Rita von Cascia, eine heilige Ehe- und Ordensfrau

Hl. Rita von Cascia (mit Stirnwunde)
Foto: Wikimedia Commons (gemeinfrei)

Es ist eher selten der Fall, dass eine heilige Frau sowohl heilige Ehefrau als auch heilige Ordensfrau war. Rita von Cascia vereinte beide Stände in ihrem Leben, das sie im 14. und 15. Jahrhundert in Umbrien verbrachte.

"Als Rita in der Welt lebte, hatte sie ein tugendhaftes, heiligmäßiges Leben geführt, doch als sie ins Kloster eintrat und eine Braut Christi wurde, erwarb sie neue Tugenden hinzu und verbreitete um sich den Duft, den Paulus als 'Wohlgeruch Christi' bezeichnet hatte", schreibt denn auch P. José Sicardo OSA in einer soeben von Media Maria verlegten deutschen Übersetzung seiner Rita-Biografie.

Schon früh hatte Rita beschlossen, ihr Leben ganz Gott zu weihen. Doch sie beugte sich dem Willen der frommen Eltern, die ihr einziges Kind gerne in eine ehelichen Verbindung gesehen hätten – auch deshalb, damit sie ihnen im Alter helfen könnte.

So heiratet Rita, doch ihr Ehemann entpuppt sich als schwieriger Charakter, der sich von Wut und anderen Leidenschaften beherrschen lässt. Rita begegnet diesen Hindernissen mit Demut und Geduld – sie "übte eine tiefe, heilsame Wirkung auf ihren Ehemann aus".

Nach einer langen Zeit bekehrte sich ihr Ehemann und führte ein wahrhaft katholisches Leben. Wegen alter Feindschaften wird er dann jedoch ermordet.

Die beiden gemeinsamen Söhne tragen sich später mit Rachegedanken, was Rita dazu veranlasst, Gott zu bitten, "entweder das Begehren ihrer Söhne zu ändern oder ihr Leben nicht länger zu schonen. Gott erhörte ihr Gebet. Innerhalb eines Jahres starben ihre beiden Söhne, wohlvorbereitet auf den Tod."

Damit ist der Weg frei für das Ordensleben, denn auch die Eltern waren inzwischen gestorben. Rita tritt den Augustinerinnen bei und übt sich weiterhin in einem Gott wohlgefälligen Leben. Eines Tages schenkt er ihr die Gnade einer Dornenwunde an der Stirn, um die Rita ihn gebeten hatte, um sich so mit dem Leiden des Herrn zu vereinen.

Die heilige Frau starb am 22. Mai 1447.

Im Jahr 1900 sprach Papst Leo XIII. sie heilig. Im Heilisprechungsdekret heißt es, "die Tugenden, die Rita Gott besonders wohlgefällig machten, waren ihre Nächstenliebe und ihre Liebe zu Jesus Christus, dem Gekreuzigten. Diese beiden Tugenden enthalten die ganze Weisheit des Christentums."

Das Buch "Hl. Rita von Cascia" eignet sich mit seinen kurzen Kapiteln von drei bis vier Seiten gut für einen Tagesimpuls, um selbst ein heiligmäßiges Leben zu führen und in der Liebe zu Gott zu wachsen. Einige Gebete runden das Werk ab.

P. José Sicardo OSA, "Hl. Rita von Cascia. Helferin in größter Not", ist bei Media Maria erschienen und hat 144 Seiten.

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