So überzeugte J.R.R. Tolkien seinen Freund C.S. Lewis vom Christentum

Die Ausstellung „Tolkien: Mensch, Lehrer, Autor“ ist bis zum 11. Februar 2024 in der Nationalgalerie für moderne und zeitgenössische Kunst in Rom in zu sehen.
Almudena Martínez-Bordiú / ACI Prensa

Eines der bedeutendsten Museen der Stadt Rom, das Nationalmuseum für Moderne Kunst, zeigt derzeit eine Ausstellung über das Leben des Schriftstellers J.R.R. Tolkien.

Der Autor der beliebten Bücher „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ spielte eine entscheidende Rolle bei der Bekehrung seines engen Freundes C.S. Lewis zum Christentum.

Nationalmuseum für moderne Kunst in Rom. (Foto: Almudena Martínez-Bordiú)

Die Ausstellung „Tolkien: Mensch, Lehrer, Autor“, die bis zum 11. Februar zu sehen ist, zeichnet die verschiedenen Lebensstationen des englischen Schriftstellers John Ronald Reuel Tolkien nach, dessen literarisches Werk durchdrungen ist von seinem katholischen Glauben.

Tolkiens „Der Hobbit“, übersetzt in mehrere Sprachen. (Foto: Almudena Martínez-Bordiú)

Die Ausstellung zeigt die wichtige Rolle, die der Kreis der Inklings in Tolkiens Leben und Werk spielte. Zu dieser Gruppe von Schriftstellern und Akademikern, die in den 1930er und 1940er Jahren mit der Universität Oxford verbunden waren, gehörten Owen Barfield und Charles Williams.

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Man traf sich in der Kneipe The Eagle and the Child einmal die Woche, zusätzlich zu Gesprächen im Magdalen College. Hier schloss Tolkien enge Freundschaft mit C. S. Lewis, dem Autor der Chroniken von Narnia, der in seiner Jugend eine tiefe Ablehnung gegenüber dem Christentum hegte.

Stundenlang sprachen die beiden über Literatur und Glauben.

Bei einem dieser Treffen, nach einer hitzigen Diskussion mit seinem Freund und Zeitgenossen im Magdalen College Park, konvertierte Lewis zum Christentum.

Das Gespräch drehte sich vor allem um das Wesen und die Rolle von Geschichten — Erzählungen, für die sich beide begeisterten. Einerseits argumentierte Lewis, Mythen seien „nichts als schöne Lügen“, während Tolkien betonte, sie seien „eine Form, unvollkommen, aber edel und schön, mit der Menschen eine universelle Wahrheit erklären“.

Dies waren für den Philologen Tolkien zentrale Fragen, die die Grundlage für sein literarisches Werk und seine Überzeugung bildeten, dass die menschliche Kreativität ein großes Geschenk Gottes ist, in dem sich Gottes eigene schöpferische Kraft widerspiegelt und in der Geschichte fortschreibt.

In seiner Jugend verstand sich Lewis, Autor der Chroniken von Narnia, als intellektueller Atheist, und erst 1929 erkannte er die Existenz Gottes an.

Zwei Jahre später konvertierte er unter dem Einfluss seines guten Freundes zum Christentum. Auch wenn Tolkien ihn natürlich lieber als Katholiken gesehen hätte, blieb Lewis sein ganzes Leben lang ein Anglikaner.

Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur ACI Prensa