Redaktion - Samstag, 17. Januar 2026, 8:00 Uhr.
Er gilt als Urgestalt des christlichen Mönchtums und als geistlicher Maßstab radikaler Christusnachfolge: An diesem Samstag begeht die Kirche den Gedenktag des heiligen Antonius des Großen. Dessen asketisches Leben in der Wüste prägte die Spiritualität des vierten Jahrhunderts und wirkt bis heute nach.
Antonius (251–356), der als „Vater der Mönche“ verehrt wird, wurde durch seine kompromisslose Orientierung am Evangelium zum Wegbereiter einer neuen Lebensform. Diese löste sich bewusst von Besitz, Macht und gesellschaftlicher Anerkennung.
Maßgeblich verbreitet wurde sein Beispiel durch die von Athanasius von Alexandria verfasste Lebensbeschreibung. Dieser Text zählt zu den einflussreichsten der frühchristlichen Literatur und inspirierte Generationen von Mönchen.
Antonius wurde um 251 in Kome in Mittelägypten als Sohn wohlhabender christlicher Eltern geboren. Nach dem Tod seiner Eltern hörte er im Gottesdienst die Worte Jesu: „Wenn du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen“ (Mt 19,21). Diese Schriftstelle wurde für ihn zur verbindlichen Lebensweisheit.
Antonius verkaufte seinen Besitz, verteilte den Erlös an die Armen und gab seine jüngere Schwester in eine Gemeinschaft christlicher Jungfrauen. Sein geistlicher Weg führte ihn schrittweise in immer größere Einsamkeit: Zunächst lebte er in einer Hütte am Rande seines Dorfes, dann in einer alten Grabkammer südlich von Qiman el-ʿArūs und schließlich zog er in die arabische Wüste zum Berg Kolzim, der sich oberhalb des heutigen Zafarana am Golf von Suez befindet.
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Diese zunehmende Abgeschiedenheit diente der inneren Läuterung. Laut Athanasius ruhte Antonius nachts „auf dem bloßen Boden oder auf einer dünnen Matte“ und widmete seine Zeit dem Gebet.
Von zentraler Bedeutung war die Überlieferung seiner geistlichen Kämpfe gegen Versuchungen und Dämonen. Die Erzählungen von wilden Tieren und dämonischen Mächten, die ihn bedrängt hätten, wurden zu einem ikonografischen Leitmotiv und gelten als Sinnbild des inneren Ringens zwischen Gut und Böse.
Trotz seines Rückzugs blieb Antonius nicht weltabgewandt. So soll er um 311 nach Alexandria gegangen sein, um die unter Kaiser Maximinus Daza verfolgten Christen zu stärken. Später soll er auf Bitten des Athanasius öffentlich gegen den Arianismus Stellung bezogen haben.
Er starb im Jahr 356 im Alter von 105 Jahren in seiner Einsiedelei am Roten Meer. Sein Grab blieb auf eigenen Wunsch verborgen.
Aus kirchengeschichtlicher Sicht gilt Antonius als Begründer des anachoretischen Mönchtums. Dabei lebten Einsiedler in lockerer Nachbarschaft, ohne eine feste gemeinschaftliche Regel zu haben. Dieses Modell unterscheidet sich vom koinobitischen Mönchtum, das Pachomios wenige Jahrzehnte später mit gemeinschaftlichem Leben und Arbeiten in Klöstern entwickelte.




