Venezuela: Bischöfe verurteilen die Tötung von 12 jungen Menschen durch die Regierung

Eine Nation unter Druck: Venezuelas Bevölkerung leidet unter anderem an den Folgen einer durch galoppierende Inflation eskalierenden Armut und Hunger.
Foto: Nicolas Raymond via Flickr (CC BY 2.0)
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Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Venezolanischen Bischofskonferenz (CEV) hat  den Mord an 12 jungen Menschen verurteilt, deren Leichen in einem Massengrab in Barlovento gefunden wurden, einem Ort im Staat Miranda.

Die Ermordeten sind Opfer der sogenannten "Operaciones para la Liberación y Protección del Pueblo" (OLP - "Aktionen zur Befreiung und zum Schutz des Volkes") geworden, die aus Polizei und Regierungsvertretern zusammengesetzt ist.

Am 28. November wurden die Leichname der 12 Jugendlichen gefunden, die seit dem 15. Oktober als vermisst galten. Zuvor waren sie von Mitgliedern der OLP festgenommen worden.

Die OLP wurde im Juli 2015 geschaffen. Sie soll Präsident Nicolás Maduro zufolge Verbrechen bekämpfen.

Die NRO für Menschenrechte PROVEA berichtet, dass die OLP seit ihrem Bestehen an mehr als 750 Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren beteiligt gewesen sei.

In einer am 6. Dezember veröffentlichten Erklärung drückte die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Bischofskonferenz ihren "tiefen Schmerz angesichts dieser Ereignisse in Barlovento" aus und bezeichnete sie als "strafbare Handlungen als Folge der sogenannten Operaciones para la liberación y Protección del Pueblo (OLP)". 

Die Bischöfe verurteilen die "wahllose" Art und Weise in der die "Operationen" durchgeführt werden, in denen "die Autoritäten des Staates ihrer Pflicht, den Verletzungen der Menschenrechte vorzubeugen, nicht nachkomme", welche im "gesamten nationalen Territorium" begangen würden. 

Des weiteren kritisierten sie "die hochmütige und taube Haltung der Autoritäten des Staates, der sich "weigert, sich an die internationale Gesetzgebung zu halten", sowie an die Empfehlungen der NROs "zur Achtung und Garantie" aller Menschenrechte. Sie verurteilten die "kriegerische, aggressive und diskriminierende Sprache", die die Leugnung der Menschenwürde rechtfertigt und "eine permanente Ausübung von Gewalt als Mittel zur Lösung der Probleme, der Gesellschaft legitimiert."

Daher forderten sie die Regierung auf, "die gesetzlichen und halbgesetzlichen Normen effektiv zur Geltung zu bringen, die die Interamerikanische Konvention zum erzwungenen Verschwindenlassen von Personen und die Internationale Konvention zum Schutz aller Menschen vor gewaltsamem Verschwindenlassen darlegen."

Ebenso ermutigten sie die Katholiken und alle Menschen guten Willens "Verteidiger und Schützer des menschlichen Lebens in all seinen Stadien zu sein, an Aktionen die das Lebensrecht verletzen weder teilzunehmen noch mitzuwirken und so ihre Pflichten als Christen und Bürger, die den Frieden aufbauen und für ihn arbeiten, erfüllen"; auch sollen sie jede Art von Sprachgebrauch  ablehnen der "die Gewalt und die Kultur des Todes für rechtmäßig erklärt."

Am Ende sprachen sie ihre Solidarität aus "für die Angehörigen der 12 getöteten Jugendlichen, für die wir Gott inständig bitten, dass er ihnen Kraft und Trost schenke in diesen Momenten der Trauer und dass er eine baldige und wirksame Gerechtigkeit herbeiführe, die keinen Raum für Straffreiheit lasse."

Die Staatsanwaltschaft informierte ihrerseits am 7. Dezember, dass sie Major Luis Eduardo Romero Arcia und Oberst Daniel Contreras Primera, beide dem bolivianischen Militär angehörig, wegen mutmaßlicher Verantwortung bei der Folter und anschließenden Tötung der 12 Personen anklagen werde.

Mit diesen beiden wären es dann insgesamt schon 12 Angehörige der Streitkräfte, die an diesen Mord beteiligt gewesen wären.

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