US-Außenminister erinnert im Vatikan an Chinas Unterdrückung der Religionsfreiheit

US-Außenminister Mike Pompeo
Foto: Gage Skidmore / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
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US-Außenminister Michael Pompeo hat bei seinem gestrigen Besuch des Vatikans die massiven Verletzungen der Religionsfreiheit und anderer Menschenrechte in China angesprochen.

"Wenn der Staat absolut regiert, wird Gott zu einer absoluten Bedrohung für die Autoritäten. Die Menschenwürde wird mit Füßen getreten, moralische Normen werden vollständig vernichtet", sagte Pompeo am 2. Oktober in der Alten Synodenhalle der Vatikanstadt.

Der US-Außenminister weiter: Dies sei der Grund, warum "China mehr als eine Million uigurische Muslime in Internierungslager gebracht hat" und "warum es christliche Pastoren ins Gefängnis wirft".

Eine Quelle in der US-Botschaft teilte CNA mit, dass Sekretär Pompeo am heutigen 3. Oktober in der Vatikanischen Bibliothek auch Papst Franziskus trifft.

Vor genau einem Jahr hat Papst Franziskus das "vorläufige Abkommen" mit der Volksrepublik unterzeichnet. Dessen Inhalt hat der Vatikan bislang nicht veröffentlicht, doch soll damit die Bischofsernennung geregelt werden, um die verfolgte Untergrundkirche und die der Kommunistischen Partei unterstellte "Patriotische Kirche" zu vereinigen.

Seitdem hat sich die Lage nach Einschätzung zahlreicher Experten und Beobachter jedoch für Katholiken weiter dramatisch verschlechtert, wie auch für andere Christen und religiöse Minderheiten, darunter Muslime in Xinjjiang. Außerdem hat es dazu geführt, dass sich der Papst und Vatikan bislang nicht klar zu den Massenprotesten in Hong Kong positionieren - an denen Katholiken, darunter Bischöfe, beteiligt sind.

Chinesische Katholiken wie Kardinal Zen ebenso wie Menschenrechtler haben den Vatikan für seinen Umgang mit den kommunistischen Machthabern schärfstens kritisiert. Ungeachtet dessen haben sich Papst Franziskus und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin betont optimistisch über das Abkommen geäußert.

Mike Pompeo war am 2. Oktober im Vatikan, um am Symposium "Wege zur Menschenwürde: Partnerschaft mit glaubensbasierten Organisationen" teilzunehmen, das gemeinsam veranstaltet wurde vom Außenministerium des Heiligen Stuhls und der US-Botschaft beim Heiligen Stuhl.

Pompeos Rede begann und endete mit dem Beispiel eines uigurischen Muslim, der von der chinesischen Regierung in Xinjiang verfolgt wurde. Der US-Außenminister rief dazu auf, dass Länder auf der ganzen Welt "der Weisheit Jesu folgen sollten –  'Habt keine Angst' – um die Religionsfreiheit dort zu verteidigen, wo sie bedroht ist.

"Wir sind sehr besorgt darüber, was China tut", sagte der US-Botschafter für Religionsfreiheit, Sam Brownback, gegenüber CNA.

Das amerikanische Außenministerium sei besonders besorgt über den Einsatz fortschrittlicher Technologien, wie digitale Gesichtserkennung und ein System sozialen "Kredits", um Menschen zu kontrollieren und in ihrer Freiheit zu beschneiden.

Pompeo hob auch die Regierungen des Iran, Myanmars und Syriens für ihre Unterdrückung der Religionsfreiheit hervor und verurteilte Kubas Absage des Nationalen Katholischen Jugendtages in diesem Jahr.

Das Symposium fand im Vatikan statt, um die Rolle religiöser Organisationen bei der Förderung der Religionsfreiheit, der Bekämpfung des Menschenhandels und der humanitären Hilfe hervorzuheben.

"Die Einsätze sind heute wohl höher als selbst während des Kalten Krieges", sagte Pompeo.

"Mehr als 80% der Menschheit leben an Orten, an denen die Religionsfreiheit bedroht oder gänzlich verweigert wird. Etwa 71 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind Vertriebene oder Flüchtlinge, etwa 25 Millionen Menschen sind Opfer von Menschenhandel: Das ist kein Zufall, dass sich gleichzeitig unfreie Gesellschaften ausgebreitet haben".

Das US-Außenministerium hat in diesem Jahr die International Religious Freedom Alliance ins Leben gerufen, eine multilaterale Organisation zur Förderung der Religionsfreiheit weltweit. "Wir bitten demütig den Heiligen Stuhl, sich uns anzuschließen", sagte Pompeo. "Was könnte mächtiger sein, als unsere Stimmen, die alle zusammen die Freiheit fordern, Gott anzubeten?"

Erzbischof Paul Gallagher, Sekretär des Vatikans für die Beziehungen zu den Staaten, sprach auf dem Symposium über die Notwendigkeit, "das friedliche Zusammenleben und friedliche Gesellschaften zu fördern". Er hob die in Abu Dhabi unterzeichnete gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus zur menschlichen Brüderlichkeit hervor und sagte, dass der Heilige Stuhl bestrebt sei, ein internationales Netzwerk von religiösen Oberhäuptern aufzubauen, um einen "gesunden Pluralismus" zu fördern.

Pompeo lobte den emeritierten Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus dafür, sich für die Freilassung von Asia Bibi ausgesprochen zu haben, der pakistanischen Katholikin, der die Todesstrafe wegen der vermeintlichen Beleidigung des Propheten Mohammed drohte.

Mit Blick darauf, dass die US-Botschaft im Heiligen Stuhl in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiert, sprach Pompeo liebevoll über die Partnerschaft zwischen dem Heiligen Johannes Paul II. und US-Präsident Ronald Reagan während des Kalten Krieges. Damals hätten der Papst und der Präsident gemeinsam gegen den Kommunismus eingestanden.

"Denken Sie an die Millionen von Gläubigen, die mit Würde und Ziel leben können, die jetzt dank der gemeinsamen Bemühungen eines Papstes und eines Präsidenten ohne Angst Gott anbeten können", sagte Pompeo.

Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur Catholic News Agency.

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