Papst Franziskus führt neuen Dienst des Katecheten ein

Lichtstrahl im Petersdom
Foto: Alexander Naumann / Pixabay (CC0)

Papst Franziskus hat den Dienst des Katecheten eingeführt. Die Gottesdienstkongregation werde „in Kürze den Ritus der Beauftragung für den laikalen Dienst des Katecheten veröffentlichen“, so der Papst in seinem auf den 10. Mai datierten Motuproprio Antiquum ministerium, das heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Der Heilige Vater stellte den Dienst des Katecheten auf eine Stufe mit jenen von Lektor und Akolyth – einstmals zwei der sogenannten niederen Weihen (Weihestufen auf dem Weg zum Priestertum), die von Papst Paul VI. abgeschafft und durch von Laien übernommene Dienste ersetzt wurden. Die Übernahme „eines laikalen Dienstes wie den des Katecheten“, betonte Franziskus, hebe „den für jeden Getauften charakteristischen missionarischen Einsatz“ hervor. „Dieser hat jedoch in vollständig laiengemäßer (säkularer) Form stattzufinden, ohne irgendeiner Ausdrucksweise der Klerikalisierung zu verfallen.“

Inhaltlich erklärte der Papst, es handle sich „um einen dauerhaften Dienst an der Ortskirche entsprechend der vom Ortsordinarius erkannten pastoralen Erfordernisse, der aber auf laikale Weise durchgeführt wird, wie es das Wesen dieses Dienstes erfordert“. Es sei gut, „wenn Männer und Frauen mit einem tiefen Glauben und menschlicher Reife zu diesem Katechetendienst berufen werden. Sie sollen am Leben der christlichen Gemeinde aktiv teilnehmen, die Menschen annehmen können, großherzig und fähig zu geschwisterlicher Gemeinschaft sein. Sie sollen die gebührende biblische, theologische, pastorale und pädagogische Ausbildung erhalten, um aufmerksame Kommunikatoren der Glaubenswahrheiten zu sein, und sie sollen bereits eine vorhergehende Erfahrung in der Katechese haben.“

Zudem werde erwartet, „dass sie treue Mitarbeiter der Priester und Diakone sind, bereit, ihren Dienst dort auszuüben, wo es notwendig ist, und beseelt von wahrem apostolischen Eifer“. Einzelheiten zur Ausbildung von Katecheten seien von den Bischofskonferenzen festzulegen.

Papst Franziskus verwies auf das Zweite Vatikanische Konzil, das „mit erneuertem Bewusstsein“ die Wichtigkeit des Mitwirkens von Laien bei der Evangelisierung unterstrichen habe. „Ebenso verdient die Schar der Katechisten Anerkennung, Männer wie Frauen, die so große Verdienste um das Werk der Heidenmission haben“, hieß es im Dekret Ad gentes zur Missionstätigkeit der Kirche. „Erfüllt von apostolischer Gesinnung, leisten sie mit vielen Mühen ihren einzigartigen und unersetzlichen Beitrag zur Verbreitung des Glaubens und der Kirche. Das Amt der Katechisten hat in unseren Tagen, da es für die Glaubensunterweisung solcher Massen und den Seelsorgedienst nur wenige Kleriker gibt, allergrößte Bedeutung […].“

In der Folge habe es ein beständiges Interesse „der Päpste, der Bischofssynode, der Bischofskonferenzen und der einzelnen Hirten“ gegeben, „die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte eine bemerkenswerte Erneuerung der Katechese bewirkt haben. Der Katechismus der Katholischen Kirche, das Apostolische Schreiben Catechesi tradendae, das Allgemeine Katechetische Direktorium, das Allgemeine Direktorium für die Katechese und das kürzlich veröffentlichte Direktorium für die Katechese sind zusammen mit den vielen nationalen, regionalen und diözesanen Katechismen ein Ausdruck der zentralen Bedeutung der katechetischen Unterweisung, die Unterricht, Aus- und Weiterbildung der Gläubigen stark in den Vordergrund rückt.“

In einem historischen Abriss arbeitete Papst Franziskus zudem die biblische Grundlegung der katechetischen Unterweisung heraus. „Es herrscht unter den Theologen Einvernehmen darüber, dass die ersten Beispiele bereits in den Schriften des Neuen Testaments zu finden sind“, so Franziskus. Im ersten Korintherbrief heißt es beispielsweise: „So hat Gott in der Kirche die einen erstens als Apostel eingesetzt, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Machttaten zu wirken, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede. Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Machttaten zu wirken? Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle übersetzen? Strebt aber nach den höheren Gnadengaben! Dazu zeige ich euch einen überragenden Weg […].“

Außerdem zeige die „Geschichte der Evangelisierung der vergangenen zwei Jahrtausende“ eindeutig, „wie wichtig die Sendung der Katecheten war. Bischöfe, Priester und Diakone haben gemeinsam mit vielen Männern und Frauen des geweihten Lebens ihr Leben der katechetischen Unterweisung gewidmet, damit der Glaube eine tragfähige Stütze für das persönliche Leben jedes Menschen sei.“

Doch auch Laien spielten stets eine Rolle, erklärte der Papst: „Man darf die unzählbare Menge von Laien nicht vergessen, die durch die katechetische Unterweisung unmittelbar an der Verbreitung des Evangeliums mitgewirkt haben. Männer und Frauen, die beseelt von einem tiefen Glauben und als authentische Zeugen der Heiligkeit in einigen Fällen auch Gemeinden gegründet und sogar ihr Leben hingegeben haben. Zahlreiche fähige, standhafte Katecheten leiten auch in unseren Tagen in verschiedenen Regionen der Welt Gemeinden und üben bei der Weitergabe und der Vertiefung des Glaubens eine unersetzliche Mission aus.“

Bei der Vorstellung des Motu proprio in Rom sagte Erzbischof Rino Fisichella, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, im Hinblick auf die Einführung eines Dienstes des Katecheten: „Es ist unsere Hoffnung, dass auf diese Weise der Prozess der Evangelisierung seinen fruchtbaren Weg der Inkulturation in den verschiedenen örtlichen Wirklichkeiten fortsetzt und dass die Millionen von Katechetinnen und Katecheten, die täglich ihr Leben diesem so alten und doch immer neuen Dienst widmen, ihre Berufung für eine engagierte Erneuerung des katechetischen Prozesses zum Wohl der Kirche und der neuen Generationen wiederentdecken.“

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