Begegnung mit Papst Franziskus: Polens Bischöfe in Rom

Erzbischof Stanisław Gądecki bei der Bischofssynode am 16. Oktober 2018.
Foto: Polnische Bischofskonferenz

Sie treffen Papst Franziskus, sprechen mit Kurienvertretern und besuchen die Gräber der Apostel: Die Bischöfe der polnischen Bischofskonferenz haben am gestrigen Montag ihren Ad-limina-Apostolorum-Besuch in Rom begonnen.

Sie repräsentieren eine Nation, deren überwältigende Mehrheit sich zum Katholizismus bekennt: Von den rund 36 Millionen Einwohnern sind 35 getauft.

Die derzeitige Struktur der polnischen Kirche umfasst 14 Metropolitan-Erzdiözesen sowie 27 Diözesen und ein Militär-Ordinariat. Auch in Polen gibt es eine byzantinische Minderheit, die in einer Erzdiözese und zwei Suffragane gegliedert ist. Es gibt auch ein Ordinariat für die Gläubigen des östlichen Ritus.

Derzeit wird die Bischofskonferenz von Monsignore Stanislaw Gadecki, dem Metropolitan-Erzbischof von Posen (Poznan), geleitet, der seit 2014 im Amt ist. Der stellvertretende Vorsitzende ist der Metropolitanerzbischof von Krakau, Monsignore Marek Jedraszewski, wie ACI Stampa berichtet, die italienische Partneragentur von CNA Deutsch.

Polen ist im Kardinalskollegium mit insgesamt vier Purpurträgern vertreten, von denen drei unter 80 Jahre alt sind und daher in einem künftigen Konklave wahlberechtigt sind: Kardinal Kazimierz Nycz, Erzbischof von Warschau; Kardinal Konrad Krajewski, Päpstlicher Almosenier der Apostolischen Almosenverwaltung; Kardinal Stanislaw Rylko, Erzpriester der Basilika Santa Maria Maggiore.

Der einzige nicht mehr wahlberechtigte Kleriker ist der 82-jährige Kardinal Stanislaw Dziwisz, emeritierter Erzbischof von Krakau und ehemaliger Privatsekretär von Johannes Paul II.

Der Heilige Stuhl und Polen unterhalten seit langem diplomatische Beziehungen, die durch das kommunistische Regime nach dem Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurden. Der derzeitige Apostolische Nuntius in Warschau ist der italienische Erzbischof Salvatore Pennacchio.

Polen wurde von drei verschiedenen Päpsten besucht. Neben den zahlreichen Besuchen des Heiligen Johannes Paul II. besuchten auch Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 und Papst Franziskus im Jahr 2016 das Land.

Ad limina Apostolorum und die Einheit der Kirche

Die Visitatio ad limina Apostolorum ist Pflicht für katholische Bischöfe. Sie bezeichnet den kirchenrechtlich vorgeschriebenen Besuch in regelmäßigen zeitlichen Abständen — offiziell alle fünf Jahre — an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus in Rom, verbunden mit Audienzen beim Papst, Vorlage des Berichts über die Bistümer, und Gesprächen mit der Kurie.

Der Besuch ist somit ein wichtiges "Werkzeug" für eine Sicherung der Einheit der Katholischen Kirche. Manche Besuche können daran besonders erinnern, etwa die Visitatio der deutschen Bischöfe 2015, bei denen Papst Franziskus die 64 Kirchenmänner unter der Führung von Kardinal Reinhard Marx mit klaren Worten aufforderte, die Neu-Evangelisierung konkret und nachhaltig anzupacken, Beichte und Eucharistie wieder zu stärken, die Rolle der Priester zu pflegen, die deutsche Theologie wieder auf den Boden des Glaubens stellen, und ungeborenes Leben sowie Alte und Kranke schützen.

An diese Warnung erinnerte der Papst die deutschen Gläubigen immer wieder, darunter 2019 in seinem Brief an die deutschen Katholiken mit Blick auf die Gefahr eines neuen Schismas vor dem Hintergrund des umstrittenen "Synodalen Wegs" von ZdK und Bischofskonferenz.

Marco Mancini trug zur Berichterstattung bei.

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Marco Mancini trug zur Berichterstattung bei.