Zum Muttertag: Die mächtigste Frau der Welt

Die betende Jungfrau in einem Gemälde des italienischen Künstlers Sassoferato entstanden um 1640
Foto: Gemeinfrei via Wikimedia
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Die Muttergottes. Unsere liebe Frau. Die Jungfrau. Königin des Friedens. Magd des Herrn. Maria, unsere Mutter - Das sind nur einige der Namen einer jungen Frau, der vor etwa 2.000 Jahren ein Engel erschien mit der Botschaft, dass sie den Retter der Welt empfangen und gebären werde.

Von Maria sind nur wenige Worte erhalten im Neuen Testament, aber ihre weltweite Anbetung überspannt alle Zeiten, viele Kulturen und sogar Religionen.

In einem Feature für das Magazin "National Geographic" im Jahr 2015 erkundete die Autorin Maureen Orth "Wie die Jungfrau Maria die mächtigste Frau der Welt wurde".

Später strahlte der Fernsehsender von "Nat Geo" dann eine Sondersendung über die weltweite Anbetung Marias aus.

Gelehrte und Experten, Fromme und weniger Fromme

Orth sprach mit marianischen Gelehrten und Experten; sie begleitete Pilger zu den Stätten, an denen die Muttergottes erschienen ist in der Absicht, "mehr über diese allermächtigste Frau" zu erfahren.

"Wir sehen, dass die Beziehung zwischen Maria und uns nicht irgendeine Beziehung ist. Sie ist heilig", erzählt María Enriqueta García der Autorin. Sie schrieb ihre Doktorarbeit am Marianischen Forschungsinstitut der Universität von Dayton.

Die Idee, dass Maria als unsere Fürsprecherin vor Gott eintritt, kommt aus der Bibel. Dort begeht Jesus sein erstes Wunder auf Bitten seiner Mutter bei der Hochzeit zu Kana. Der Aussage, dass sie keinen Wein haben, folgt die Anweisung an die Diener: "Was er Euch sagt, das tut" (Joh 2,5).

Keine Frau wurde seitdem so gefeiert und geehrt wie Maria, erklärt Maureen Orth:

"Als universales Symbol mütterlicher Liebe, wie auch des Leidens und der Opfers, sit Maria oft der Massstab unserer Sehnsucht nach Sinn im Leben, und nach einem einfacheren Zugang zum Übernatürlichen als es die formale kirchliche Lehre ist. Ihr Mantel bietet uns Sicherheit und Schutz."

Orth begleitete Pilger in aller Welt an Orte der Erscheinung Marias; sie war in Lourdes, Kibeho, Mexiko-Stadt und auch in Medjugorje – ein Ort, über dessen Authentizität die Kirche noch befinden muss.

In Kibeho, Ruanda, traf die Autorin Anathalie Mukamazimpaka. Sie ist eine der jungen Frauen, der die Jungfrau Maria zwischen 1981 und 1983 erschien mit einer Botschaft der Reue, und einer Vorhersage der Ereignisse des Völkermords im Jahr 1994.

"Das erste Mal, als sie erschien", sagte Anathalie, "betete ich gerade den Rosenkranz", und sie rief mich bei meinem Namen...Sie hat mir nie gesagt, warum sie mich gewählt hat. Sie sagte, Sie sagte, sie könne jedem erscheinen, dem sie erscheinen will, wann immer sie will und wo immer sie will," sagte Anathalie.

"Sie bittet uns nur, sie so zu lieben, wie sie uns liebt."

Maria habe auch Nationen eine Identität finden geholfen, schreibt Orth. So wie etwa im Fall der Jungfrau von Guadalupe für Mexiko.

"Jeder, der Zeuge wird der Liebe und Anbetung, die Pilger für ihre geliebte Mutter haben, und wie sie diese ausdrücken an den Tagen vor dem Festtag der Jungfrau von Guadalupe...kann sehen, dass die Jungfrau Maria tief in den Herzen und Seelen der Menschen Mexikos eingebettet ist," sagte Orth, nachdem sie Pilger nach Mexiko-Stadt begleitete, um die Tilma, den Mantel des heiligen Juan Diego, zu sehen, auf dem das wunderbare und bis heute intakte Bild zu sehen ist.

(Artikel wird unten fortgesetzt)

Maria im Islam

Neben den Christen haben auch Muslime eine hohe Achtung vor der Jungfrau Maria, erklärt Orth. Im Koran erscheine ihr Name mehr als im Neuen Testament.

"Die Jungfrau Maria ist Muslimen alles andere als fremd", bestätigt Johann Roten. Der Geistliche ist Forschungsdirektor und Leiter, Spezialprojekte der Marianischen Bibliothek an der Universität von Dayton.

"Tatsächlich ist es so: Wo auch immer eine Verbindung zwischen Christen und Muslimen entsteht, oder jedwede Gruppe, die Maria kennt und liebt, gibt es einen gemeinsamen Nenner in der Mutter des Bundes."

In Ägypten sprach Orth mit Muslimen, die sich zu Kirchen hingezogen fühlen wegen ihrer Hingabe an Maria.

"Ihre Geschichte sagt uns Vieles," erklärte eine junge Muslima, die an Ostern vor der Abu Serga-Kirche betete. "Sie kann viele Schwierigkeiten in ihrem Leben auf sich nehmen wegen ihres Glaubens, ihres Glaubens an Gott."

Dieser Artikel erschien in einer früheren Fassung zuerst im November 2015 bei CNAdeutsch.de

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