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Papst Leo zum Welttag der Kranken: „Die Liebe ist nicht passiv“

Papst Leo XIV.

Zum bevorstehenden Welttag der Kranken am 11. Februar hat Papst Leo XIV. in seiner Botschaft erklärt: „Die Liebe ist nicht passiv, sie geht auf den anderen zu.“ Der Pontifex ging in dem Text, der am Dienstag veröffentlicht wurde, vom Gleichnis des barmherzigen Samariters aus.

„Wir leben in einer Kultur, die von Schnelligkeit, Unmittelbarkeit und Eile geprägt ist, aber auch von einer Wegwerfmentalität und Gleichgültigkeit, was uns daran hindert, aufeinander zuzugehen und innezuhalten, um die Nöte und das Leid um uns herum wahrzunehmen“, beschrieb Leo die gegenwärtige Lage. „Das Gleichnis erzählt, dass der Samariter, als er den Verletzten sah, nicht ‚vorüberging‘, sondern einen offenen und aufmerksamen Blick für ihn hatte, den Blick Jesu, der ihn zu menschlicher Nähe und Solidarität bewegte.“

Ob man zum Nächsten werde, hänge also „nicht von physischer oder sozialer Nähe ab, sondern von der Entscheidung zu lieben. Deshalb macht sich der Christ zum Nächsten des Leidenden und folgt damit dem Beispiel Christi, dem wahren göttlichen Samariter, der für die verwundete Menschheit zum Nächsten wurde.“

„Es handelt sich nicht um bloße Gesten der Menschenfreundlichkeit, sondern um Zeichen, an denen man erkennen kann, dass die persönliche Anteilnahme am Leiden der anderen Selbsthingabe bedeutet, dass es darum geht, über das Stillen von Bedürfnissen hinauszugehen, sodass wir selbst Teil der Gabe werden“, erläuterte der Papst. „Diese Nächstenliebe speist sich notwendigerweise aus der Begegnung mit Christus, der aus Liebe sein Leben für uns hingegeben hat.“

Im Gleichnis des barmherzigen Samariters zeige sich das Mitleid als „ein tiefes Gefühl, das zum Handeln bewegt“, fuhr Leo fort. „Es ist ein Gefühl, das aus dem Inneren kommt und uns dazu bringt, anderen in ihrem Leid zu helfen.“

Dann wurde er persönlich: „Ich selbst habe in meiner Erfahrung als Missionar und Bischof in Peru festgestellt, dass viele Menschen Barmherzigkeit und Mitgefühl im Stil des Samariters und des Wirtes teilen. Die Familienangehörigen, die Nachbarn, das Personal wie auch die Seelsorger im Gesundheitswesen und viele andere, die innehalten, sich nähern, pflegen, Lasten tragen, begleiten und von ihrem Besitz geben, verleihen dem Mitgefühl eine soziale Dimension. Diese Erfahrung, die sich in einem Beziehungsgeflecht verwirklicht, geht über das rein individuelle Engagement hinaus.“

Die Liebe habe verschiedene Adressaten, so der Pontifex, nämlich Gott, den Nächsten und sich selbst. Hierbei gelte: „Der Vorrang der göttlichen Liebe impliziert, dass das Handeln des Menschen ohne Eigeninteresse oder Belohnung erfolgt, sondern Ausdruck einer Liebe ist, die über rituelle Normen hinausgeht und zu einem wahren Gottesdienst wird: Dem Nächsten zu dienen bedeutet, Gott im konkreten Handeln zu lieben.“

„Diese Dimension ermöglicht es auch, zu verstehen, was es bedeutet, sich selbst zu lieben“, fügte Papst Leo hinzu. „Es bedeutet, dass wir uns davon lösen, unser Selbstwertgefühl oder das Bewusstsein unserer eigenen Würde auf Stereotypen wie Erfolg, Karriere, gesellschaftliche Stellung oder Abstammung zu gründen, und stattdessen unseren Platz vor Gott und unseren Mitmenschen wiederfinden.“

Abschließend hielt der Papst fest, er wünsche sich, „dass diese geschwisterliche, ‚samaritanische‘, integrative, mutige, engagierte und solidarische Dimension, die ihre tiefste Wurzel in unserer Vereinigung mit Gott im Glauben an Jesus Christus hat, in unserer christlichen Lebensweise niemals fehlen möge. Entflammt von dieser göttlichen Liebe können wir uns wirklich für alle Leidenden einsetzen, insbesondere für unsere kranken, alten und leidgeprüften Brüder und Schwestern.“

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