Redaktion - Montag, 19. Januar 2026, 14:15 Uhr.
Die Patriarchen und Oberhäupter christlicher Kirchen in Jerusalem haben die Aktivitäten von Personen verurteilt, „die schädliche Ideologien wie den christlichen Zionismus vertreten“. Sie führten „die Öffentlichkeit in die Irre“, stifteten „Verwirrung“ und fügten „der Einheit unserer Herde“ Schaden zu.
Der Begriff des christlichen Zionismus bezieht sich auf die Behauptung, dass mit der Gründung des modernen Staats Israel im Jahr 1948 und der weitgehend jüdischen Wiederbesiedlung des Heiligen Landes verschiedene biblische Prophetien aus der Zeit des Alten Testaments erfüllt würden. Dadurch würde die Wiederkunft Jesu Christi zum Ende der Welt beschleunigt. Diese theologisch begründete Unterstützung für den modernen Staat Israel ist besonders und Evangelikalen in den USA, aber auch anderswo, verbreitet.
Die Stellungnahme vom Samstag wurde nicht persönlich von den einzelnen Kirchenvertretern unterzeichnet, sondern ist nur allgemein mit „Die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem“ unterschrieben. Die Zeitung The Jerusalem Post hob hervor, dass die Erklärung nicht auf der Internetseite des katholischen Lateinischen Patriarchats von Jerusalem oder dessen Kanälen in den sozialen Netzwerken veröffentlicht worden war.
Bezüglich der Aktivitäten in Sachen christlicher Zionismus hieß es in der Stellungnahme: „Diese Unternehmungen finden Anklang bei bestimmten politischen Akteuren in Israel und darüber hinaus, die eine politische Agenda vorantreiben wollen, die der christlichen Präsenz im Heiligen Land und im gesamten Nahen Osten schaden könnte.“
„Die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen nehmen ferner mit Besorgnis zur Kenntnis, dass diese Personen sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene auf offizieller Ebene willkommen geheißen wurden“, fuhr der Text fort, ohne die Hintergründe zu erläutern. „Solche Handlungen stellen eine Einmischung in das Innenleben der Kirchen dar und missachten die pastorale Verantwortung, die den Patriarchen und Oberhäuptern der Kirchen in Jerusalem übertragen ist.“
„Die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem bekräftigen, dass sie allein die Kirchen und ihre Herde in Angelegenheiten vertreten, die das christliche religiöse, gemeinschaftliche und pastorale Leben im Heiligen Land betreffen“, hieß es.
Obwohl die in Palästina angesiedelte Hamas am 7. Oktober 2023 den Staat Israel überfallen hatte, war dieser kurze Zeit später aufgrund des militärischen Vorgehens im Gazastreifen in die Kritik geraten. Als fast zwei Jahr nach Kriegsausbruch ein Waffenstillstand zwischen beiden Parteien geschlossen wurde, war auf Bildern und Videoaufnahmen das Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen zu sehen. Die humanitäre Lage der Menschen dort war durch den Krieg äußerst prekär – ein Zustand, der in weiten Teilen bis heute anhält.
Zuletzt klagten mehrere Dutzend internationale Hilfsorganisationen, dass der Staat Israel ihnen die Lizenz entzogen habe, weshalb sie den Menschen im Gazastreifen nicht länger helfen können.





