Schließung der Heiligen Pforten: Das Jahr der Barmherzigkeit geht zu Ende

Schlüssel auf dem Weg zur Schließung der Heiligen Pforte der Barmherzigkeit am 13. November 2016.
Foto: CNA/Lucia Ballester
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Das Jubiläum der Barmherzigkeit geht zu Ende: Es wurde in den unterschiedlichen Diözesen mit der Schließung der Heiligen Pforten in verschiedenen Kathedralen und Heiligtümern abschließend gewürdigt.

Von nun an wird – von einzelnen Ausnahme abgesehen – nur die Heilige Pforte des Petersdoms geöffnet bleiben. Papst Franziskus wird sie im Rahmen der Heiligen Messe schließen, die er zusammen mit den im Konsistorium vom kommenden Samstag kreierten Kardinälen feiern wird.

In Rom wurden die Heiligen Pforten der drei Päpstlichen Basiliken – der Lateranbasilika, Santa Maria Maggiores und Sankt Pauls vor den Mauern – gestern Abend von den jeweiligen Erzpriestern geschlossen: Kardinal Agostino Vallini, Kardinal Santos Abril y Castellò und Kardinal James Michael Harvey.

In diesem Jubiläum – so Kardinal Vallini – haben wir neu entdeckt, dass "das letzte Schicksal der Erde nicht in den Händen der Menschen liegt, sondern in der Barmherzigkeit Gottes, deren sichtbares Antlitz Jesus ist. An ihn zu glauben, bedeutet, unsere Bestimmung zu verstehen, an der Quelle des Lichtes, der Freude und des Friedens zu schöpfen: Christus – dem letzten und höchsten Akt der Barmherzigkeit, mit der Gott uns entgegen kommt." Eine Frucht des Heiligen Jahres  – so weiter der Kardinal – muss "der Einsatz sein, unsere Aufmerksamkeit, Sorge und Zärtlichkeit für die Leidenden und Armen wachsen zu lassen. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter lehrt uns Jesus, dass wir niemanden als fern von uns ansehen dürfen, sondern, im Gegenteil, selbst dem Anderen nahe werden sollen. Die Leidenden zu bemerken, alles nur Mögliche zu tun, um zu helfen, zu stützen, zu trösten und dies mit der Gesinnung Jesu zu versuchen, ist eine Pflicht eines jeden Jüngers Christi, die wir erneut erfüllen wollen."

Bei der Schließung der Heiligen Pforte der Basilika des heiligen Markus in Venedig hat der Patriarch Francesco Moraglia betont, dass "unser Engagement am Ende dieses Jubiläumsjahres keine einzelnen Vorsätze betrifft, sondern verlangt, den Glauben ins Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens zu stellen; ja, der Glaube, unser Taufglaube, der aus Bekennen und Widersagen besteht. Wir müssen die Taufe neu entdecken durch einen mutigen Glauben, der Fundament einer zuverlässigen Hoffnung und einer wirksamen, alle annehmenden Liebe ist."

In Mailand wurde die Heilige Pforte vom Kardinalerzbischof Angelo Scola geschlossen, der im Dom hervorhob, dass "das Wort Barmherzigkeit das definitive Wort über unserer Existenz sein muss. Das Heilige Jahr - das heute und in allen Diözesen der Welt geschlossen wird, während der Papst dies am kommenden Sonntag in Rom tun wird – hat uns geholfen, das zu erkennen, indem es unseren Bedarf an Vergebung neu geweckt hat."

Das Jubiläum wurde auch in den Erdbebengebieten beendet. Der Bischof von Rieti hat gestern in einer Zeltkirche symbolisch die Heilige Pforte geschlossen, mit dem Gedanken an die Gemeinden von Accumoli und Amatrice: "Keiner soll sich entziehen, das Leid macht uns besser und fähig zur Zukunft. Eine neue und unerwartete Zeit ist uns geschenkt, in der wir das neu entdecken können, was wir vergessen haben – dass das Leben mehr wert ist als alle Dinge. Kehren wir also zum Wesentlichen zurück. Und das Wesentliche ist das Leben selbst."

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