"Unser gemeinsames Haus“: Vereinte Nation tagen zu Klimawandel und Laudato Si

Kardinal Peter Turkson in Genf
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
Facebook Twitter Google+ Pinterest Addthis

Die Mehrheit der Menschen und die meisten Wissenschaftler sind sich einig: Der Klimwandel wird zumindest vom Menschen mit verantwortet. Nun erörterten die Teilnehmer dieses Thema im Rahmen einer besonderen Veranstaltung im Internationalen Konferenzzentrum in Genf, auch und gerade mit Blick auf die Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus. Hauptredner war Kardinal Peter Turkson.

Oft verkürzt als Umwelt-Enzyklika bezeichnet, war die Verlautbarung Laudato Si Hauptgesprächtsthema in Genf, verknüpft  mit der Frage nach konkreten Schritten, um "Sorge zu tragen für unser gemeinsames Haus" und seine Bewohner.

In seiner Eröffnungsrede betonte der Generaldirektor der Vereinten Nationen in Genf, Michael Möller: "Die Enzyklika Laudato Si Seiner Heiligkeit Papst Franziskus ruft uns zum Handeln auf. Der heutige Tag wird uns hoffentlich helfen, hier  einen koordinierten, einheitlichen Weg einzuschlagen."

Im Laufe der Veranstaltung wurde immer wieder betont, dass viele Gesellschaften noch multikultureller würden, ohne dass die Menschen ausreichend durch die politisch Verantwortlichen darauf vorbereitet würden, wie multiethnisch und multireligiös die Zukunft sei.
"Niemand formuliert es besser als Papst Franziskus, wenn er von globalisiertem Desinteresse spricht, von einem Mangel an Führungsqualität, einen Mangel an Mut und internationaler moralischer Autorität", sagte William Lacy Swing, Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration.   

Kardinal Turkson fordert Wandel der sündhaften Herzen

Der Hauptredner der Konferenz, Kardinal Peter Turkson, Vorsitzender des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden sagte, er danke Gott für das Abkommen von Paris. Dieses biete einen Rahmen für Maßnahmen auf allen Ebenen.

"Die Wildnis, die Wüste, die Zerstörung, die wir draußen sehen, spiegelt die Zerstörung der Herzen der Menschen wider.  Es reflektiert, was wir im Innersten sind, als Völker, als Personen, es zeigt unsere Gewohnheiten. Es ist also unser innerer Zustand, der die Welt da draußen so sündhaft, so desolat macht. Deshalb muss der Ruf nach einer Verbesserung oder Änderung zuerst bei uns beginnen, in unserem Innersten. Und deshalb ist die 'ökologische Umkehr', von der schon der Heilige Johannes Paul II gesprochen hat, und die der gegenwärtige Papst aufgreift, etwas so Ernstes und Tiefgründiges. Alles, worüber wir jetzt mit Hoffnung sprechen, stützt sich auf die Gnade Gottes, der fähig ist, uns zu wandeln und es uns ermöglicht, auch etwas zu tun, was über unsere angeborenen oder natürlichen Kräfte hinausgeht."

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, Olav Fykse Tveit, betonte, er sei begeistert, wie Papst Franziskus die römisch-katholische Kirche, aber auch alle anderen aufrufe, einzusehen und zu verstehen, wie wichtig diese Dinge seien. Paris sei ein Durchbruch gewesen.

Monsignore Robert J. Vitillo, Vorsitzender der Delegation von Caritas Internationalis bei den Vereinten Nationen in Genf, zeigte sich zuversichtlich: "Ich denke, wir können optimistisch sein. Wie Sie wissen, ist eine der Haupttugenden, eine der grundlegenden theologischen Tugenden nach katholischer Lehre, die Hoffnung:  Glaube, Hoffnung und Liebe. Ich denke, jede dieser drei Tugenden kommt hier ins Spiel."

Erzbischof Silvano M. Tomasi, noch bis Ende Januar der ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, äußerte auch Vorbehalte: "Ich fürchte, dass womöglich einige der beim offiziellen Treffen in Paris gemachten Versprechen bezüglich des Umweltschutzes nicht vollständig eingehalten werden.  Dennoch bin ich überzeugt, dass wir als Einzelne, die wir durch unseren Glauben und unser Vertrauen auf die Menschheitsfamilie motiviert sind, zunächst einmal freiwillig so handeln können, dass wir zum  Erhalt dieser intakten Umwelt, die wir brauchen, beitragen."

Für Erzbischof Tomasi, der Ende Januar in den Ruhestand tritt, war diese Konferenz eine seiner letzten Aufgaben als Apostolischer Nuntius in Genf.

Dieser Bericht wurde von unserem U.N.-Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency in Genf  verfasst.  Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins 'Vatikano'. Weitere Informationen zu Pax Press Agency unter  www.paxpressagency.com