Vatikanstadt - Freitag, 16. Januar 2026, 13:00 Uhr.
Am Donnerstag hat Papst Leo XIV. die Angehörigen der Personen empfangen, die bei dem verheerenden Feuer in einer Bar im Skigebiet Crans-Montana in der Schweiz in der Neujahrsnacht ums Leben kamen. Mit traurigen Mienen und von Müdigkeit und Schmerz gezeichneten Gesichtern fanden die Eltern, Geschwister und Freunde der überwiegend jungen Todesopfer ein wenig Trost, als sie die aufrichtigen und hoffnungsvollen Worte des Papstes hörten.
Zu Beginn seiner in italienischer Sprache verlesenen Ansprache drückte der Papst seine Dankbarkeit dafür aus, dass er sich mit den Angehörigen treffen konnte: „Ich wollte zumindest die Gelegenheit haben, einen Moment mit Ihnen zu teilen, der für Sie inmitten so viel Schmerz und Leid wirklich eine Prüfung unseres Glaubens ist, eine Prüfung dessen, woran wir glauben. Man fragt sich oft: ‚Warum, Herr?‘“
Anschließend beschrieb der Papst die Situation, in der sich diese Familien befinden: „Einer der Menschen, die euch am meisten am Herzen liegen, den ihr am meisten liebt, hat sein Leben in einer Katastrophe von extremer Gewalt verloren oder liegt seit langer Zeit im Krankenhaus, sein Körper entstellt durch die Folgen eines schrecklichen Brandes, der die ganze Welt erschüttert hat. Und das alles zu einem völlig unerwarteten Zeitpunkt, an einem Tag, an dem alle fröhlich waren und feierten, um sich gegenseitig Freude und Glück zu wünschen.“
„Was soll man in einer solchen Situation sagen? Welchen Sinn soll man solchen Ereignissen geben? Wo findet man einen Trost, der dem, was ihr erlebt, gerecht wird, eine Erleichterung, die nicht aus leeren und oberflächlichen Worten besteht, sondern tief berührt und die Hoffnung wiederbelebt?“, fragte sich Papst Leo XIV.
Er versicherte, dass es nur ein einziges Wort gibt, das in einem solchen Schmerz angemessen ist: „Das Wort des Sohnes Gottes am Kreuz – dem ihr heute so nahe seid –, der aus der Tiefe seiner Verlassenheit und seines Schmerzes zum Vater rief: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘“
Nach drei Tagen des Schweigens, erinnerte er, kam die Antwort des Vaters auf die Bitte des Sohnes: „Aber was für eine Antwort! Jesus ist glorreich auferstanden und lebt für immer in der Freude und im ewigen Licht von Ostern.“
Im Licht der Hoffnung auf die Auferstehung bedauerte der Papst, dass er den Anwesenden nicht erklären könne, warum sie eine solche Prüfung durchstehen müssen: „Die Zuneigung und die menschlichen Worte des Mitgefühls, die ich euch heute entgegenbringe, erscheinen mir sehr begrenzt und machtlos. Andererseits versichert euch der Nachfolger Petri, den ihr heute getroffen habt, mit Nachdruck und Überzeugung: Eure Hoffnung ist nicht vergeblich, denn Christus ist wahrhaft auferstanden!“
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Später bekräftigte der Papst nachdrücklich, dass „nichts euch jemals von der Liebe Christi trennen kann, ebenso wenig wie eure geliebten Menschen, die leiden oder die ihr verloren habt. Der Glaube, der in uns wohnt, erhellt die dunkelsten und schmerzhaftesten Momente unseres Lebens mit einem unersetzlichen Licht, das uns hilft, mutig den Weg zum Ziel fortzusetzen.“
„Jesus geht uns auf diesem Weg des Todes und der Auferstehung voraus, der Geduld und Ausdauer erfordert“, fügte er hinzu. „Seid euch seiner Nähe und seiner Zärtlichkeit sicher: Er ist nicht fern von dem, was ihr erlebt, im Gegenteil, er teilt es mit euch und trägt es mit euch.“
Am Ende seiner Ansprache versicherte der Papst den Anwesenden die Gebete der ganzen Kirche und seine persönlichen Gebete. „Euer Herz ist heute durchbohrt, wie es das Herz Mariens am Fuße des Kreuzes war. Unsere Liebe Frau der Schmerzen ist euch in diesen Tagen nahe, und ich vertraue euch ihr an“, sagte er.
Schließlich lud er die Angehörigen der Opfer von Crans-Montana ein, „ihre Tränen vorbehaltlos an sie zu richten und in ihr den mütterlichen Trost zu suchen, den sie euch geben kann. Wie sie werdet ihr in der Nacht des Leidens, aber mit der Gewissheit des Glaubens, geduldig auf den Anbruch eines neuen Tages warten können; und ihr werdet wieder Freude finden.“
Nach dem Apostolischen Segen lud Papst Leo XIV. alle ein, sich ihnen im Gebet mit einem Vaterunser und einem Ave Maria anzuschließen, wodurch ein Moment der gemeinsamen Andacht inmitten des Schmerzes entstand.
Am Ende begrüßte er persönlich jeden der Anwesenden. Der Papst reichte ihnen die Hand und drückte ihnen durch Gesten des Mitgefühls sein Beileid und seine Nähe aus.
Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.




