Jetzt in den Vatikanischen Museen zu sehen: Das leuchtende Gold von Carlo Crivelli

Eines der restaurierten Kunstwerke, die noch bis Januar im Vatikan zu sehen sind
Foto: CNA Deutsch
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So leuchtend war die Muttergottes seit langer Zeit nicht zu sehen: Die Vatikanischen Museen haben eine Ausstellung mit kürzlich restaurierten Gemälden der Jungfrau Maria eines der bedeutendsten Künstler der Frührenaissance eröffnet.

Carlo Crivelli (1463-1494) war ein aus Venedig stammender Maler der frühen Renaissance, der berühmt ist für seine spätgotischen, häufig in Gold gehaltenen Verzierungen. Zu seinen bekanntesten Werken gehören das Portrait "Thomas von Aquin" und das Altarbild "Polittico di Sant’Emidio" aus den 1470er Jahren.

"Die Gemäldegalerie des Vatikans hat das Privileg, im Besitz dreier großformatiger Gemälde von Crivelli zu sein", sagte Guido Cornini, Kurator der Vatikanischen Museen, gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von CNA.

Crivelli nutzte viele der neuesten Innovationen in der Malerei der damaligen Zeit, aber auf der anderen Seite zeigt sein Stil eine Nostalgie nach mittelalterlicher Kunst, so Cornini.

Die drei neu restaurierten Kunstwerke, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind ein fünfteiliges Polyptychon, "Madonna und Kind mit Heiligen" (1481), "Madonna und Kind" (1482) und eine "Pieta" (1488-1489).

"Wir sind gesegnet mit diesen drei wichtigen Bildern, die in den letzten Monaten restauriert wurden, und wir sind jetzt in der Lage, sie zu präsentieren".

Bei den Crivelli-Gemälden bestand der Restaurierungsprozess aus mehreren Schritten, erklärte Cornini.

Die Restaurierung beinhaltete die Entfernung der "Übermalung" von früheren Restaurierungen, um die ursprünglichen leuchtenden Farben unter der Oberfläche wiederherzustellen.

"Es ist mehr, als das Gemälde mit einer oberflächlichen Reinigung zu präsentieren", sagte er. Der Restaurator, das Diagnoselabor, der Kunsthistoriker und/oder der Archäologe müssen zusammenarbeiten, um die besten Restaurierungsmethoden zu ermitteln und diese dann in einem sorgfältigen Prozess auszuführen, der über ein Jahr dauern kann.

Jedes Jahr haben die Kuratoren der Vatikanischen Museen ein "Wunschbuch" mit Kunstwerken in den Museen zusammengestellt, die am dringendsten restauriert werden müssen. Dieser wird dann an die Spender weitergeleitet, die sich zur Finanzierung der Restaurierung eines bestimmten Kunstwerks verpflichten können.

Die Crivelli-Restaurierungsarbeiten wurden von den US-amerikanischen Patrons of the Arts finanziert, anlässlich des 35-jährigens Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Heiligen Stuhl. Die US-Botschaft beim Heiligen Stuhl war Mitveranstalter der Ausstellungseröffnung in den Vatikanischen Museen. "U.S. Patrons finanzieren etwa 80 Prozent aller Restaurierungsprojekte in den Vatikanischen Museen", sagte die Botschafterin der USA am Heiligen Stuhl, Callista Gingrich, bei der Eröffnung am 13. November.

Die Ausstellung "Crivellis Gold" ist noch bis zum 21. Januar 2020 zu sehen.

Courtney Mares und Rachel Lanz trugen zur Berichterstattung bei.

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