Heute vor sieben Jahren wurde Pater Pierluigi Macalli entführt

Christen in Niger beten für den entführten Priester, dessen Schicksal weiter ungewiss ist - In manchen Kirchen wird Ostern aus Sicherheitsgründen tagsüber gefeiert

Marsch für Pater Pierluigi Macalli (undatiert)
Foto: Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA)
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Auf den Tag genau sieben Jahre nach seiner Entführung ist das Schicksal von Pater Pierluigi Macalli weiter ungewiss. Der Ordenspriester wurde am 17. April 2012 in der Republik Niger entführt.

"Wir alle hatten auf eine schnelle Freilassung von Pater Pierluigi Macalli gehofft. Stattdessen wurde ein weiterer Priester entführt, der aus Burkina Faso stammende Pfarrer Joël".

Das sagte Pater Vito Girotto von der Gesellschaft der Afrikamissionen laut einer Meldung des Pressediensts der Päpstlichen Missionswerke. Man habe nun verstanden, dass die Sicherheitslage "zunehmend komplizierter und undurchschaubarer" sei.

Er habe den Glauben an das Gebet für die Freilassung der Mitbrüder und anderer entführter Menschen nicht verloren, so Girotto weiter, "darunter vor allem gemäßigte Muslime".

"Wir sehen die Zeichen der Hoffnung in unseren christlichen Gemeinden, wo an Ostern Dutzende, wenn nicht sogar zu Hunderten von Katechumenen getauft werden", so der Ordenspriester weiter.

Allein in Makalondi würden 150 Menschen zu Christen getauft.

"In dieser Gemeinde, die ich im Geiste begleite, wird die Osternacht bei Tageslicht gefeiert, da in der Nacht eine Ausgangssperre gilt, aber die Freude, die Auferstehung des Herrn mit der Taufe zu feiern, wird groß sein. Und dies wird zeigen, dass die Erlösung von Angst und Tod auch in dieser Zeit großer Unsicherheit möglich".

Man lege zwar die Sicherheit in die Hände Gottes, doch seien die Christen auch wachsam und achteten auf Nachrichten über Ereignissen und mögliche Übergriffe auf Missionen. Diese würden rasch weitergeleitet, damit alle informiert sind.

"Unsicherheit", fügt der Priester hinzu, "erzeugt Angst, selbst bei den Priestern, die sich entschieden haben, vor Ort bleiben und sich fest im Glauben vom Mut der Zeugen inspirieren lassen, die ihr Leben gegeben haben, um ihre Mission nicht im Stich zu lassen".

In Afrika habe es in den letzten Jahrzehnten viele Opfer im Namen des Islams verübter Gewalt gegeben, unter Muslimen wie Christen, darunter die seligen Märtyrer von Thibirine in Algerien. 

"Mein Wunsch ist es", so Pater Girotto, "dass wir die Freude an der Christusnachfolge trotz der Schwierigkeiten auf dem manchmal verzweifelten Lebensweg wiederentdecken und niemals diejenigen vergessen, denen es schlechter geht als uns".

"Am Mittwoch in der Karwoche, wenn es am 17. April sieben Monate her ist, seit Pater Gigi entführt wurde, den wir den Gebeten aller Gläubigen anvertrauen, damit es auch für ihn, für Pater. Joël und die anderen, ein Osterfest der Befreiung geben möge. Wir bitten Gott um ein Osterfest der Befreiung von Traurigkeit, Misstrauen, Pessimismus und falschen Gewissheiten".

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