Steyler Missionsschwestern lösen alte Strukturen auf, gründen Europäische Provinz

Kloster der Steyler Missionsschwestern in Steyl
RomkeHoekstra / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Steyler Missionsschwestern, die in dem kleinen niederländischen Ort Steyl wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt beheimatet sind, lösen ihre bisherigen Strukturen auf und gründen eine neue gemeinsame Europäische Provinz.

„Am 15. Januar 2026 geben die Provinzen Deutschland, Österreich und Niederlande sowie die Regionen Spanien/Portugal und England/Irland ihren bisherigen Status als Provinz oder Region auf und schließen sich zu einer neuen Europäischen Provinz zusammen“, hieß es in einer Mitteilung der Gemeinschaft vom Dienstag.

Somit umfasst die neue Europäische Provinz die Länder Deutschland, Niederlande, Schweiz, Österreich, Italien, Rumänien, Spanien, Portugal, Irland und England.

Laut Mitteilung sei die Neugründung der Provinz „die gemeinsame Antwort auf Gottes Ruf, Seine Mission in Europa weiterzuführen. Die Länder unterscheiden sich in ihren Werten, Lebensweisen und Kulturen – und doch haben sie aus unserer Sicht etwas Entscheidendes gemeinsam: Überall sind wir zu Hause. Ob dort geboren oder aus aller Welt kommend – wir alle leben und wirken aus den Lebensimpulsen des Evangeliums als Ordensgemeinschaft in der Vision eines vereinten, geschwisterlichen und offenen Europas.“

Faktisch haben auch die Steyler Missionsschwestern mit Nachwuchsmangel und Überalterung zu kämpfen. Zuletzt wurde vor rund zwei Jahren das Heilig-Geist-Kloster in Wickede-Wimbern östlich von Dortmund geschlossen. In einem Artikel des Soester Anzeigers hieß es damals, die letzten vier Schwestern hätten sich aus dem Kloster verabschiedet: „Kurz zuvor waren bereits zwei Schwestern per Liegendtransport ins baden-württembergische Laupheim gestartet.“

Die Provinzleiterin Schwester Maria Theresia Hörnemann sagte anlässlich der Klosterschließung aus Nachwuchsmangel: „Wir können vor dieser Entwicklung die Augen nicht verschließen und haben uns im Orden intensiv mit unserer Zukunftsplanung auseinandergesetzt.“

Nun teilte die Gemeinschaft zur Gründung der neuen Europäischen Provinz mit, dieser Weg habe „schon früh“ begonnen: „1967 trafen sich erstmals die damals drei deutschen Provinzen mit Österreich und den Niederlanden. 1989 begann ein lebendiger Schwesternaustausch, und neue Gemeinschaften entstanden in Osteuropa. 1990 folgte die gemeinsame Erstausbildung und das erste Euro-Treffen, das Ost und West verband. Ein Euro-Rat mit Koordinatorin und zwei Rätinnen wurde gebildet.“

„Regelmäßige Treffen der Leitungsteams, der Formatorinnen und der Verantwortlichen verschiedener Dienste stärkten über die Jahre unsere gemeinsame Mission“, so die Mitteilung weiter. „Neue Gemeinschaften in Rumänien, Russland, der Ukraine, Berlin, Harsefeld und Ungarn wurden zu Zeichen gelebter Einheit in Vielfalt. Schritt für Schritt wuchs so ein europäisches Miteinander, getragen von allen Provinz und Regionalleiterinnen.“

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