Beten vor dem Wettkampf: Diese olympischen Überflieger sind praktizierende Katholiken

Katie Ledecky (links) und Simone Biles
Foto: Paul Morigi und Mike Coppola/beide Getty Images
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An diesen beiden Namen kommt keiner vorbei, der die Spiele in Rio mitverfolgt: Simone Biles und Katie Ledecky. 

Die 19 Jahre alte Turnerin Biles, die auch in Wettkämpfen mit ihrem herzlichen Lächeln und überschäumender Fröhlichkeit antritt, wo andere mit konzentriertem Gesicht und zusammengepressten Lippen kämpfen, ist der große Medaillenfavorit im US-Kader der Turner. 

Der Teenager aus Texas ist vierfacher US-Meister und die erste weibliche Turnerin in der Geschichte, die dreimal hintereinander den Weltmeistertitel im Mehrkampf gewann. In Rio bekommt die Welt auch "The Biles" zu sehen: Ein nach ihr benanntes Element im Turnen, das aus mehreren Sprüngen besteht.

Hinter diesen umwerfenden Leistungen und der fröhlichen Persönlichkeit steckt ein starkes Familienleben und Glaubensleben, dass Biles (buchstäblich) trägt.

In einem Interview mit dem "US Magazine" zeigte Biles, was sie alles in ihrer Turntasche mit sich trägt: Ein Wasserflasche, Haarklammern, Kopfhörer und einen Regenschirm mit Gepard-Muster – sowie einen weißen Rosenkranz.

"Meine Mama, Nellie, hat mir den Rosenkranz in der Kirche besorgt", sagte die Athletin im Interview. "Ich bete damit nicht vor einem Wettkampf. Da bete ich ganz normal, zu mir selber, aber er ist da, wenn ich ihn brauche."

Biles wurde von ihren Großeltern adoptiert, Ron und Nellie Biles. Ihrer drogensüchtigen Mutter fiel es sehr schwer, sich um sie und ihre Geschwister zu kümmern. 

Seit der Adoption nennt Simone ihre Großeltern "Mama und Papa". Sie geht jeden Sonntag in die heilige Messe, und zündet oft eine Kerze für den heiligen Sebastian an, dem Schutzpatron der Sportler, vor allem vor großen Wettkämpfen, berichtet Olympic.org. 

Bereits Gold gewonnen hat bei den Spiele in Rio die Schwimmerin Katie Ledecky. Die 19-Jährige neunfache Weltmeisterin ist eine der überragendsten Sportlerinnen der Gegenwart. In London holte sie 2012 – gerade mal 15 Jahre alt – Gold über die 800 Meter Strecke im Freistil. 

Die junge Frau aus Bethesda im Bundesstaat Maryland hat keine besonderen physiologischen Vorteile. Sie ist 1.80 Meter groß – unter Profi-Schwimmern eher klein – und ihre Hände und Füße sind normal groß. Das lakonische Urteil des U.S. Olympic Training Center nach einer eingehenden Untersuchung? Kathleen Genevieve Ledecky sie "bemerkenswert unbemerkenswert". 

Bemerkenswert an Katie Ledecky ist ihr innerer Antrieb. Eine junge Frau, die freundlich und geradezu sanft auftritt außerhalb des Pools – bei Wettkämpfen im Wasser aber mit einer "Aggression und einer Art Wut" antritt. Ihr Schwimmstil ähnelt dem "galoppierenden" Rhythmus, den männliche Schwimmer wie Michael Phelps verwenden. Und ihre Trainer bescheinigen ihr, "hart wie Stahl und zäh wie Leder" um ihr Ziel zu kämpfen, die beste zu sein. 

"Sie ist die mit Abstand beste Athletin der Welt heute", so der auf Leistungsphysiologie spezialisierte Forscher und Anästhesist Michael J. Joyner in einem Artikel der "Washington Post". "Sie dominiert mit weitem Vorsprung im internationalen Sport, um ein oder zwei Prozent. Wenn [ein Läufer] ein 10.000 Meter Rennen mit einem vergleichbaren Abstand gewinnen würde, hätten sie 100 Meter Vorsprung vor dem zweiten. In der Tour de France wären ein oder zwei Prozent, gerechnet auf etwa 80 Stunden Radrennen, ein Vorsprung von 30 oder 40 Minuten. Es ist absolut bemerkenswert."

Wie die Turnerin Biles hat die Schwimmerin Ledecky Weltrekorde aufgestellt. Derzeit ist sie Weltmeisterin über 400 Meter, 800 Meter und 1500 Meter Freistil. Rekorde hält sie auch über vergleichbare Yard-Distanzen. 

Und wie bei Simone Biles steht der katholische Glaube im Mittelpunkt. 

"Mein katholischer Glaube ist mir sehr wichtig. Das war er schon immer und wird es auch immer sein. Er macht aus, wer ich bin und ich fühle mich wohl, meinen Glauben zu praktizieren. Es hilft mir, die Dinge in Perspektive zu halten", sagte Ledecky kürzlich in einem Interview mit dem "Catholic Standard". 

Sie bestätigte auch, dass sie vor jedem Wettkampf ein "Gegrüßet seist Du, Maria" betet.

"Ich spreche ein – oder zwei – Gebete vor jedem Rennen. Das Ave Maria ist ein schönes Gebet und es schenkt mir Ruhe", sagte sie dem "Catholic Standard". 

Nachdem sie vor vier Jahren zum ersten Mal eine Goldmedaille gewonnen hatte, besuchte Katie Ledecky das Kloster ihrer Grundschule, um den Nonnen für ihre jahrelange Unterstützung zu danken und mit den Schwestern zu feiern. 

Die Rektorin ihrer ebenfalls katholischen High School sagte der katholischen Webseite Crux, dass Ledecky "einfach so sehr in ihrem Glauben ruht, und unterstützt wird von ihrer wirklich liebevollen Familie und Gemeinde. Sie ist eine erstaunliche junge Frau, die zufälligerweise auch schwimmt."

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