"Verbrechen gegen christliche Frauen und Mädchen weltweit gestiegen"

Christin aus Äthiopien.
Foto: Ismael Martinez Sanchez/Kirche in Not

Anlässlich des Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen am 26. Dezember weist das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) auf die hohe Zahl christlicher Frauen auf der ganzen Welt hin, die Opfer religiöser Verfolgung werden. „In Ländern mit starken islamistischen Gruppierungen werden bereits seit Jahrzehnten christliche Frauen und Mädchen sowie Frauen anderer religiöser Minderheiten verschleppt, zwangsverheiratet, zur Konversion gezwungen, versklavt, ausgebeutet und missbraucht“, erklärte Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland.

Anzeichen für steigende Gewalt gegen christliche Frauen und Mädchen

So seien etwa in Nigeria lokalen Untersuchungen der „Christian Association of Nigeria“ zufolge 95 Prozent der von Islamisten entführten Frauen Christinnen. Erschütternde Berichte erreichten „Kirche in Not“ auch aus Ägypten, Mosambik, Pakistan oder dem Nahen Osten, sagte Ripka. „Es gibt viele Anhaltspunkte, dass Verbrechen gegen christliche Frauen und Mädchen durch den Vormarsch islamistischer Fanatiker weltweit gestiegen sind. Dennoch wird das Thema öffentlich zu wenig beachtet oder verschwiegen – unter anderem aus Angst oder Scham der Betroffenen.“ Auch deute einiges darauf hin, dass die Corona-Krise der Ausbreitung des Terrorismus und der Gewalt gegen Frauen weiteren Nährboden geboten habe.

„Hört ihre Schreie“: Neue Studie angekündigt

Zeugnisse von verschleppten und misshandelten Christinnen sowie eigene Recherchen hat „Kirche in Not“ in einer Studie zusammengetragen, die am 19. Januar auf Deutsch erscheint. Sie trägt den Titel „Hört ihre Schreie. Entführung, Zwangskonversion und sexuelle Ausbeutung christlicher Frauen und Mädchen“. Damit wolle das Hilfswerk eine gesellschaftliche Debatte anstoßen, betonte Ripka: „Wir begrüßen, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag einmal mehr betont hat, Frauen vor Hasskriminalität schützen zu wollen. Das muss weltweit gelten, und es muss auch für Christinnen gelten.“

In einigen der betroffenen Länder gebe es bereits Entwicklungen, Zwangsheiraten zu verhindern und Täter härter zu bestrafen. Das gelte zum Beispiel für Nigeria oder Pakistan. „Diese Bemühungen gilt es im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zu stärken. Dazu braucht es auch eine verlässliche Faktengrundlage. Zu dieser wollen wir mit unserem Bericht beitragen“, sagte Ripka. Auch innerhalb der Kirche erfordere das Thema mehr Aufmerksamkeit: „Hört die Schreie der ausgebeuteten christlichen Frauen, steht ihnen bei und betet für sie! Dazu kann der Gebetstag am Zweiten Weihnachtstag ein Auftakt sein.“

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