Polens Parlament erklärt 2021 zum Jahr Kardinal Stefan Wyszyńskis

Kardinal Stefan Wyszyński mit Kardinal Karol Wojtyła, dem späteren Papst Johannes Paul II.
Foto: Adam Bujak/Biały Kruk.

Das polnische Parlament hat das Jahr 2021 zum Jahr des Kardinals Stefan Wyszyński erklärt, zu Ehren des Kirchenmannes, der half, das Christentum unter der kommunistischen Herrschaft zu bewahren und zu stärken.

Beschlüsse beider Kammern des Parlaments - Sejm (Unterhaus) und Senat (Oberhaus) - würdigten die Leistungen des Kardinals, der die polnische Kirche auf dem Höhepunkt der kommunistischen Unterdrückung führte und bald seliggesprochen werden soll.

Die Beschlüsse wurden mit überwältigender Mehrheit angenommen. 

In der Resolution des Sejm heißt es: "In seiner priesterlichen Tätigkeit hat der Primas des Jahrtausends auf die dem Menschen innewohnende Würde geachtet, die die Quelle aller seiner Rechte ist."

Wyszyński ist als "Primas des Jahrtausends" bekannt, weil er als Primas von Polen ein neunjähriges Vorbereitungsprogramm beaufsichtigte, das in einer landesweiten Feier des Jahrtausends der Taufe Polens im Jahr 1966 gipfelte.e.

Die Sejm-Resolution lobte den Kardinal auch für sein entschiedenes Eintreten für die Unabhängigkeit der Kirche im Kommunismus. Sie spielte auf seinen Brief an Polens kommunistischen Führer Bolesław Bierut aus dem Jahr 1953 an, in dem er sich weigerte, die Kirche den Behörden unterzuordnen und erklärte: "Non possumus!" (Wir können nicht). Wyszyński wurde noch im selben Jahr inhaftiert.

"Als tiefgläubiger Mann mit Liebe zur Kirche und zum Vaterland suchte er das Einvernehmen mit den Behörden. Als jedoch die Handlungen der Behörden der Volksrepublik Polen die Rechte der Kirche und der Gläubigen bedrohten, hörten sie das entschlossene 'Non possumus!' Der Primas von Polen wurde inhaftiert. Er wurde zum Symbol einer unerschütterlichen Haltung des Widerstands gegen das Böse", heißt es in der Resolution, die vom 27. November datiert und mit 387 zu 48 Stimmen bei 16 Enthaltungen verabschiedet wurde.

In seiner Resolution bezeichnete der Senat Wyszyński als "einen der größten Polen des 20. Jahrhunderts".

"Es ist unmöglich, die Verdienste und die Rolle, die Primas Stefan Wyszyński in diesen Jahren für Polen und die Kirche gespielt hat, genau zu beschreiben. Er und Johannes Paul II. waren zusammen die großen Lehrer der Nation und unterstützten die Polen in den schwierigsten Momenten der Geschichte unseres Heimatlandes", heißt es in der Resolution, die vom 2. Dezember datiert und mit 77 zu drei Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen wurde.

Weiter heißt es: "Er wachte mit außergewöhnlicher Sorgfalt über das Schicksal der polnischen Kirche in den dunkelsten Jahren des Stalinismus. Für seine unerschütterliche Haltung gegenüber den kommunistischen Behörden, für seinen Widerstand gegen die Zerstörung des sozialen und kirchlichen Lebens - ausgedrückt durch den berühmten Satz 'Non possumus!' - wurde er für mehrere Jahre inhaftiert."

In diesem Jahr jährt sich Wyszyńskis Geburt zum 120. Mal und sein Todestag zum 40. Mal.

Vor dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich in der Sozial- und Bildungsarbeit der christlichen Gewerkschaften und organisierte den katholischen Verband der Arbeiterjugend.

Während des Krieges wurde er Mitglied der polnischen Widerstandsbewegung im Untergrund und diente als Kaplan in einem Krankenhaus für Aufständische in Laski, in der Nähe von Warschau.

Im Jahr 1946 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Bischof von Lublin und zwei Jahre später zum Erzbischof von Gniezno und Warschau.

Wyszyński diente als Primas von Polen bis zu seinem Tod in Warschau am 28. Mai 1981, Monate nach der Gründung der Gewerkschaft Solidarność, die 1989 zum Zusammenbruch des polnischen Kommunismus führen sollte.

Sein Seligsprechungsprozess wurde 1989 eröffnet. Am 3. Oktober 2019 gab der Vatikan die Anerkennung eines Wunders bekannt, das der Fürsprache des Kardinals zugeschrieben wird.

Das Wunder betraf die Heilung einer 19-jährigen Frau von Schilddrüsenkrebs im Jahr 1989. Nachdem die junge Frau die unheilbare Diagnose erhalten hatte, begann eine Gruppe polnischer Nonnen, auf die Fürsprache des Kardinals hin für ihre Heilung zu beten.

Die Seligsprechung sollte am 7. Juni 2020 in Warschau stattfinden. Doch Ende April wurde die Zeremonie wegen der Coronavirus-Pandemie auf ein unbestimmtes Datum verschoben.

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