Redaktion, 21 Januar, 2026 / 7:00 AM
Bischof Peter Kohlgraf zufolge ist der katholische Gruß „Der Friede sei mit euch“ ein „Aufruf zur Gewissenserforschung“ und „nicht harmlos“. Der Bischof von Mainz, der auch Präsident von Pax Christi Deutschland ist, predigte am Sonntag anlässlich des Weltfriedenstags in Bingen.
Es gelte, sich zu fragen: „In welchem Maß wird Gott immer wieder mit den eigenen Zielen und Ansprüchen verwechselt – und damit sein Name missbraucht?“ Kohlgraf sagte, häufig gehe es „nicht um Gott und sein Wort, sondern um Macht, um Geld, um Eitelkeit und Größenwahn. Das sind und waren die eigentlichen Götzen, die Kriege entfachen.“
„Eine entsprechende Einschätzung des Papstes halte ich für zutreffend“, fügte Kohlgraf hinzu. Die Menschen hätten „genug von dieser Gewalt und Menschenverachtung, vom Morden und Vernichten“.
„Ich bin kein Politiker“, räumte er ein. „Aber als Christ, als Bischof und als Theologe sehne ich mich nach einem dauerhaften Frieden, der auf Menschenwürde, Recht und Gerechtigkeit, Solidarität und internationaler Freundschaft gründet – wie Papst Franziskus es einmal formuliert hat.“
Ausdrücklich rief Kohlgraf zum Gebet auch für die Politiker auf. Er selbst wolle „nicht in der Verantwortung derer sein, die heute vor schweren politischen Entscheidungen stehen. Und auch denen, die im militärischen Kontext ihren Beitrag leisten, im Zivilschutz und anderen Zusammenhängen, ist mit Respekt zu begegnen.“
„‚Der Friede sei mit euch‘ – das muss mehr als eine Floskel sein und bleiben“, forderte der Mainzer Bischof schließlich. „Der Friede meint alle Menschen. Neben viel Engagement im Rahmen des Möglichen sind wir zum Gebet eingeladen, ein Gebet, das alle Menschen einschließt. Denn alle sind Geschöpfe Gottes.“
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