Die Regierung Süd-Sudans muss unter Druck gesetzt werden, fordert sudanesischer Bischof

Eine vor den Kämpfen geflohene Frau aus Abiyei empfängt eine Lebensmittel-Ration in Agok, Sudan am 21. Mai 2008
Foto: UN Photo/Tim McKulka (CC BY-NC-ND 2.0)
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Ihre beiden Länder leiden seit Jahrzehnten unter Krieg und bewaffneten Konflikten: Zusammen mit anderen Prälaten aus dem Südsudan und Sudan ist Bischof Santo Luko Pio Doggale nun für einige Tage nach Rom gekommen um eine Auszeit zu nehmen für Gebet, Ruhe und Gespräche über die Lage in ihren vom Leid gezeichneten Heimatländern. Gegenüber CNA sprach der Weihbischof über seine Begegnung mit Papst Franziskus und die Situation in seiner Heimat.

Der Südsudan ist seit vier Jahren unabhängig vom Sudan, und leidet seit zwei Jahren unter einem Bürgerkrieg, ausgelöst durch die Machtkämpfe zwischen Präsident Salva Kiir und seinen ehemaligen Vize Riek Machar. Der Präsident wirft Machar vor, einen Staatstreich gegen ihn geplant zu haben.

Weihbischof Santo, der aus der Erzdiözese Juba kommt, betonte gegenüber CNA, dass die einzige Lösung für die andauernden Auseinandersetzungen “ein Ende der Gewalt, durch eine Beendigung des Krieges” sei. “Die Bischöfe bitten für echte Unterstützung der Not leidenden Menschen im Sudan und Südsudan.

Es müsse Druck ausgübt werden auf die Regierungen beider Länder, endlich die Bedürfnisse der Menschen über ihre politischen Interessen zu stellen. “Die Menschen sollten an erster Stelle stehen. Das ist der einzige Weg, weiter Druck auszuüben, damit wir Frieden in beiden Ländern erreichen”, so Weihbischof Santo wörtlich.

Eigentlich hätte der Südsudan diese Woche eine Übergangsregierung schaffen sollen: Das war eine der Bedingungen des Friedensabkommens im August 2015. Die Frist ist verstrichen, ohne dass es eine solche gibt. Beide Seiten werfen einander vor, die Bedigungen des Friedensabkommens gebrochen zu haben. Zwei Monate nach dessen Vereinbarung hatte Präsident Kiir bekannt gegeben, dass die zehn Staaten des Landes nun durch 28 neue Staaten ersetzt würden.

Vor diesem Hintergrund wurden die Bischöfe der beiden Länder von Kardinal Fernando Filoni nach Rom eingeladen. Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker bot seinen Brüdern dadurch die Möglichkeit, zwei Tage Zeit für geistliche Exerzitien zu nehmen, und gleichzeitig miteinander die Herausforderungen in der Heimat in einem ruhigen Rahmen zu besprechen.

Im Sudan herrscht bereits seit einer Unabhängigkeit im Jahr 1956 Bürgerkrieg. Jahrzehnte der Korruption, Gewalt und Misswirtschaft haben die Peripherien des Landes marginalisiert. Darunter mussten vor allem die Regionen im Süden des Landes leiden, Darfur, Süd-Kordofan und die Gegen des Blauen Nils. Schwere Menschenrechtsverletzungen sind keine Seltenheit.

Die Bischöfe der beiden Länder, die nach wie vor eine Bischofskonferenz teilen, hatten vergangene Woche auch Gelegenheit zu einem Treffen mit Papst Franziskus.

Sie hätten die Gelegenheit gehabt, die Situation in ihren Ländern persönlich dem Papst zu schildern, sagte Bischof Santo.

Der Prälat dankte Franziskus und Kardinal Filoni für die Einladung nach Rom und die - so wörtlich - herzlichen Gespräche. “Die Heilige Mutter Kirche steht mit den leidenden Menschen im Südsudan”, so der Bischof. “Wir werden unsere Verantwortung weiter schultern und unsere Pflichten weiter ausführen zum Aufbau der Kirche Gottes in unserer Zeit”.