Papst Franziskus weiht in bewegender Feier im Vatikan zwei neue Bischöfe

Darunter sein ehemaliger Zeremonienmeister Monsignore Guido Marini

Bischofsweihe von Monsignore Marini und Monsignore Ferrada
Foto: Vatican Media
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Papst Franziskus stand am gestrigen Sonntag, dem 17. Oktober, einer bewegenden Bischofsweihe im Petersdom vor. Er weihte Monsignore Guido Marini und Monsignore Andrés Gabriel Ferrada Moreira zu neuen Bischöfen für die Kirche.

Monsignore Marini ist vielen bekannt, da er seit 2007 als Zeremonienmeister an der Seite des Papstes seinen Dienst versah. Nun wurde er zum Bischof von Tortona ernannt.

Monsignore Andrés Gabriel Ferrada Moreira ist der neue Sekretär der Kongregation für den Klerus und stammt aus Chile.

Die heilige Messe, in der die beiden Bischöfe geweiht wurden, war außerdem die erste öffentliche Feier des neuen Zeremonienmeisters, Monsignore Diego Ravelli. Monsignore Ravelli war zuvor, seit dem Jahr 2013, Leiter der Apostolischen Almosenverwaltung gewesen und hatte auch bereits als Hilfszeremoniar gewirkt.

Zu Beginn der Zeremonie bat der Präfekt der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, den Heiligen Vater um die Bischofsweihe: „Die heilige katholische Kirche bittet um die Bischofsweihe von Guido Marini und Andrés Gabriel Ferrada Moreira“ und der Papst antwortete: "Sehr gerne" ("molto volentieri" auf Italienisch), worauf die Versammlung erwiderte "Dank sei Gott".
Nach dem Wortgottesdienst folgte die Predigt des Papstes.

Der Heilige Vater erinnerte an die Wichtigkeit des Gebets und der Verkündigung des Evangeliums im bischöflichen Dienst. Er ermutigte die Weihekandidaten immer Gott nahe zu sein, sowie den Priestern und dem heiligen Volk, das Gott treu ist.

Der Papst lud ein, darüber nachzudenken, dass sie "unter den Menschen für die Menschen auserwählt wurden. Sie wurden nicht für sich selbst, sondern für die anderen eingesetzt, in den Dingen, die Gott betreffen."
Der Name “Episkopat” (Bischofsamt) beziehe sich auf einen Dienst, so der Papst. "Es gibt kein wahres Episkopat ohne Dienst, es ist kein Ehrenname... denn es steht dem Bischof mehr zu, zu dienen als zu herrschen, gemäß dem Gebot des Meisters: ´Der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste und der Führende soll werden wie der Dienende´(vgl. Lk 22,26)."

"Dienen, und mit diesem Dienst werdet ihr eure Berufung bewahren und echte Hirten im Dienen sein, nicht in Ehre, in Autorität, in Macht. Nein! Dienen, immer dienen", betonte der Papst.

Mit den Worten des heiligen Paulus forderte der Papst die zukünftigen Bischöfe auf: "Verkündet das Wort, tretet dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weist zurecht, tadelt, ermahnt, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung (vgl. 2 Tim 4,2)."

"Studiert weiter. Und durch das Gebet und die Darbringung des Opfers für euer Volk, schöpft aus der Fülle der Heiligkeit Christi den mannigfachen Reichtum der göttlichen Gnade" so weiter der Papst. 

"Ihr werdet Hüter des Glaubens, des Dienstes, der Liebe in der Kirche sein. Und dazu muss man ´nahe´sein. Denkt daran, dass die Nähe die ureigenste Spur Gottes ist. Er selbst sagt es zu seinem Volk im Buch Deuteronomium: Welche große Nation hat Götter, die ihr so nah sind, wie ich dir nahe bin (vgl. Dt 4,7). Nähe, die Mitleid und Zärtlichkeit ist" erklärte der Heilige Vater.

Deshalb bat er auch: "Bitte, lasst diese Nähe nicht. Rückt immer nahe zum Volk, nahe zu Gott, nahe zu euren Brüdern im Bischofsamt, nahe zu den Priestern. Das sind die vier ´Nähen´ des Bischofs."
"Der Bischof ist ein Mensch, der Gott nahe ist im Gebet. Manchmal könnte jemand sagen: ´Ich habe so viel zu tun, ich kann nicht beten.´ Halte an. Als die Apostel die Diakone ´erfunden´ haben, was sagt da Petrus? Wir - die Bischöfen - wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben (vgl. Apg 6,4)" betonte der Papst.

