Franziskus fordert alle Christen auf, "echte missionarische Jünger" zu sein

Abschluss des Eucharistischen Weltkongresses auf den Philippinen – Würzburger Bischof Hofmann beeindruckt – Nächster Weltkongress 2020 in Budapest

Der Papst zelebriert die Heilige Messe, die Feier der Eucharistie, am 10. November 2015 in Florenz
Foto: L'Osservatore Romano

 

Zum Abschluss des 51. Eucharistischen Weltkongresses hat Papst Franziskus eine Videobotschaft veröffentlicht, in der er alle Christen auffordert, "echte missionarische Jünger" zu sein. Der Kongress fand in Cebu auf den Philippinen statt.

Das philippinische Volk - begann der Papst - "hat der Welt stets ein Beispiel an Treue und tiefer Hingabe an den Herrn und seine Kirche gegeben. Es war auch ein Volk von Missionaren und hat das Licht des Evangeliums in Asien und bis an die Enden der Erde verbreitet."

Ausgehend vom Thema des Kongresses "Christus in Euch, unsere Hoffnung auf Herrlichkeit" erklärte Franziskus, dass "der auferstandene Jesus immer lebendig und gegenwärtig ist in seiner Kirche, vor allem in der Eucharistie, dem Sakrament seines Leibes und Blutes. Die Gegenwart Christi unter uns ist nicht nur Trost, sonder auch ein Versprechen und eine Einladung. Sie ist das Versprechen, dass uns eines Tages die Freude und der ewige Friede in Fülle gehören werden in seinem Reich. Aber sie ist auch eine Einladung, sich als Missionare aufzumachen, um die Botschaft der Zärtlichkeit des Vaters, seiner Vergebung und seiner Barmherzigkeit jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind zu bringen."

Die Welt braucht diese Botschaft - so weiter der Papst - und deshalb muss jeder Christ "ein echter missionarischer Jünger sein, der die Frohe Botschaft der erlösenden Liebe Christi in eine Welt bringt, die der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens so sehr bedarf. Es passt daher sehr gut, dass dieser Kongress im Jahr der Barmherzigkeit gefeiert wurde, in dem die ganze Kirche eingeladen ist, sich auf das Herz des Evangeliums zu konzentrieren: die Barmherzigkeit. Wir sind berufen, der gesamten Menschheitsfamilie den Balsam der barmherzigen Liebe Gottes zu bringen, Wunden zu verbinden, Hoffnung dorthin zu tragen, wo Verzweiflung die Oberhand zu besitzen scheint."

Franziskus lädt in der Botschaft ein, über diese beiden - mit der Eucharistie verbundenen - Elemente nachzudenken: die Mahlgemeinschaft und die Fußwaschung. "In jeder Eucharistie müssen wir angeregt werden, seinem Beispiel zu folgen, auf die anderen zuzugehen in einem Geist der Achtung und Offenheit, um mit ihnen die Gabe zu teilen, die wir selbst empfangen haben. Unser Beispiel kann die Herzen für die Gnade des Heiligen Geistes öffnen, die zu Christus, dem Erlöser, führt", so der Papst wörtlich.

Mit der Fußwaschung habe Jesus ein Zeichen "demütigen Dienstes und bedingungsloser Liebe, mit der er sein Leben am Kreuz geopfert hat zum Heil der Welt, gegeben. Die Eucharistie ist eine Schule demütigen Dienens. Sie lehrt uns, bereit zu sein, für die anderen da zu sein. Auch das steht im Zentrum der missionarischen Jüngerschaft. Die Eucharistie wandelt die Herzen. Sie erlaubt uns, fürsorglich zu sein, diejenigen zu schützen, die arm und verletzbar sind und aufmerksam zu werden für den Schrei unserer bedürftigen Brüder und Schwestern. Sie lehrt uns, mit Integrität zu handeln und Ungerechtigkeit und Korruption abzulehnen, die die Wurzeln der Gesellschaft vergiften" endete er.

Teilnahme aus Würzburg

Aus Deutschland nahm der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann teil. Er ist Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).

"Hier in Cebu waren über 150 Kardinäle und Bischöfe und über 15.000 Dauerteilnehmer aus allen Teilen der Welt versammelt. Besonders intensiv war der asiatische Raum vertreten, in den hinein dieser Kongress sicher auch in starker Weise wirken wird. Sie haben gemeinsam gebetet, gesungen und in Vorträgen und Erzählungen aus ihrem Leben versucht, das Geheimnis der Eucharistie tiefer zu ergründen und ihre Bedeutung für das tägliche Leben zu erkennen", erzählte Bischof Hofmann.

Der Würzburger Hirte zeigte sich beeindruckt von der Präsenz des katholischen Glaubens: "Wie ich es selten zuvor erlebt habe, war dieser Kongress in der Millionenstadt Cebu auf Straßen und Plätzen die ganze Woche hindurch präsent. Zu den großen öffentlichen Messen sind Hunderttausende Menschen gekommen. Eine eucharistische Prozession wurde von Tausenden Schülern mit Lichtern gesäumt."

Inzwischen hat Papst bekanntgegeben, dass der nächste Eucharistische Weltkongress im Jahr 2020 in Budapest, der Hauptstadt Ungarns stattfinden werde.