"Wir müssen noch Blumen für Maria pflücken!"

Diese Woche im Blog "Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter": Wie die Gottesmutter über die Generationen hinweg Katholiken zusammenbringt

Kind mit einer gepflückten Blume (Referenzbild)
Foto: Tm Kraaijvanger / Pixabay
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06 May, 2019 / 2:00 PM

"Wir müssen noch Blumen für Maria pflücken!" sagte die Mittlere aufgeregt, als sie morgens ihre Schuhe für die Kita anzog. Sie ging also gemeinsam mit ihrer großen Schwester in den Garten und pflückte einen großen Strauß Wiesenblumen, durfte einige Tulpen abknipsen und fand sogar einige blühende Kräuter, mit denen sie den Strauß zu einem wahren Genuss für Augen und Nase machte.

Beide Mädchen liefen stolz und aufgeregt in Richtung Kindergarten. In ihren Gruppen warteten bereits große hölzerne Marienfiguren, die allesamt das Jesuskind auf dem Arm trugen. Mit sanftem Blick schaute Maria auf die Kinder und schien sich darauf zu freuen, einen geschmückten, blühenden Altar zu bekommen. Andächtig und behutsam legten die Mädchen ihre Blumen vor der Gottesmutter ab und zogen sich erst danach Schuhe und Jacke aus. Sie hatten es nicht abwarten können, ihre Blumen endlich auf den Altar zu bringen.

Einige Tage zuvor im April hatte es eine Marienandacht gegeben, zu der auch die Eltern eingeladen waren. "Maria als Gottesmutter mit einem breiten Schutzmantel" war das Thema.

Eifrig rieten die Kinder beim Rätsel mit: "Ich kenne jemanden, der euch immer in den Arm nimmt, wenn ihr traurig seid, der euch immer zuhört, euch zu Essen gibt, euch hilft, wenn ihr es alleine nicht schafft…!" Nachdem die ersten Zwischenrufe mit der Antwort: "JESUS!" verstummt waren und noch einige weitere Eigenschaften dieser Person ergänzt wurden, war für die Kinder klar: "Meine Mama!"

Genau diese Analogie war es, die den Kindern half, einen Zugang zu Maria zu finden und emotional und gespannt auf die große Mutter Gottes vorne am Altar zu schauen.

Während der Andacht wurde ihr ein großer blauer Mantel umgelegt und schließlich wurde sie gekrönt. Feierlich gingen zwei Kinder nach vorne und setzten ihr die goldene Krone auf, als Zeichen der Auserwählung Gottes und der Mitgliedschaft im Königtum Christi.

Nun gingen die Kinder nach vorne, legten einzeln eine Blume vor Maria, berührten ihren Fuß und wurden vom Diakon gesegnet.

Eine ergreifende Szene, die alle Kinder aus tiefem Herzen zelebrierten. Das "Maria breit den Mantel aus" schmetterten sie dann aus voller Kehle und konnten es kaum abwarten zur Prozession hinter Maria aus der Kirche auszuziehen. Zwei Erzieherinnen trugen die große Figur aus der Kirche auf das Außengelände des Kindergartens, wo dann noch zum Abschluss "Segne du Maria" gesungen wurde.

Wie schön! Die Kinder hatten die Möglichkeit bekommen, sich emotional und inhaltlich mit einer Tradition zu verbinden und gleichzeitig den tiefen Glauben an Gott und in sein Wirken zu spüren.

Nun steht also die große Marienfigur mit Jesus im Eingangsbereich des Kindergartens und begrüßt jeden Morgen die Kinder mit ihren Eltern und erinnert alle daran, wie wertvoll die Mütter für ihre Kinder sind und wie gut es ist, dass Maria sich auf Gott und sein Geschenk eingelassen hat und sich für Jesus geöffnet hat.

1 Segne Du Maria, segne mich Dein Kind.

Dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find!

Segne all mein Denken, segne all mein Tun,

|: Lass in Deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn! :|

 

  1. Segne Du Maria, alle die mir lieb,

Deinen Muttersegen ihnen täglich gib!

Deine Mutterhände breit auf alle aus,

|: Segne alle Herzen, segne jedes Haus! :|

Das Blog "Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter" mit Elisabeth Illig erscheint jeden Montag bei CNA Deutsch. Alle bisherigen Blogposts finden Sie hier im Überblick. 

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Hinweis: Meinungsbeiträge spiegeln die Ansichten der Autoren wider, nicht unbedingt die der Redaktion von CNA Deutsch.