Was feiert die Kirche am Fest Mariä Himmelfahrt?

Mariä Himmelfahrt
Foto: Wikimedia Commons / gemeinfrei
14 August, 2022 / 9:00 AM

Katholiken glauben, dass die Gottesmutter in den Himmel aufgenommen wurde – aber was bedeutet das? Hier sind fünf Schlüssel für ein besseres Verständnis dieser Glaubenswahrheit, die am 15. August gefeiert wird.

Man muss wissen, was ein Dogma ist

Ein Dogma ist eine absolute, endgültige, unfehlbare, unwiderrufliche und unanfechtbare Glaubenswahrheit, die von Gott durch die Heilige Schrift oder die Heilige Tradition offenbart wurde. Einmal verkündet, kann sie weder durch den Papst noch durch eine konziliare Entscheidung aufgehoben oder bestritten werden.

Damit eine Wahrheit zum Dogma wird, muss sie den Gläubigen von der katholischen Kirche direkt als Teil ihres Glaubens und ihrer Lehre vorgeschlagen werden, und zwar durch eine feierliche und unfehlbare Definition durch das Oberste Lehramt der Kirche.

"Aufnahme" bedeutet nicht dasselbe wie "Himmelfahrt"

Nach der Tradition und Theologie der katholischen Kirche wird an Mariä Himmelfahrt (Assumptio) gefeiert, dass der Leib und die Seele der Gottesmutter am Ende ihres irdischen Lebens verherrlicht und in den Himmel aufgenommen wurden. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Himmelfahrt (Ascensio), die sich auf Jesus Christus bezieht. Im Deutschen wird also zwar dasselbe Wort verwendet, aber der Inhalt ist ein jeweils anderer.

Die Auferstehung des Leibes soll am Ende der Zeit stattfinden, aber im Fall der Jungfrau Maria wurde diese Tatsache durch ein einzigartiges Privileg vorweggenommen.

Das Fest Mariä Himmelfahrt wird auch von der orthodoxen Kirche gefeiert, die es als "Entschlafung" bezeichnet.

Das Dogma wurde vor 71 Jahren von Pius XII. verkündet

Bereits 1849 gingen beim Heiligen Stuhl Petitionen ein, in denen gefordert wurde, die Himmelfahrt der Jungfrau Maria zum Glaubensdogma zu erklären. Es war Papst Pius XII., der am 1. November 1950 die Apostolische Konstitution "Munificentissimus Deus" veröffentlichte, die das Dogma mit diesen Worten verkündete:

Nachdem Wir nun lange und inständig zu Gott gefleht und den Geist der Wahrheit angerufen haben, verkündigen, erklären und definieren Wir zur Verherrlichung des Allmächtigen Gottes, dessen ganz besonderes Wohlwollen über der Jungfrau Maria gewaltet hat, zur Ehre seines Sohnes, des unsterblichen Königs der Ewigkeit, des Siegers über Sünde und Tod, zur Mehrung der Herrlichkeit der erhabenen Gottesmutter, zur Freude und zum Jubel der ganzen Kirche, kraft der Vollmacht Unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und Unserer eigenen Vollmacht: Die unbefleckte, immerwährend jungfräuliche Gottesmutter Maria ist, nachdem sie ihren irdischen Lebenslauf vollendet hatte, mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden.

Mariä Himmelfahrt ist ein Vorgriff auf unsere eigene Auferstehung

Dieses Fest hat einen doppelten Zweck: Marias glückliches Hinscheiden aus diesem Leben und die Aufnahme ihres Leibes in den Himmel. Die Antwort auf die Frage, warum das für Katholiken wichtig ist, findet sich im Katechismus der Katholischen Kirche, wo es heißt (KKK 966): "Die Aufnahme der heiligen Jungfrau ist eine einzigartige Teilhabe an der Auferstehung ihres Sohnes und eine Vorwegnahme der Auferstehung der anderen Christen."

Die Bedeutung von Mariä Himmelfahrt liegt in der Beziehung zwischen der Auferstehung Jesu Christi und der Auferstehung aller Menschen. Die Tatsache, dass Maria bereits mit Leib und Seele im Himmel verherrlicht ist, ist ein Vorgriff auf unsere eigene Auferstehung, denn sie ist ein Mensch wie wir.

Die Gottesmutter hat am Ende ihres irdischen Lebens keine Verwesung des Leibes erfahren

Die Heilige Schrift gibt keine Einzelheiten über die letzten Jahre Marias auf Erden an, wir wissen nur, dass die Gottesmutter von Jesus dem Johannes anvertraut wurde. Als Pius XII. das Dogma der Himmelfahrt Mariens verkündete, wollte er nicht entscheiden, ob die Gottesmutter gestorben und sofort wieder auferstanden ist oder ob sie direkt in den Himmel gekommen ist. Viele Theologen sind der Meinung, dass die Jungfrau starb, um Jesus ähnlicher zu werden, aber andere behaupten, dass der "Transitus Mariens" oder die "Entschlafung", die im Osten seit den ersten Jahrhunderten gefeiert wird, stattgefunden hat.

Beide Positionen stimmen darin überein, dass die Jungfrau Maria aufgrund eines besonderen Privilegs Gottes den Verfall ihres Leibes nicht erlebt hat und in den Himmel aufgenommen wurde, wo sie mit Jesus lebt und in Herrlichkeit regiert.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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