religiöse Gemeinschaften müssen wir aber, denke ich, das anstreben, was unserem Glauben nach  Göttlich ist  - und ich glaube, dass eine atomwaffenfreie Welt Gottes Willen entspricht  und deshalb machbar sein muss."

"Nein, ohne uns"

Jonathan Frerichs: "Wir - und alle Menschen guten Willens, denn dieses Thema geht alle etwas an, ich glaube nicht, dass die Christen bei diesem Thema eine Sonderstellung einnehmen - wir und alle Menschen müssen zusammenstehen und sagen: 'Nein, ohne uns'".

Sarah Snyder betonte, dass sie Hoffnung habe und bete, dass die junge Generation diejenige sein werden, die in der Lage ist,  Dinge zu verändern. "Dinge die wir nicht verändern konnten. Zum Beispiel hat  'Religionen für den Frieden' 2009 einen Appell veröffentlicht.  Mehr als 20 Millionen gläubige junge Menschen haben diesen Aufruf unterschrieben, weil sie an einer atomwaffenfreien Welt mitarbeiten wollen." 

Dieser Bericht wurde von unserem Genfer Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency, verfasst.  Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins 'Vatikano'. Weitere Informationen zu Pax Press Agency, Genf unter www.paxpressagency.com