Ehemaliger Großmeister des Malteserordens Matthew Festing gestorben

Nach seinem Rücktritt 2017 hatte eine lange Reformarbeit im Orden begonnen, die Papst Franziskus sehr genau verfolgt

Fra´ Matthew Festing, 79. Großmeister des Souveränen Malteserordens
Foto: orderofmalta.int
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Fra' Matthew Festing starb am 12. November auf der Insel Malta, wo er an der feierlichen Profess der Ordensgelübde von Fra' Francis Vassallo teilgenommen hatte. Somit kehrte er gleichsam zu den Ursprüngen des Ordens zurück, dessen Großmeister er gewesen war.

Fra' Matthew Festing (71) war von 2008 bis 2017 Großmeister des Souveränen Malteserordens, als ihn eine Krise, die sich im Orden entwickelt hatte, zum Rücktritt veranlasste. Seitdem lebt er als einfacher Ordensmann, ohne jeglichen Druck auszuüben, und unterstützt so die Reformbewegungen des Ordens, wie ACI Stampa, die italienische Schwesternagentur von CNA Deutsch berichtet.

Die Nachricht des Todes wurde durch eine Pressemitteilung des Malteserordens selbst übermittelt.
"Fra 'Matthew Festing – heißt es in der Pressemitteilung - befand sich in Malta, wo er am 4. November an der feierlichen Ordensprofess von Fra´ Francis Vassallo in der Konkathedrale des heiligen Johannes (St. John´s Co-Cathedral) in Valletta  teilgenommen hatte. Wenige Stunden später fühlte er sich unwohl und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sein Zustand sofort ernst erschien."

Festing wurde 1949 in 1949 in Northumberland, England, geboren. Er promovierte in Geschichte am St. John's College in Cambridge. Er hatte bei den der Grenadier Guards gedinet und als Kunstexperte die meiste Zeit seines Lebens in einem internationalen Auktionshaus gearbeitet. Königin Elizabeth II. ernannte ihn zum Offizier des Order of the British Empire; zudem gehörte war er einer ihrer Repräsentanten in der Grafschaft Northumberland.

Festing war ein Nachkomme von Sir Adrian Fortescue, einem Malteserritter, der 1539 den Märtyrertod erlitt. 1977 wurde er in den Malteserorden aufgenommen, in dem er 1991 die feierlichen Ordensgelübde ablegte. Von 1993 bis 2008 war er Großprior von England ( - der erste, der dieses Amt nach 450 Jahren im wiedererrichteten Großpriorat von England innehatte - ) und leitete in dieser Funktion humanitäre Hilfsmissionen im Kosovo, Serbien und Kroatien.

Am 11. März 2008 wurde er zum 79. Großmeister des Malteserordens gewählt. In den zehn Jahren an der Spitze des Ordens bereiste er fünf Kontinente, um die diplomatischen Beziehungen zu stärken und die Niederlassungen seines Ordens auf der ganzen Welt zu besuchen. Er nahm an Dutzenden Pilgerreisen des Malteserordens nach Lourdes und zu anderen Heiligtümern teil.

Er erhielt die Ehrenbürgerschaft von Rapallo, Italien (2008); Pompeji, Italien (2014) und Birgu, Malta (2015). Außerdem erhielt er verschiedene Ehrendoktortitel: 2009 von der Catholic University of America jenen des "Doktors in humanistischer Literatur" (Doctor uf Humane Letters) 2010 jenen des "Doktors der Göttlichkeit" von der University of Northumbria; 2014 folgte der "Doktor in Verwaltungswissenschaften" seitens der John Cabot University und 2016 jener in Religions- und Humanwissenschaften von der Katholische Universität Santa Maria la Antigua.

Am 24. Januar 2017 bot er Papst Franziskus seinen Amtsverzicht an, welcher ihn am Tag darauf annahm. Am 28. Januar 2017 legte er formell sein Amt als Großmeister nieder.

Als sein Nachfolger - mit der Aufgabe, den Orden zu reformieren - wurde Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto gewählt.

Nach dessen Tod im Jahr 2020 wurde zuerst Fra' Ruy Gonçalo do Valle Peixoto de Villas Boas und dann Fra' Marco Luzzago gewählt, um ad interim den Orden zu leiten, bis eine neuer Großmeister gewählt sein würde und man die Reform zum Abschluss bringen könne.
Es kann somit gesagt werden, dass mit Fra' Matthew Festing "der letzte Großmeister der alten Zeit" starb, noch bevor der von Papst Franziskus gewünschte Reformweg eingeleitet wurde. 

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