Neue Kapelle in Chile nach Plänen von Star-Architekt Antonio Gaudi

Skizze der Kapelle Unserer Lieben Frau von den Engeln in Rancagua, Chile.
Foto: Gaudí Corporation of Triana Chile // Antonio Gaudí. Mit freundlicher Genehmigung: Verein für die Seligsprechung von Antoni Gaudí

Pläne des genialen Architekten Antonio Gaudi sind die Grundlage für eine neue Kapelle in Chile, die Unserer Lieben Frau von den Engeln gewidmet ist. Das Projekt könnte dieses Jahr wieder aufgegriffen werden – rund 95 Jahre nach seinem Tod.

Sollte die Kapelle gebaut werden, wäre sie das einzige architektonische Werk des großen spanischen Meisters außerhalb seines Heimatlandes. Die Kapelle war ursprünglich als Teil von Gaudis berühmtem, unvollendetem Meisterwerk, der Basilika La Sagrada Familia in Barcelona, vorgesehen. Sie wurde jedoch nie hinzugefügt.

Stattdessen schickte der Architekt die Entwürfe auf Anfrage der Stadt Rancagua, einer Stadt 50 Meilen südlich von Santiago mit heute über 230.000 Einwohnern, in die Neue Welt.

Die Gaudi de Triana Gesellschaft wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, die Kapelle zu bauen.

Beatriz Valenzuela, die leitende Sekretärin der Gesellschaft, sagte, es gebe "hoffnungsvolle Nachrichten" über den Baufortschritt der Kapelle, der sich mehrfach verzögert hatte. Nach dem Scheitern des öffentlichen Ausschreibungsverfahrens zur Vergabe des Bauauftrags im Jahr 2018 wurde das Projekt auf Eis gelegt. Im Jahr 2020 nahm die Gaudi de Triana Gesellschaft jedoch die Gespräche mit der Nationalen Behörde für Architektur des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten wieder auf, was dem Projekt neuen Schwung verlieh.

Im Februar dann verkündete Raúl Irarrázabal, der Nationale Direktor für Architektur, die Reaktivierung des Bauprojekts.

Das Projekt befindet sich in der administrativen Phase zur Bewertung seiner sozialen und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Der Ausschreibungsprozess könnte wieder anlaufen.

"Wir hoffen, dass der politische Wille, der vorhanden sein muss, gezeigt wird, um mit dem Ausschreibungsprozess fortzufahren, in dem Verständnis, dass wir ein enormes historisches und spirituelles Erbe von Antonio Gaudi in Chile und auf dem amerikanischen Kontinent haben", sagte Valenzuela.

Antonio Gaudi i Conet wurde am 25. Juni 1852 in Reus in der spanischen Region Katalonien geboren. Bekannt als "der Architekt Gottes", war er der Schöpfer einer neuen Art von Architektur, die auf geschwungenen Linien basiert. Er experimentierte ständig mit Strukturen und neuen Formen.

Er war auch für seine christliche Frömmigkeit und Askese bekannt.

Der Bau der Basilika La Sagrada Familia begann in den 1880er-Jahren, ist aber aus verschiedenen Gründen immer noch nicht abgeschlossen. Sie ist Gaudis Meisterwerk. Um sie zu bauen, verzichtete er auf sein Gehalt und seine Honorare als Architekt. Er ging sogar so weit, persönlich zu betteln.

Gaudi starb am 10. Juni 1926 im Alter von 73 Jahren in Barcelona an Verletzungen, die er sich bei einem Unfall mit einer Straßenbahn zugezogen hatte. Sein Heiligsprechungsprozess wurde im Jahr 2003 eröffnet.

Papst Benedikt XVI. weihte die unvollendete Basilika 2010 ein und beschrieb sie als "eine in Stein gemeißelte Hymne des Lobes an Gott." Die Planer hoffen, den Bau im Jahr 2026, hundert Jahre nach dem Tod Gaudis, zu beenden.

Am 25. März veranstaltete die Gaudi de Triana Gesellschaft zusammen mit dem chilenischen Architektenkolleg und der Vereinigung der chilenischen Architektenbüros eine internationale Konferenz. Thema der Konferenz war der Bau von La Sagrada Familia.

Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten Jordi Faulí, der Leiter des Technischen Büros der Basilika, sowie der stellvertretende Architekt des Büros, David Puig.

Beide hielten einen Vortrag über die Architektur und Bedeutung der Kirche, ihre architektonischen Grundlagen und das Bauprogramm. Sie sprachen über die Herausforderungen der Kirchenschiffe der Basilika, die Kuppel der Sakristei und die hoch aufragenden Türme, die Jesus Christus, den Evangelisten und der Jungfrau Maria gewidmet sind. Sie besprachen auch die Himmelfahrtskapelle der Basilika und die Glorienfassade.

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