Der Kreuzweg: 4. Station – Jesus begegnet seiner tiefbetrübten Mutter

Zum Lesen, Mitbeten, Nachdenken: CNA Deutsch veröffentlicht täglich eine Station des Kreuzwegs

An der Friedhofsmauer des Campo Santo Teutonico sind die 14 Stationen des Kreuzwegs auf Kacheln gemalt zu sehen.
Foto: Paul Badde / EWTN.TV
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05 March, 2018 / 3:00 PM

Den Kreuzweg zu beten ist einer der ältesten Andachtsübungen der Christenheit. Dabei gehen Beter die 14 Stationen der "Schmerzreichen Straße" (Via Dolorosa) in Jerusalem betend und gedanklich mit Jesus verbunden, hinauf nach Golgota, wo sich sein Leidensweg in aller Brutalität am Kreuz vollendet.

In der Zeitschrift "Theologisches" (Juli/August 2014) erschien ein Aufsatz von Dr. med. Ewa Kucharska mit dem Titel "Der Kreuzestod Jesu unter medizinischen Gesichtspunkten". Darin beleuchtet die Direktorin des Medizinzentrums "Vadimed" am Collegium Medicum der Jagiellonen-Universität von Krakau Jesu Tod anhand der neuesten medizinischen Erkenntnisse. Sie lässt dabei Fachleute aus verschiedensten medizinischen Fachrichtungen zu Wort kommen, die manchmal ihre Forschungen anhand tatsächlicher Geschehnisse begründen oder verifizieren.

Der Autor dieses Beitrages veröffentlicht hier, mit der Erlaubnis des Herausgebers von "Theologisches", Prof. Dr. Manfred Hauke, in weiten Teilen Ausschnitte aus dem Aufsatz von Dr. Kucharska.

+ Kreuzweg - 4. Station - Jesus begegnet seiner tiefbetrübten Mutter.

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.

Die Kreuzigung selbst hat den Tod noch nicht verursacht. In den meisten Fällen waren Erstickung, Erschöpfung, Entwässerung und posttraumatische Ausblutung direkte Todesursachen des Verurteilten. Nach der Kreuzigung hatte der Verurteilte meist gestreckte Beine, damit man die Füße an das Kreuz nageln konnte. Nach einigen Stunden konnten die Beinmuskeln das Körpergewicht nicht mehr tragen. Das Zwerchfell war gedrückt und der Verurteilte begann zu ersticken. Dies konnte bis zu mehreren Stunden dauern.

Die Todesursache konnte eine Ausblutung wegen der Nägel sein. Manchmal wurde an der Säule in Höhe der Füße des Verurteilten eine Stütze befestigt, damit er relativ frei atmen konnte. Die Exekution wurde beschleunigt, wenn Beine gebrochen wurden, was die Einatmung behinderte. In den römischen Zeiten wurde ein niedriges Kreuz in T-Form, bestehend aus einer Säule mit einer Höhe von 1,8 - 2,4 m und einem Querbalken mit einer Länge von 1,5 - 1,8 m bevorzugt. Das ganze Kreuz wog ca. 140 kg; daher konnte der Verurteilte die ganze Konstruktion nicht tragen; deshalb trug er nur den Querbalken mit einem Gewicht von 37-54 kg, platziert am Hals zwischen den daran gebundenen Schultern. Der Verurteilte wurde folgendermaßen zur Kreuzigung geführt: Einer trug ein Schild mit dem Namen und dem Vergehen des Verurteilten. Am Folterort wurde der Balken an der Säule verzapft und mit zusätzlichen Seilen befestigt. Um den Todeskampf zu verlängern, wurde manchmal im mittleren Teil der Säule ein nicht behauener Klotz oder ein Brett befestigt.

Gott, bei Deinem Leiden durchdrang nach der Weissagung Simeons ein Schmerzensschwert die liebreichste Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria: Verleihe gnädig, dass wir durch die fromme Verehrung ihrer Leiden die segensreichen Wirkungen Deines Leidens erlangen. Amen.

Vater unser.

Die nächste Station des Kreuzwegs erscheint morgen. Eine Übersicht aller Stationen – und mehr zum Thema Kreuzweg – finden Sie hier. 

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