"Virtuell ausgestellt": So ist das Grabtuch von Turin am Karsamstag zu betrachten

Papst Franziskus mit dem Grabtuch von Turin in der Kathedrale des Heiligen Johannes des Täufers, Turin am 21. Juni 2015.
Foto: Vatican Media

Zum zweiten Mal wird das Turiner Grabtuch am Karsamstag auf sozialen Medien und Webseiten ausgestellt. Das hat der Erzbischof von Turin angekündigt, berichtet die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

Das Grabtuch, das das Bild eines Gekreuzigten trägt und seit Jahrhunderten als Grabtuch Christi verehrt wird, soll am 3. April per Live-Stream gezeigt werden.

"Das Grabtuch ist eine Realität, die jeden betrifft. Das Grabtuchbild, das Turin seit fast fünf Jahrhunderten bewahrt, zeugt von Schmerz und Tod, aber auch von Auferstehung und ewigem Leben", sagte Turins Erzbischof Cesare Nosiglia in seiner Ankündigung vom 3. März.

"Vor dem Grabtuch können wir mit dem Herzen zum Herrn gewandt ausrufen: 'Deine Liebe ist ewig.'"

Nosiglia wird auch einer Liturgie am Karsamstag vorstehen, die live aus der Kapelle des Turiner Doms übertragen wird, wo das Grabtuch in einem klimatisierten Gewölbe aufbewahrt wird. Junge Erwachsene aus Turin werden Überlegungen zum Thema Hoffnung vortragen.

Es wird das zweite Mal sein, dass das Grabtuch von Turin über das Internet ausgestellt wird, nachdem es inmitten der Coronavirus-Pandemie und der nationalen Abriegelung Italiens am Karsamstag 2020 gezeigt wurde.

Aber dieses Mal wird es anders sein, so Nosiglia. "Es ist nicht die einfache Wiederholung derjenigen, die im Jahr 2020 gefeiert wurde", sagte er, denn damals war die Pandemie noch neu und noch nicht verstanden, während wir uns heute "der Schwierigkeiten bewusst sind, denen wir uns stellen müssen, und der Verpflichtungen, die wir eingehen können."

Quelle: Wikipedia Koppchen (CC BY-SA 3.0) 

Das Grabtuch wurde seit dem Jahr 2000 viermal öffentlich ausgestellt.

Das letzte Mal wurde es im Jahr 2015 der Öffentlichkeit präsentiert. Papst Franziskus betete vor der Reliquie bei einem Besuch in Turin am 21. Juni dieses Jahres. Danach bezeichnete er es als eine Ikone der Liebe Christi.

"Das Grabtuch", so der Papst, "zieht die Menschen zum Antlitz und zum gequälten Leib Jesu hin und drängt uns zugleich, auf jeden Menschen zuzugehen, der leidet und ungerecht verfolgt wird."

Das Turiner Grabtuch ist ein Leinentuch, das 4,41 Meter lang und 1,13 Meter breit ist. Es zeigt das Bild eines gefolterten und gekreuzigten Mannes. Der Überlieferung nach ist es das Tuch, in das Jesus nach seinem Kreuzestod gehüllt worden war.

Es befindet sich seit 1578 in Turin (Italien) und war Gegenstand von mehr als tausend wissenschaftlichen Untersuchungen auf verschiedensten Spezialgebieten. Mehr als 32.000 Fotos wurden vom Grabtuch angefertigt. Daher betrachtet man das Turiner Grabtuch als die am besten untersuchte Reliquie der Geschichte.

Es wurde zuletzt im Jahre 2015 öffentlich ausgestellt und wird im August nächsten Jahres ausnahmsweise für einige Tage, anlässlich einer großen Wallfahrt italienischer Jugendlicher, gezeigt werden.

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