Siebzehn Tage, um den zukünftigen Seligen Carlo Acutis zu verehren

Erstmals seit seinem Tod wird das Grab des ehrwürdigen Carlo Acutis vom 1. bis 17. Oktober zur Verehrung zugänglich sein

Carlo Acutis, der am kommendne 10. Oktober seliggesprochen wird
Foto: Santuario della Spogliazione

In sieben Tagen ist es soweit: "Zum ersten Mal seit seinem Tod am 15. Oktober 2006 wird das Grab des ehrwürdigen Carlo Acutis vom 1. bis 17.Oktober für die Verehrung zugänglich sein - anlässlich seiner Seligsprechung, die am 10. Oktober um 16.30 Uhr in der Oberkirche der Basilika San Francesco stattfinden wird."

Dies teilte die Kirche Santa Maria Maggiore, in der der Leib des zukünftigen Seligen ruht, am 22. September mit. Diese Kirche wird, in Erinnerung an die Geste des heiligen Franziskus, der sich vor dem Bischof seiner Kleider entledigte, auch Santuario della Spogliazione (Heiligtum der Entkleidung) genannt.

Carlo Acutis wurde am 3. Mai 1991 in London (England) geboren, wo seine Familie aus beruflichen Gründen lebte. Jahre später zogen sie nach Mailand (Italien).

Im Alter von sieben Jahren feierte er seine Erstkommunion und von diesem Moment an war sein Leben von einer tiefen Liebe zur Eucharistie geprägt, die er als seine "Autobahn zum Himmel" betrachtete.

Er besuchte jeden Tag die heilige Messe und betete den Rosenkranz, motiviert durch seine Hingabe an die Jungfrau Maria, die er als seine Vertraute betrachtete. Er gab Kindern Katechismusunterricht und half den Bedürftigen.

Sein intensives spirituelles Leben führte ihn dazu, etwas zu erfinden, das einige als "Kit zum Heiligwerden" bezeichneten. Dieser "Bausatz" bestehend aus der heiligen Messe, der heiligen Kommunion, dem Rosenkranz, der täglichen Lektüre der Bibel, der Beichte und dem Dienst an den anderen.

Acutis entwickelte ein besonderes Talent für Informatik und wurde von Erwachsenen, die ihn kannten, als Genie betrachtet. Er erstellte virtuelle Ausstellungen zu Glaubensthemen wie den eucharistischen Wundern auf der ganzen Welt. Damals war er 14 Jahre alt.

Als er entdeckte, dass er Leukämie hatte, opferte Carlo seine Leiden für den Papst und für die katholische Kirche auf. Er starb am 12. Oktober 2006, dem Fest der Virgen del Pilar, im Alter von nur 15 Jahren.

Laut Angaben der italienischen Website Famiglia Cristiana hatte der junge Mann, noch bevor er wusste, dass er krank war, ein Video aufgenommen, in dem er erklärte, dass er im Falle seines Todes gerne in Assisi begraben werden würde. 2016 wurde sein Leib dann vom dortigen Friedhof in die Kirche Santa Maria Maggiore überführt. 

Am 5. Juli 2018 unterzeichnete Papst Franziskus das Dekret zur Anerkennung der heroischen Tugenden von Carlo Acutis. Dies war ein wichtiget Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung.

Es bedeutete dass die Kirche anerkennt, dass der Diener Gottes die theologischen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe auf herausragende Weise gelebt hat.

Der nächste Schritt bestand darin, darauf zu warten, dass der Heilige Stuhl ein Wunder auf die Fürsprache von Carlo Acutis anerkennt. Papst Franziskus hat die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen am 21.02.2020 autorisiert, das entsprechende Dekret zu erlassen. Es handelte sich um die Heilung eines brasilianischen Kindes.

"Dieser Junge, der von Mailand aus Assisi als Lieblingsort erwählt hatte, hat – auch indem er den Spuren des heiligen Franziskus folgte - verstanden, dass im Zentrum von allem Gott stehen muss", so der Bischof von Assisi, Domenico Sorrentino, in der Mitteilung, die diesen besonderen Zeitraum der Verehrung ankündigt. 

"´Alle werden als Originale geboren, viele sterben als Fotokopie´ sagte Carlo in Bezug auf die Tendenz der jungen Menschen, sich anzupassen, die eigenen Talente nicht fruchten zu lassen, sie nicht in den Dienst der anderen zu stellen."

"Mehr denn je, so der Bischof weiter, sind wir der Überzeugung, dass das Beispiel Carlos, der ein brillanter Internaut war und der es liebte den Letzen, den Armen, den Außenseitern zu helfen, einen Triebkraft entfesseln für einen neuen Schwung der Evangelisierung entfesseln kann und auch für die Entstehung eines sozialen und wirtschaftlichen Modells, das fähig ist, die Menschen wertzuschätzen und die Ungleichheiten zu verringern - für eine gerechtere und solidarischre Gesellschaft."

