Der Kreuzweg: 8. Station – Jesus und die weinenden Frauen von Jerusalem

Zum Lesen, Mitbeten, Nachdenken: CNA Deutsch veröffentlicht täglich eine Station des Kreuzwegs

An der Friedhofsmauer des Campo Santo Teutonico sind die 14 Stationen des Kreuzwegs auf Kacheln gemalt zu sehen.
Foto: Paul Badde / EWTN.TV
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09 March, 2018 / 3:05 PM

Den Kreuzweg zu beten ist einer der ältesten Andachtsübungen der Christenheit. Dabei gehen Beter die 14 Stationen der "Schmerzreichen Straße" (Via Dolorosa) in Jerusalem betend und gedanklich mit Jesus verbunden, hinauf nach Golgota, wo sich sein Leidensweg in aller Brutalität am Kreuz vollendet.

In der Zeitschrift "Theologisches" (Juli/August 2014) erschien ein Aufsatz von Dr. med. Ewa Kucharska mit dem Titel "Der Kreuzestod Jesu unter medizinischen Gesichtspunkten". Darin beleuchtet die Direktorin des Medizinzentrums "Vadimed" am Collegium Medicum der Jagiellonen-Universität von Krakau Jesu Tod anhand der neuesten medizinischen Erkenntnisse. Sie lässt dabei Fachleute aus verschiedensten medizinischen Fachrichtungen zu Wort kommen, die manchmal ihre Forschungen anhand tatsächlicher Geschehnisse begründen oder verifizieren.

Der Autor dieses Beitrages veröffentlicht hier, mit der Erlaubnis des Herausgebers von "Theologisches", Prof. Dr. Manfred Hauke, in weiten Teilen Ausschnitte aus dem Aufsatz von Dr. Kucharska.

 

+ Kreuzweg - 8. Station - Jesus und die weinenden Frauen von Jerusalem.

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

Die Kreuzigung stammt wahrscheinlich aus Assyrien und Babylonien. Sie wurde ursprünglich durch die Perser eingeführt. König Darius ließ nach der Eroberung Babylons im 6. Jh. v. Chr. 3.000 Einwohner kreuzigen. Ähnlich handelte Alexander der Große, der 2.000 Überlebende nach der Belagerung von Tyros kreuzigte. Dann kreuzigten auch Phönizier und Karthager, danach Römer. Sie machten die Kreuzigung zum Terrorwerkzeug im ganzen Imperium. Der jüdische Historiker Flavius Josephus nannte die Kreuzigung „die erbärmlichste Todesart". Der Blutschweiß, der auf dem Körper Jesu beim Beten im Olivengarten erschien, beweist seine Angst vor dem Leiden. Er ist auch medizinisch begründet und als Hämatidrosis [Blutschwitzen] beschrieben und wird durch eine Kumulation von roten Blutkörperchen in den Haargefäßen, die dann in Schweißdrüsen gelangen, verursacht. Dies ist auch mit einer plötzlichen Tachykardie - Beschleunigung des Herzschlages durch tiefe Angst, intensive geistige Erlebnisse oder übermäßige Anstrengung verbunden. In Judäa war die Kreuzigung seit dem Jahre 4 v. Chr. allgemein üblich. Kaiser Konstantin der Große hat die Kreuzigung 337 verboten und durch Hängen ersetzt, das bis heute noch praktiziert wird. Für Christen hat die Kreuzigung - außer dem Leiden Christi - auch eine andere, wichtigere Dimension - die Auferstehung. „Daher liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen“ (Johannes 10,17).

Allmächtiger, milder Gott, Du hast dem dürstenden Volk eine Quelle lebendigen Wassers aus dem Felsen strömen lassen: Bringe aus der Härte unserer Herzen die Tränen der Betrübnis hervor, damit wir unsere Sünden beweinen und ihre Vergebung durch Deine Barmherzigkeit verdienen. Amen.

Vater unser.

Die nächste Station des Kreuzwegs erscheint morgen. Eine Übersicht aller Stationen – und mehr zum Thema Kreuzweg – finden Sie hier. 

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