Letzte Ordensfrau von Kloster Wonnenstein zieht in traditionsverbundenes Altenheim

St. Pelagiberg mit Kirche und Altersheim, Gemeinde Hauptwil-Gottshaus, Schweiz
Wikipedia / CC BY-SA 3.0

Die letzte Kapuzinerin des Klosters Wonnenstein in der Schweiz hat mit dem Umzug nach St. Pelagiberg einen neuen Wohnort gefunden, der eng mit der traditionsverbundenen Priesterbruderschaft St. Petrus verbunden ist. Dort wird unter anderem altersgerechtes Wohnen in katholischer Umgebung angeboten. Bislang waren dort neben zahlreichen Laien drei betagte Priester sowie fünf Schwestern der Ewigen Anbetung des Kostbaren Blutes untergebracht.

Sepp Moser, der seit Ende der 1970er Jahre in administrativ-beruflichem Kontakt mit dem Kloster Wonnenstein steht, schilderte gegenüber kath.ch, wie es zu dem Umzug kam. Er habe mehrere Klöster rekognosziert und Schwester Scolastica darüber informiert, so Moser. Schließlich habe er vorgeschlagen, das Kurhaus St. Pelagiberg zu besuchen.

Moser sagte, er habe die Ordensfrau in Altstätten abgeholt. Vor Ort seien sie freundlich empfangen worden, und „es gefiel Schwester Scolastica sehr, wir reservierten gleich ein Zimmer für sie“.

Zum Entscheid erklärte Isabella Awad, die Kommunikationsbeauftragte des Bistums St. Gallen: „Schwester Scholastika hat darum gebeten, dass sie in dieses Heim eintreten kann. Es gibt dort eine Hausgemeinschaft und auch eine Schwesterngemeinschaft. Wir haben diesem Wunsch entsprochen.“

Die Oberin der Föderation St. Klara, Schwester Maria Angelika Scheiber, bestätigte, Schwester Scolastica habe dies frei entschieden und wähle selbst die Wohnform für ihren Lebensabend.

Der Kommunikationsverantwortliche Jonas Spirig teilte mit, dass das Haus im Kanton Thurgau und damit im Bistum Basel liegt, dieses jedoch nicht am Entscheid beteiligt gewesen sei. Es handle sich um eine Angelegenheit der Orden, die unabhängig vom Bistum seien.

Die Unterhaltskosten seien geregelt, erklärte derweil Awad: „Der Verein kommt für den Lebensunterhalt von Schwester Scholastika auf.“ Dabei handelt es sich um den Verein Maria Rosengarten Wonnenstein, der bereits bisher für ihren Lebensunterhalt sorgte.

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Ob St. Pelagiberg indes die definitive Bleibe bleibt, ist offen: Man hoffe, „dass Schwester Scholastika einen Ort gefunden hat, der ihr gefällt und an dem sie bleiben möchte“, schrieb Awad. Die Entscheidung liege bei der Ordensfrau selbst.

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Schwester Scolastica hatte zuvor seit längerem allein im Kloster Wonnenstein gelebt und sich wiederholt gegen Aufforderungen des damaligen Bischofs Markus Büchel gewehrt, in eine andere Klostergemeinschaft umzuziehen.

Im vergangenen Herbst erhöhten der neue Bischof von St. Gallen, Beat Gröbli, und die Oberin der Föderation den Druck. Es sei sogar von einer möglichen Entlassung aus dem Ordensstand die Rede gewesen, falls sie nicht Folge leiste.

Vor einer Operation erklärte die Kapuzinerin, dass sie anschließend nicht mehr nach Wonnenstein zurückkehren werde. Sie verbrachte die Weihnachtszeit im ehemaligen Kapuzinerinnenkloster in Altstätten und zog anschließend nach St. Pelagiberg.

Zuvor war sie juristisch gegen den Trägerverein des Klosters Wonnenstein vorgegangen, blieb jedoch erfolglos: Die Gerichte entschieden, dass sie weder Anspruch auf die Verwaltung ihres Privatvermögens habe noch darauf, ihre Altersrente zu behalten.

Das Kurhaus Marienburg wird von den Schwestern vom Kostbaren Blut aus Liechtenstein betrieben und unterhält enge Verbindungen zur Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP). Diese pflegt dort ein intensives liturgisches Leben im überlieferten römischen Ritus und bietet regelmäßig Exerzitien an.

Auf dem St. Pelagiberg befindet sich eine Gemeinde der FSSP, eine römisch-katholische Gesellschaft apostolischen Lebens päpstlichen Rechts. Sie wurde 1988 gegründet und vertritt einen traditionsverbundenen Standpunkt.