Leiden, Geißelung und Kreuz Jesu – und WIR

An der Friedhofsmauer des Campo Santo Teutonico sind die 14 Stationen des Kreuzwegs auf Kacheln gemalt zu sehen.
Foto: Paul Badde / EWTN.TV
02 April, 2021 / 6:01 AM

Lukas 22 berichtet, dass Jesus in tiefer Bedrängnis war und Blut schwitzte. Obwohl dies (Blut zu schwitzen) ein seltenes Phänomen ist, erkennen es Mediziner als Hämathidrose, die aufgrund von hohem Stress auftreten kann.

Nachdem Jesus gerichtet worden war, wurde er mit einer Lederpeitsche mit kleinen Eisenkugeln und scharfen Knochen an den Enden, heftig geschlagen. Dies verursachte schwere äußere, aber auch innere Verletzungen. Die scharfen Knochen rissen das Fleisch auf, wodurch die Skelettmuskulatur freigelegt wurde. Jesus muss bei der Geißelung sehr viel Blut verloren haben. Dieser Blutverlust hat ihn  wahrscheinlich in einem Schock-Zustand gebracht.

Nach der heftigen Geißelung wurde Jesus verspottet, angespuckt und gezwungen, sein eigenes Kreuz nach Golgatha zu tragen.

Während der Kreuzigung wurde Jesus auf das auf der Erde liegende Kreuz geworfen und mit bis zu 18 cm langen Nägeln an Handgelenken und Füßen angenagelt. Die Kreuzigung war ein Prozess, der extreme Schmerzen verursachte und zu einem langsamen und erstickenden Tod führen musste.

Das Atmen war äußerst schmerzhaft. Bei jedem Atemzug musste Jesus seinen Rücken in rohem Fleisch heben, ihn auf das Holz ziehen und das ganze Gewicht auf den Füßen tragen, die genagelt waren. Diese Tatsache erhöhte den Blutverlust noch mehr und schreckliche Schmerzen traten auf.

Todesursachen bei einer  Kreuzigung könnten verschiedene sein, aber die beiden häufigsten waren der hypovolämische Schock (durch die Minderung des Blutumfangs im Kreislauf) und die Erstickung durch Erschöpfung. Im Johannesevangelium wird uns berichtet, dass nach dem Tod Jesu ein Soldat ihm mit einem Speer die Seite durchbohrte; dabei flossen „Blut und Wasser“ heraus. 

Wenn wir nur das körperliche Leiden Jesu betrachten, erkennen wir, wie schrecklich es gewesen sein muss, all dies zu ertragen: intensiver Stress, schlaflose Nächte, unfaire Beurteilungen, unmenschliches Geißeln, Spott und Verachtung, - dazu das Tragen des eigenen Todesinstrumentes.

Aber das war noch NICHTS! - Was Jesus auf den Schultern „lastete“, waren unsere SÜNDEN! 

Isaias hatte lange Zeit vorher schon prophezeit: „Er aber ist verwundet worden um unserer Frevel willen, zerschlagen um unserer Missetaten willen; die Züchtigung liegt unseres Friedens wegen auf ihm und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“ (Isaias 53,5)

Jesus war das Opfer; das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Nur Gott, der selbst Mensch wurde, konnte die Menschen mit Gott versöhnen. Deshalb sagen wir auch, dass sein Opfer für uns, ein Liebesopfer war, weil er keine Sünde hatte. Sünder sind nur wir Menschen. 

Wenn also Sünde den Tod hervorbringt, sollten wir diejenigen sein, die sterben müssten, nicht Jesus Christus. Denn all unser Versagen, all unsere schlechten Gedanken, all unser revoltieren gegen Gott – unsere Sünden - bedeutet, dass wir alles auf Christi Schultern abladen.

Und ER?

ER besiegte nicht nur die Sünde, 

sondern auch den Tod!

Wenn wir Menschen, Christen, denken und uns beschweren, dass unser eigenes Leben zu schwierig sei, dass nichts richtig und gut läuft, uns Krankheit und Sorgen erdrücken:

blicken wir auf das Kreuz, 

auf Jesus am Kreuz, 

unseren Heiland!

 

Erkennen wir endlich und erinnern wir uns:

Jesus hat unser Leid schon längst auf sich genommen,

er hat all das längst schon durchgemacht.

Und uns erlöst.

 

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