Papst Franziskus ruft zum Kampf gegen säkulare Ideologien auf

Papst Franziskus bei der Feier der Göttlichen Liturgie in Blasendorf (Rumänien) am 2. Juni 2019
Foto: Vatican Media
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Auf dem "Feld der Freiheit" in Blasendorf hat Papst Franziskus am heutigen Sonntag die Aufnahme sieben neuer Seliger in der Kirche gefeiert. Der Terror der Kommunisten mag weitgehend besiegt sein: Doch der Terror gottloser Ideologie erhebt auch heute wieder sein Haupt und will die Menschen "kolonisieren", so die Warnung des Papstes am 2. Juni 2019.

Christen müssen auch heute wieder gegen die aufkommenden Ideologien kämpfen, so wie die neuen Seligen es taten, rief Papst Franziskus seine Zuhörer auf.

Dabei handelt es sich um Blutzeugen, deren Namen wenige Katholiken kennen werden, obwohl unter ihnen ein Kardinal ist, und ihr Leiden und Sterben noch in die jüngste Gegenwart fällt: Kardinal Iuliu Hossu sowie die griechisch-katholischen Bischöfe Valeriu Traian FreniuAlexandru RusuIoan BalanIoan SuciuTitu Liviu Chinezu und Vasile Aftenie.

Gelitten und als Märtyrer gestorben sind sie in Rumänien, wo unter den dem Regime der atheistischen Kommunisten von 1948 bis 1970 die Christen im Land massiv bedrängt, unterdrückt und verfolgt wurden.

Besonders die griechisch-katholischen Christen mussten leiden: Ihre Kirche wurde mit der orthodoxen "zwangsvereint", viele Kirchen und Gebäude wurden enteignet.

"Dieses Land kennt nur zu gut das Leid der Menschen, wenn der Einfluss der Ideologie oder eines Regimes stärker als das Leben ist und als Norm dem Leben selbst und dem Glauben der Menschen übergeordnet wird", so Franziskus in Blasendorf, das auf Rumänisch Blaj heißt.

Dieses dunkle Kapitel der rumänischen Geschichte ist nicht lange her. Angesichts der "höflichen Verfolgung" von Christen im Westen etwa oder der Situation in Nordkorea, der eskalierenden Lage für Christen wie Muslime in China ist es von brennender Aktualität.

"Auch heutzutage tauchen wieder neue Ideologien auf, die auf subtile Weise Macht gewinnen und unsere Mitbürger von ihren reichen kulturellen und religiösen Überlieferungen entfremden wollen", warnte der Papst.

"Das ist eine ideologische Kolonisation, die den Wert der menschlichen Person, des Lebens, der Ehe und der Familie verachtet. Sie schadet mit ihren entfremdenden Lebensentwürfen, die genauso atheistisch sind wie eh und je, vor allem unseren Jugendlichen und Kindern".

Die neuen Seligen seien ein Vorbild dafür, wie Christen auch heute für die Wahrheit einstehen müssen, so der Papst.

Kardinal Iuliu Hossu stellte sich gegen die totalitären Machthaber, als diese 1945 versuchten, die rumänische griechisch-katholische Kirche von Rom zu trennen. Noch im gleichen Jahr wurde er von den Kommunisten verhaftet und eingesperrt. Von 1950 bis 1955 wurde er als politischer Gefangener im Gefängnis von Sighet festgehalten.

Er verbrachte den Rest seines Lebens unter Hausarrest und starb 1970. Ein Jahr zuvor, 1969, machte ihn Papst Paul VI. zu einem Kardinal in pectore. Das heißt buchstäblich "im Herzen" - mit anderen Worten: Die Ernennung wird zunächst geheimgehalten. Im Fall von Kardinal Hossu wurde sie erst nach seinem Tod im Jahr 1970 öffentlich bekannt.

Auch die Schicksale der anderen Märtyrer und Seligen erschüttern. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Bischof Vasile Aftenie wurde am 10. Mai 1950 im Gefängnis des Innenministeriums erschossen. Bischof Valeriu Traian Frentiu wurde am 28. Oktober 1948 verhaftet und kam erst in ein Lager und dann in Isolationshaft. Am 11. Juli 1952 starb er an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Er wurde noch in der Nacht ohne Sarg in einem Massengrab beerdigt.

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