Das "liebe Licht": John Henry Newman heiliggesprochen

Die heilige Messe auf dem Petersplatz am 13. Oktober 2019
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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John Henry Newman war der bekannteste anglikanische Priester der Welt – doch dann riskierte er alles, um katholisch zu werden. Jetzt ist er ein Heiliger der Kirche: Papst Franziskus hat den großen Kardinal und Konvertiten heute heiliggesprochen.

Auf dem sonnigen Petersplatz knieten auch anglikanische Priester am 13. Oktober unter den tausenden, die der Heiligsprechung Newmans beiwohnten. Ein prominenter Kopf dabei: Der britische Thronfolger, Prinz Charles.

In seiner Predigt würdigte Papst Franziskus, wie Kardinal Newman über die Heiligung des Alltags sprach, und zitierte aus dessen Predigt zum Thema:

"Der Christ besitzt einen tiefen, stillen, verborgenen Frieden, den die Welt nicht sieht. Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung, er ist  dabei aber so wenig ungewöhnlich oder auffallend in seinem Benehmen, dass er auf den ersten Blick leicht als ein gewöhnlicher Mensch angesehen werden mag". 

Auf diese Weise anderen ein "liebes Licht" wie Newman zu sein, in der Finsternis der Welt: Das sei das Vorbild und die Lektion des neuen Heiligen, sagte Papst Franziskus, der in seiner Predigt über das "Rufen, Gehen und Danken" auf dem Weg der Heiligkeit sprach.

"Ein Herz, das dankt, bleibt jung. Beim Erwachen, während des Tages, vor dem Schlafengehen zu sagen: 'Danke, Herr!' ist das Gegenmittel gegen das Altern des Herzens. Das gilt auch in der Familie, unter Eheleuten: sich daran erinnern, danke zu sagen. Danke ist das einfachste und wohltuendste Wort", so Franziskus.

St. John Henry Newman war ein anglikanischer Priester und Theologe, der 1845 im Alter von 44 Jahren zum Katholizismus konvertierte.  Der Brite war ein herausragender Gelehrter, Theologe und Dichter des 19. Jahrhunderts.

Seine Bekehrung war sehr umstritten: Selbst seine eigene Schwester sprach nie wieder mit ihm. Er wurde 1847 zum katholischen Priester geweiht und 1879 von Papst Leo XIII. zum Kardinal ernannt, obwohl er kein Bischof war.

Zusammen mit Newman wurden am heutigen Sonntag vier Frauen heiliggesprochen. Papst Franziskus betonte, dass drei von ihnen Ordensfrauen gewesen seien. Diese Schwestern zeigten den heutigen Gläubigen, "dass das Ordensleben ein Weg der Liebe an den existentiellen Rändern der Welt ist", so Franziskus wörtlich.

Doch der Pontifex würdigte auch Marguerite Bays, die 1815 in der Schweiz, im Kanton Fribourg, geboren wurde. Die Tochter einer Bauernfamilie arbeitete zeitlebens als Schneiderin. Noch bevor sie vierzig Jahre alt wurde, erkrankte sie an Krebs, wurde aber auf unerklärliche Weise am 8. Dezember 1854 geheilt - an dem Tag, an dem Papst Pius IX. das Dogma der Unbefleckten Empfängnis verkündete. Sie hatte zahlreiche mystische Erfahrungen und trug die Wundmale Christi und starb 1879.

"Sie legt uns offen, wie mächtig das schlichte Gebet, das geduldige Ertragen, die stille Hingabe sind: Hierdurch hat der Herr in ihrem Leben den Glanz von Ostern neu aufstrahlen lassen", so Franziskus heute über die neue Heilige aus der Schweiz.

Die heiligen Ordensfrauen kommen aus Italien, Indien und Brasilien

Giuseppina Vannini wurde 1859 in Rom geboren. Im Alter von vier Jahren verlor sie ihren Vater, drei Jahre später auch ihre Mutter. Sie wurde im Waisenhaus Conservatorio Torlonia aufgenommen. Bei geistlichen Exerzitien lernet sie den Kamillianerpater Luigi Tezza kennen. Mit ihm zusammen gründete sie eine neue Kongregation, die Töchter des heiligen Kamillus. Sie starb im Jahre 1911.

MariamThresia Chiramel Mankidiyan wurde 1876 in Puthenchira im indischen Bundesstaat Kerala geboren. Sie erhielt von Gott viele mystische Gnaden, wie Visionen der Jungfrau Maria und der Heiligen; ab 1909 trug sie die Wundmale Christi, die sie jedoch immer geheim hielt. 1914 gründete sie die Kongregation der Heiligen Familie. Sie starb im Jahr 1926.

Maria Rita Lopes Pontes wurde 1914 geboren. Sie war sieben Jahre alt, als ihre Mutter starb. Mit 18 Jahren trat sie in die Kongregation der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes ein. Dort erhielt sie den Namen Dulce. Sie gründete die christliche Arbeiterbewegung Union de Trabajadores de San Francisco und das Aufnahmezentrum Albergue Santo Antonio. Sie starb 1992.

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