Ritus der Bischofsweihe

Nach der Predigt stand der Heilige Vater dem Ritus der Bischofsweihe vor. Auf Befragung und Versprechen der beiden Kandidaten folgte die (gesungene) Allerheiligenlitanei, während Monsignore Marini und Monsignore Ferrada ausgestreckt auf dem Boden lagen. Es folgte die Auflegung der Hände, die Anrufung zum Heiligen Geist "Veni Creator", die Salbung mit Chrisam und die Überreichung der bischöflichen Zeichen: Evangelienbuch, Ring, Hirtenstab und Mitra.

Danach nahm Papst Franziskus die sogenannte "Inthronisation" als Zeichen der Inbesitznahme der "Kathedra" (des Bischofssitzes) vor. Die neuen Bischöfe nahmen, bekleidet mit Mitra und Hirtenstab, an der Seite des Hauptaltares Platz und winkten dem Heiligen Vater lächelnd zu.

Einer der bewegendsten Momente der Bischofsweihe war der Friedensgruß und die Glückwünsche des Papstes an die beiden Neugeweihten. Insbesondere bei Monsignore Marini, der das gesamte Pontifikat über Zeremonienmeister gewesen war und die liturgischen Feiern - auch auf den internationalen apostolischen Reisen – organisiert hatte. Emotional war auch die Umarmung zwischen Monsignore Marini und Monsignore Diego Ravelli, der ihm als Zeremonienmeister nachfolgt.

Am Ende der von vielen Kardinälen, Bischöfen und Priestern konzelebrierten Eucharistiefeier, dankte Monsignore Marini dem Papst – auch im Namen von Monsignore Ferrada - in einer tief empfundenen Rede. Er dankte für die Bischofsweihe und betonte den Wunsch, Hirten zu sein. Er dankte auch seiner Familie für das Geschenk des Lebens und richtete ein Dankgebet an Gott und die allerseligste Jungfrau Maria.

Am Ende grüßten die neugeweihten Bischöfe ihre Familien und segneten sie. Beim Verlassen des Petersdoms durch den Mittelgang segneten sie alle Anwesenden, während der Chor das Te Deum anstimmte.

Der Vatikan gab keine Zahlen hinsichtlich der anwesenden Gläubigen bekannt, die gemäß den Coronaregeln eine Maske trugen und in Abstand zueinander saßen.

Biographische Daten zu den neuen Bischöfen

Monsignore Guido Marini wurde am 31. 1965 in Genua (Italien) geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums trat er in das Priesterseminar von Genua ein und schloss dort sein Theologiestudium ab.

Am 4. Februar 1989 wurde er zum Priester geweiht. Seine akademische Ausbildung beendete er mit dem Doktortitel utroque iure (also in Zivilrecht und Kirchenrecht) an der Päpstlichen Lateranuniversität, sowie mit einem Bachelor in Kommunikationspsychologie an der Päpstlichen Universität Salesiana im Jahr 2007.
Er war persönliche Sekretär von drei Erzbischöfen Genuas: Kardinal Giovanni Canestri (in den Jahren 1988 bis 1995), Kardinal Dionigi Tettamanzi (1995-2002) und Kardinal Tarcisio Bertone (2002-2003).

Es folgten verschiedenen Aufgaben in der Diözese Genua als Zeremonienmeister, Leiter der dözesanen Abteilung für Schule und Bildung, Mitglied im diözesanenPriesterrat, Kanzler der erzbischöflichen Kurie, Sekretär im Bischofsrat, Professor für Kirchenrecht, Domkapitular der Kathedrale San Lorenzo, Dekan des Domkapitels und Spiritual im Priesterseminar.

Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 29. September zum 2007 zum Ehrenprälaten Seiner Heiligkeit und am 1. Oktober 2007 schließlich zum Zeremoniar der liturgischen Feiern des Papstes.

Papst Franziskus bestätigte ihn als Zeremonienmeister und ernannte ihn zudem 2019 zum Verantwortlichen der Cappella Musicale Pontificia Sistina (Päpstlicher Chor der Sixtinischen Kapelle).

Im akademischen Jahr 2018-2019 war er Gastprofessor für Päpstliche Liturgie am Päpstlichen Athenaeum Sant´Anselmo.

Bischof Andrés Gabriel Ferrada Moreira wurde am 10. Juni 1969 in Santiago de Chile geboren. Am 3. Juli 1999 wurde er zum Priester geweiht und in der Erzdiözese Santiago de Chile inkardiniert.

2006 promovierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana zum Doktor der Theologie. Im Anschluss hatte er verschiedene pastorale Aufgaben in seiner Diözese inne, unter anderem als Studienpräfekt am Päpstlichen Priesterseminar Seminario Mayor de los santos Angeles custodios in Santiago de Chile. Von 2018 an war er Mitarbeiter in der Kongregation für den Klerus. Am 8. September 2021 ernannte ihn Papst Franziskus zum Sekretär der Kleruskongregation und (mit Wirkung zum 1. Oktober) zum Titularerzbischof von Tiburnia.

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