Wie die Bischöfe des Südsudan versuchen, Frieden zu stiften

Bishop Eduardo Kussala von Tombura-Yambio.
Foto: Joel Friedline / CNA Deutsch
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Frieden im Südsudan ist möglich – aber der Weg dorthin bedarf großer Geduld und auch der Demut: Das hat der Vorsitzende der sudanesischen Bischofskonferenz gegenüber CNA gesagt.

Bischof Eduardo Kussala von Tombura-Yambio sagte, die Konferenz sei dankbar und ermutigt durch das Treffen des Papstes mit den Führern der gegnerischen Gruppen im Südsudan.

"Wir haben versucht, den neuen Schwung aufrecht zu erhalten, weiter hart zu arbeiten und sicherzustellen, dass tatsächlich Frieden in diesem Land gestiftet wird", sagte er CNA.

Im vergangenen Monat trafen sich der südsudanesische Präsident Salva Kiir und der ehemalige Vizepräsident Riek Machar mit dem Papst im Vatikan. Die Vatikanstadt empfing die Oberhäupter des vom Krieg zerrütteten Südsudans für Einkehrtage am 10. bis und April. 

Als der Südsudan 2011 ein unabhängiges Land wurde, begann ein fünfjähriger Bürgerkrieg, der Hunderttausende von Menschen tötete und Millionen weitere vertrieb. Die Kämpfe fanden in erster Linie zwischen den Kiir treuen Kräften und den von Machar geführten Rebellengruppen statt.

Obwohl diese beiden Männer also verantwortlich für den gewaltsamen Tod vieler Menschen sind, habe der Papst beide zum Gebet eingeladen, sagte Kussala. In einer ungewöhnlichen Geste küsste der Papst die Füße der Männer, erinnerte der Bischof und erklärte, er sehe darin "eine starke Botschaft" und eine Ermutigung an die verfeindeten Parteien, "dasselbe für einander und das Volk" zu tun, sagte der Bischof gegenüber CNA.

Kiir und Machar unterzeichneten im September 2018 ein sehr instabiles Friedensabkommen, das die katholischen Bischöfe des Landes scharf kritisierten, wie CNA Deutsch berichtete.

Bischof Kussala mahnte zur Geduld: "Angesichts des jahrzehntelangen Misstrauens, das zwischen diesen verschiedenen Kräften bestanden hat" sei Frieden nicht über Nacht zu schließen.

"Es gibt keine schnelle Lösung für den Frieden."

Der Bischof sagte auch, dass die Diözese Tombura-Yambio an den Bemühungen um Frieden und Versöhnung beteiligt ist. Es bedürfe der lokalen Lösung vor Ort.

Die Diözese habe sich deshalb kürzlich mit anderen kirchlichen Gruppen zusammengeschlossen, um 10.000 junge Männer aus dem Buschland, in dem sie gekämpft hatten, herauszuholen und durch gezielte Integrationsversuche auf Versöhnung und Vergebung vorzubereiten, so Bischof Kussala weiter.

Kussala betonte den spirituellen Aspekt des Friedensprozesses. Er sagte, es sei wichtig, sich mit den "Augen des Glaubens" zu sehen.

"[Wir müssen] glauben, dass wir alle gleich sind, wir sind Kinder Gottes. Wir müssen einander vergeben, das ist unsere starke Waffe", sagte er.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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