Bischofskonferenz in Venezuela bittet um „Gelassenheit, Weisheit und Stärke“

Flagge Venezuelas
Flickr / Anyul Rivas (CC BY 2.0)

In einer ersten Reaktion hat die Bischofskonferenz von Venezuela auf den US-amerikanischen Militärangriff und die Gefangennahme des langjährigen Präsidenten Nicolás Maduro mit einer Bitte um „Gelassenheit, Weisheit und Stärke“ reagiert.

„Angesichts der Ereignisse, die unser Land derzeit erlebt, bitten wir Gott, allen Venezolanern Gelassenheit, Weisheit und Stärke zu schenken“, so die Bischofskonferenz in ihrer drei Sätze umfassenden Stellungnahme. „Wir sind solidarisch mit den Verletzten und den Angehörigen der Verstorbenen. Beten wir weiterhin für die Einheit unseres Volkes.“

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags (Ortszeit) führten US-amerikanische Streitkräfte nach akribischer Planung in der venezolanischen Hauptstadt Caracas den Einsatz durch und konnten Maduro sowie seine Frau festnehmen. Beide befinden sich jetzt auf US-amerikanischem Boden und sollen dort vor Gericht gestellt werden. „Ihnen werden laut US-Justizministerin Pam Bondi unter anderem ‚Verschwörung zum Drogenterrorismus‘ sowie ‚Verschwörung zum Kokainimport‘ vorgeworfen“, berichtete die Tagesschau.

Die Rede war auf venezolanischer Seite von Toten und Verletzten, aber Zahlen und andere Details liegen bislang noch nicht vor. Keine Klarheit herrscht ebenfalls über die Zukunft des Staates. Während US-Präsident Donald Trump am Samstag ankündigte, die Vereinigten Staaten würden vorerst selbst die Regierungsgeschäfte führen, klang dies bei US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag vorsichtiger.

„Was hier passieren wird, ist, dass wir eine Quarantäne über ihr Öl verhängen, was bedeutet, dass ihre Wirtschaft nicht vorankommen kann, bis die Bedingungen erfüllt sind, die im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten und im Interesse des venezolanischen Volkes liegen, und genau das beabsichtigen wir zu tun“, so Rubio. „Dieser Hebel bleibt bestehen, dieser Hebel wirkt weiterhin, und wir gehen davon aus, dass er hier zu Ergebnissen führen wird.“

Aus Sicht des venezolanischen Staates führt die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez geschäftsführend die Regierung. Die Tagesschau ordnete ein: „Rodríguez gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum. Die 56-jährige Juristin hatte als Außenministerin 2014 bis 2017 den konfrontativen Kurs gegen die USA geprägt, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte.“

Auf Kritik stößt – sowohl in den USA als auch international – die fragwürdige rechtliche Legitimierung der Militäraktion. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte zunächst nur: „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit. Grundsätzlich müssen im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten.“

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