"Sie hat uns vergeben, während wir sie niederstachen": Mörderinnen von Schwester Mainetti

Schwester Maria Laura Mainetti
Foto: Diözese Como
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Die drei Mädchen die vor 20 Jahren Schwester Maria Laura Mainetti töteten, bezeugten nach der Bluttat, dass die 60-jährige Ordensschwester ihnen sagte, sie vergebe ihnen – während sie Mainetti in einem satanischen Ritual töteten.

"Die Schwester schrie auf. Sie sagte, sie würde uns nicht anzeigen. Dass sie uns vergibt", sagten Milena De Giambattista, Ambra Gianasso und Veronica Pietrobelli der Polizei, als sie gestanden, die Frau erstochen zu haben.

Papst Franziskus hat im Juni die Ordensfrau zu einer Märtyrerin der Katholischen Kirche erklärt.  Sie wird am 6. Juni 2021, dem 21. Jahrestag ihrer Ermordung, seliggesprochen werden.

Die 60-jährige Schwester der Gemeinschaft der Töchter des Kreuzes wurde im Jahr 2000 von drei Mädchen im Teenageralter erstochen. Bevor sie starb, sprach sie Worte der Vergebung für ihre Mörder.

Die Mädchen kannten die Ordensschwester, weil sie ihnen den Katechismus beigebracht hatte. Sie lockten sie in einen Park in der lombardischen Stadt Chiavenna(deutsch: Kleven), indem sie behaupteten, eine von ihnen müsse mit ihr reden, weil sie durch eine Vergewaltung schwanger geworden sei und eine Abtreibung erwäge.

Die drei Mädchen sagten ursprünglich, der Mord sei "ein Spiel" gewesen, gaben aber später zu, die Frau der Kirche in einem dämonischen Ritual hingerichtet zu haben

Am Abend des 6. Juni 2000 zwangen die drei Mädchen Mainetti am Abend des 6. Juni 2000 im Park in die Knie und beschimpften sie dabei. Ein Mädchen schlug die Schwester mit einem Ziegelstein, ein anderes stieß ihren Kopf wiederholt gegen eine Wand.

Abwechselnd stachen sie 19 Mal mit einem Küchenmesser auf Mainetti ein. Sie hatten laut italienischen Medienberichten beabsichtigt, 18 Mal auf sie einzustechen – jeweils sechs Mal, um so auf die Zahl 666 zu kommen.

Schwester Mainetti betete während des gesamten Angriffs und bat Gott, den Mädchen ihre Taten zu vergeben. Mehreren Berichten über ihren Tod zufolge waren ihre letzten Worte "Herr, vergib ihnen".

Mainetti war die Oberin des Klosters der Kreuzschwestern in Chiavenna, das sich der Hilfe jugendlicher Straftäter widmete. Die Mädchen, die Mainetti töteten, hatten jedoch keinerlei Vorgeschichte von Verbrechen oder Gewalt.

Die Mörder gestanden, dass sie ursprünglich geplant hatten, den Pfarrer zu töten, aber beschlossen, dass sich dies aufgrund seiner Körpergröße als zu schwierig erweisen würde. Die Ermittler sagten, dass die Notizbücher der Mädchen mit satanischen Schriften gefüllt waren und dass sie einige Monate zuvor einen Blutschwur geleistet hatten.

Die Mörder sind inzwischen aus dem Gefängnis entlassen worden und haben Familien gegründet - sie haben ihre Namen geändert und sind in große italienische Städte gezogen, berichtete der "Corriere della Serra".

Ihr Opfer wurde am 20. August 1939 als Teresina Elsa Mainetti in Colico geboren. Sie war das jüngste von zehn Kindern; ihre Mutter starb im Kindbett. Im Alter von 18 Jahren trat sie in die Kongregation der Kreuzschwestern ein.

Die Katholikin widmete ihr Leben den Kindern, Jugendlichen und Familien in den Städten Vasto, Rom und Parma, bevor sie 1984 nach Chiavenna zog.

Mainetti war in ihrer Kleinstadt bekannt für ihr soziales und karitatives Engagement für bedürftige Jugendliche und arme Menschen.

Im April 2008 lobte Papst Benedikt XVI. die Blutzeugin, die, wie er sagte, "mit einer totalen Selbsthingabe ihr Leben opferte, während sie für diejenigen betete, die sie angriffen".

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