Ein Befreiungsschlag angesichts ständiger Negativbotschaften

Das erste Treffen von „Eden Culture“ motivierte zur Offensive für Verbundenheit, Sinn und Schönheit

Johannes Hartl (li.) mit Samuel Koch
Foto: Martin Grünewald
Previous Next
09 May, 2022 / 12:14 AM

„Unserer Gesellschaft fehlt eine Vorstellung davon, wie gelingendes Leben heute aussieht.“ In den Medien dominieren Negativbotschaften. Die neue Bewegung „Eden Culture“ bilde den Versuch eines Befreiungsschlages gegen eine leerstehende Mitte. Das betonte der Philosoph und katholische Theologe Johannes Hartl beim ersten Treffen am 7. Mai in Köln. 

Nach der Veröffentlichung seines gleichnamigen Buches und einer erfolgreichen Lesereise in 13 Städten antwortete er beim ersten Treffen von „Eden Culture“ gegenüber CNA Deutsch auf die Frage, ob die drei stärksten Sehnsüchte heutiger Menschen nach Verbundenheit, Sinn und Schönheit eine hinreichende gemeinsame Basis für eine neue Bewegung bilden: „Sie bedeuten keinen Ersatz für Transzendenz, aber sie berühren sie. Alle drei Sehnsüchte sind nicht nur diesseitig ausgerichtet.“ 

„Eden Culture“ knüpft an den Schöpfungsbericht der Bibel im Garten Eden an. Es seien engagierte Christen, welche diese Themen voranbringen, so Johannes Hartl. „Sie öffnen die Bezüge zu Menschen, die von ähnlicher Sehnsucht beseelt sind, die aber nicht alle Grundannahmen teilen.“ Johannes Hartl widersprach damit einer möglichen Vermutung, dass es um eine alternative Bewegung außerhalb des christlichen Glaubens gehen könnte. 

Parallelen zur Katholischen Soziallehre bestätigte er auf Anfrage von CNA, sieht aber unterschiedliche Ebenen: „Gemeinsam ist die fundamentale Verwurzelung in der christlichen Anthropologie. Allerdings entstand die Katholische Soziallehre in einer Zeit existenzieller sozialer Not. In unserer Zeit verhungern die Menschen nicht mehr, aber sie leiden unter anderen Problemen: Vereinsamung, Sinnlosigkeit und Mangel an gefühlter Schönheit.“

Wie aktuell die drei Hauptthemen von „Eden Culture“ Verbundenheit, Sinn und Schönheit derzeit sind, beweisen nach Ansicht von Johannes Hartl die zahlreichen Einladungen als Sprecher vor kirchenfremden Gruppen wie Wirtschaftsbossen oder Esoterikern. Auf diese Weise seien Menschen unabhängig von ihrem persönlichen Glauben erreichbar. Vor kurzem saß er gemeinsam mit Markus Gabriel, einem der derzeit wichtigsten europäischen Philosophen, auf dem Podium.

Bei der ersten „Eden-Culture“-Veranstaltung in Köln erlebten die Teilnehmer zweierlei: Zeugnisse und Ermutigungen von kreativen Menschen wie dem halbseitig gelähmten Samuel Koch, der Star-Architektin Anna Philipp, des Verlegers Dominik Klenk, des Fotografen Thomas Mandl, der Aktivistin Yasemin Lupo und des Models Farell Tanah sowie der Musiker Chris Heidenbauer, Christof Unterberger, Hilde Kappes und Samuel Harfst. Und die Teilnehmer erlebten auf ganz praktische Art, „Eden Culture“ zu realisieren: durch vielseitige Begegnung, Kommunikation und Vernetzung untereinander sowie durch feine Speisen und Getränke mit abschließender Party.

Das könnte Sie auch interessieren: