Überraschender Papstbesuch der Slowakei ist ein "historischer Moment", sagt Botschafter

Papst Franziskus am Eingang des Fliegers bei der Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate am 3. Februar 2019
Foto: Vatican Media
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Die Reise von Papst Franziskus in die Slowakei an diesem Sonntag wird laut dem Botschafter des Landes beim Heiligen Stuhl "ein historischer Moment" sein.

Botschafter Marek Lisanský, der das Amt seit 2018 innehat, sagte gegenüber CNA, die Entscheidung des Papstes, das mitteleuropäische Land mit 5,5 Millionen Einwohnern zu besuchen, sei überraschend.

Aber er sagte, es sei "sicherlich ein historischer Moment für die Slowakei".

"Es zeigt die kontinuierliche Unterstützung von Papst Franziskus und die große Aufmerksamkeit, die er dem kulturellen und spirituellen Dialog widmet", meinte er.

Papst Franziskus hatte am 4. Juli offiziell angekündigt, dass er Ungarn und die Slowakei besuchen wolle. 

Der Papst wird Budapest am 12. September für ein paar Stunden besuchen, und dabei die Abschlussmesse des 52. Internationalen Eucharistischen Kongresses in der ungarischen Hauptstadt feiern, um noch am gleichen Tag weiterzureisen.

Vom 12. bis 15. September besucht Franziskus die slowakischen Städte Preßburg (Bratislava), Eperies (Prešov), Kaschau (Košice) und Maria Schoßberg (Šaštin).

Am ersten Tag wird Franziskus an einer ökumenischen Veranstaltung mit christlichen Würdenträgern teilnehmen und sich privat mit einer Gruppe von Jesuiten treffen.

Der zweite Tag des Papstes in Bratislava ist Treffen mit politischen Autoritäten, katholischen Bischöfen und Geistlichen sowie der jüdischen Gemeinde gewidmet.

Danach fliegt Franziskus in den östlichen Teil des Landes. In Prešov wird er eine Göttliche Liturgie im byzantinischen Ritus feiern, und in Košice wird er sich mit der örtlichen Roma-Gemeinschaft treffen. Der Tag endet mit einer Begegnung mit jungen Menschen im Stadion von Košice.

Lisanský betonte, dass alle Stationen des Papstes sinnvoll seien.

Der Botschafter sagte, dass die Beziehungen zwischen dem Vatikan und der Slowakei sich auf Solidarität und Brüderlichkeit konzentrierten, da "die Menschheit vor einer sehr komplizierten Zeit steht, einer Zeit der globalen Pandemie, einer Zeit großer sozialer, Sicherheits- und Umweltkrisen".

Er hob "das Konzept der 'universellen Brüderlichkeit' und der Solidarität der Menschheit als einzigen Weg der Rettung für eine kranke Welt" hervor.

"Dies ist die wesentliche These von Papst Franziskus: 'Niemand wird allein gerettet.' Deshalb wird Papst Franziskus die internationale Gemeinschaft erneut dazu aufrufen, der leidenden Bevölkerung zu helfen", sagte er.

Die Slowakei war während des Kalten Krieges unter kommunistischer Herrschaft und bildete den östlichen Teil der Tschechoslowakei. Während der "Nacht der Barbaren" im Jahr 1950 zerstörte das kommunistische Regime 76 Klöster. Im selben Jahr wurde auf einer Pseudo-Synode in Prešov die slowakische griechisch-katholische Kirche abgeschafft, die erst nach dem Prager Frühling 1968 wieder auferstand.

Lisanský sagte: "Die Geschichte der katholischen Kirche in der Slowakei ist auch die Geschichte der Verfolgung während des kommunistischen Systems. Mehr als 40 Jahre lang war die Kirche einer der gefährlichsten Feinde des kommunistischen Regimes und Gegenstand von Verfolgung und Gewalt."

"Bischöfe, Priester, Mönche und Nonnen wurden verhaftet, zu Gefängnisstrafen verurteilt oder von der Geheimpolizei verfolgt."

"Aber Märtyrer - wie die seligen griechisch-katholischen Bischöfe Pavol Peter Gojdič und Michal Buzalka, der selige Titus Zeman oder Sr. Zdenka Schelingová - sind wahre Zeugen des Glaubens im 20. Jahrhundert. Sie haben bewiesen und bezeugt, dass Gewalt nicht gegen die Wahrheit gewinnen kann."

Nach Aussage des Botschafters spielte die Untergrundkirche unter der Leitung des Bischofs (und späteren Kardinals) Ján Chryzostom Korec eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig hielt die Unterstützung des Heiligen Stuhls - die unter dem polnischen Papst Johannes Paul II. sogar noch zunahm - das Christentum im Lande lebendig.

Lisanský wies auch auf die "außergewöhnliche Mission" des Päpstlichen Slowakischen Instituts und Kollegs der Heiligen Kyrill und Method in Rom hin, das 1963 gegründet wurde und den slowakischen Katholiken während des Kommunismus als Bollwerk diente.

Er lobte auch die Rolle des slowakischen Kardinals Jozef Tomko, des emeritierten Präfekten der vatikanischen Kongregation für die Evangelisierung der Völker, der mit seinen 97 Jahren der älteste lebende Kardinal der Welt ist.

Dies wird der erste Papstbesuch in der Slowakei seit 25 Jahren sein. Johannes Paul II., der letzte Papst, der das Land besuchte, reiste dreimal dorthin: 1990, 1995 und 2003.

"Papst Franziskus kommt zu uns, um zu inspirieren, um die junge Generation zu inspirieren, um eine Gesellschaft zu vereinen, die seit mehr als einem Jahr von einer pandemischen Krise gezeichnet ist, die Angst in alle Bereiche des Lebens gebracht hat, um die Gesellschaft zu ermutigen, die mehr denn je geistige Unterstützung und Einheit braucht", sagte Lisanský.

"Der Heilige Vater kommt, um uns zu befähigen, uns immer für das Gute und nicht nur für ein einzelnes Partikularinteresse zu entscheiden, um Solidarität, Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt zu fördern."

 

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.