Deshalb haben wir uns, zusammen mit der Familie Acutis, den Franziskanern und der Gemeinde, unter Berücksichtigung der Einschränkungen aufgrund von Covid, dafür entschieden, dass die Verehrung des Leibes sich nicht nur auf den Tag der Seligsprechung konzentrieren, sondern 17 Tage lang möglich sein soll. In diesen Tagen wird das Grab des jungen Carlo geöffnet sein, so dass viele Gläubige auch den Leib des Seligen sehen können."

"Ein paar Plätze sind noch frei: Ab sofort ist es möglich, sich auf der Website www.assisisantuariospogliazione.com anzumelden, während bei den anderen Programmpunkten, die im Folgenden angeführt werden, freier Eintritt besteht, so lange Platz ist", erklären die Organisatoren. Es gibt auf jeden Fall Großbildschirme, um an dem großen Ereignis teilzunehmen.

Das Programm ist reichhaltig: Am Donnerstag, den 1. Oktober, wird nach der heiligen Messe um 11.30 Uhr das Grab geöffnet. Am folgenden 2. Oktober werden die beiden Ausstellungen, die Carlo selbst erstellt hat, eröffnet. Jene über die "Eucharistischen Wunder" in der Kathedrale San Rufino, jene über die "Marienerscheinungen" in der Basilika Santa Maria deglia Angeli.

Am Abend folgt eine Online-Veranstaltung für junge Menschen mit dem Titel: "Du Glücklicher (Wortspiel mit dem Wort "beato", das sowohl glücklich als auch selig bedeutet): in der Schule des Glücks mit Carlo Acutis", das vom der regionalen Jugendpastoral vorbereitet wurde. Am Samstag, den 3. Oktober, werden die Bischöfe der Bischofskonferenz der Region Marken den Leib Carlo Acutis´ verehren.

Für den 5. Oktober ist ein Moment mit Zeugnissen und Erinnerungen mit der Mutter Carlos, Antonia Salzano, und mit einigen Freunden von Carlo aus Assisi geplant. Moderiert wird dieser Programmpunkt von Pater Enzo Fortunato, dem Leiter des Pressebüros des Konvents von San Francesco. Am 6. Oktober um 17.00 Uhr wird der Vatikanist der Tageszeitung La Repubblica, Paolo Rodari, Bischof Sorrentino interviewen. Dieser Moment trägt den Titel: "Francesco e Carlo. Zwei junge Menschen im Vergleich."

Am Nachmittag des 8. Oktober präsentiert Safiria Leccese, Journalistin von Mediaset, ihr Buch "La ricchezza del bene" (Der Reichtum des Guten).

Am 9. Oktober, dem Tag vor der Seligsprechung, wird in Santa Maria degli Angeli eine Gebetsvigil stattfinden, im Beisein des Weihbischofs von Mailand, Paolo Martinelli und des Vorsitzenden der umbrischen Bischofskonferenz, Renato Boccardo. Die Gebetswache wird vom der diözesanen Jugendpastoral gestaltet. Anlässlich der Seligsprechung wird ganz Assisi zu einer "eucharistischen Stadt" mit Momenten der Anbetung in verschiedenen Kirchen des historischen Stadtzentrums.

Der Feier der Seligsprechung am Samstag, den 10. Oktober, wird Kardinal Angelo Becciu, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, vorstehen.

Am Sonntag, den 11. Oktober wird der Generalminister der Kapuziner, Pater Roberto Genuin, im Santuario della Spogliazione eine heilige Messe feiern, während am 12. Oktober – dem zukünftigen liturgischen Gedenktag des seligen Carlo Acutis – der Bischof von Assisi, Sorrentino, um 18.00 Uhr die Eucharistie feiern wird.

Am 13. Oktober finden zwei Veranstaltungen statt: morgens eine Betrachtung zum Thema "Eucharistie und Krankheit - wenn das Leid leuchtet" und am Abend um 18.00 Uhr eine heilige Messe mit Boccardo. Am 16. Oktober folgt im Saal San Francesco ein Symposium mit dem Titel: "Carlo Acutis und die digital economy", an dem Pater Paolo Benanti, Professor an der Päpstlichen Univeristät Gregoriana, Luca Tomassini, Gründer des digitalen Dinestleistungsunternehmens Vetrya und die Politikerin Giovanna Melandri, Stiftunspräsidentin des Museums für zeitgenössische Kunst (MAXXI) in Rom teilnehmen

Dieser besondere Zeitraum der Verehrung des jungen Seligen endet am 17. Oktober um 10.30 Uhr mit einer heiligen Messe im Heiligtum, erneut unter Vorsitz des Diözesanbischofs Sorrentino und mit Teilnahme aller Vertreter der Diözese. Am Ende der heiligen Messe wird das Grab des Seligen wieder geschlossen.

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