Razzia im Staatssekretariat: Unterlagen und Computer beschlagnahmt

Mauer des Vatikans
Foto: SkandaRamana / Shutterstock
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Staatsanwälte des Vatikans haben bei einer Razzia der obersten Behörde der Kurie Unterlagen und elektronische Geräte beschlagnahmt.

Das teilte die Pressestelle des Heiligen Stuhls mit.

Die Sektion für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariates sei durchsucht worden, so die Mitteilung. Der Justizpromotor der Vatikanstadt, Gian Piero Milano und Justizpromotor Alessandro Diddi hätten die Razzia angewiesen.

Die Dokumente und Geräte wurden offenbar beschlagnahmt im Zuge von Ermittlungen im Zusammenhang mit Beschwerden der Bank des Vatikans, des "Instituts für religiöse Werke" (IOR). Es handelt sich offenbar um verdächtige Finanztransaktionen.

Das Staatssekretariat ist das wichtigste Dikasterium der Kurie und zentrales Leitungsorgan der Katholischen Kirche. Es ist auch die Einrichtung der Römischen Kurie, die am engsten mit dem Papst zusammenarbeitet und darüberhinaus für die Verwaltung des Staates der Vatikanstadt zuständig.

Das Staatssekretariat ist in zwei Sektionen untergliedert: Eine für Allgemeine Angelegenheiten und eine für die Beziehungen zu anderen Staaten.

Der Stellvertreter oder Sustituto, der ein Bischof sein muss, fungiert als Leiter der Sektion für Allgemeine Angelegenheiten und führt alle Geschäfte, die nicht anderen Kurienabteilungen zugewiesen sind. Zudem arbeitet diese Abteilung direkt dem Papst zu und verwaltet die Beziehungen zu allen ausländischen Botschaftern, die beim Heiligen Stuhl akkreditiert sind.

Im November 2017 gründete Papst Franziskus eine dritte Sektion des Sekretariats, die speziell für die Überwachung des diplomatischen Corps des Vatikans zuständig ist, das auf der ganzen Welt stationiert ist.

Kardinal Pietro Parolin ist seit Oktober 2013 Staatssekretär. Erzbischof Edgar Peña Parra ist der derzeitige Stellvertreter. Er wurde 2018 in die Position berufen.

Diese Geschichte wird laufend aktualisiert.