Vatikanstadt - Montag, 26. Januar 2026, 9:00 Uhr.
In seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag hat Papst Leo XIV. unterstrichen: „Im Zentrum der Mission steht das Geheimnis der Vereinigung mit Christus.“ Den Sonntag der Weltmission hatte Papst Pius XI. vor 100 Jahren eingesetzt. In Deutschland wird er jedes Jahr am vierten Sonntag im Oktober begangen.
„Nach dem Heiligen Jahr möchte ich die ganze Kirche ermutigen, mit Freude und Eifer im Heiligen Geist den missionarischen Weg fortzusetzen“, erklärte der Pontifex am Sonntag. „Dazu braucht es in Christus geeinte Herzen, versöhnte Gemeinschaften und von allen die Bereitschaft zur großherzigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit.“
Zum richtigen Verständnis der Mission warnte Leo davor, das Christsein auf „eine Reihe von Praktiken oder Ideen“ zu reduzieren. Es sei vielmehr „ein Leben in der Einheit mit Christus, in der wir an der Relation des Sohnes mit dem Vater im Heiligen Geist teilhaben. Es bedeutet, in Christus zu bleiben wie die Reben am Weinstock, eingetaucht in das Leben der Dreifaltigkeit. Aus dieser Einheit entspringt die Gemeinschaft unter den Gläubigen und jede missionarische Fruchtbarkeit.“
Somit bestehe „die erste missionarische Verantwortung der Kirche darin, die geistliche und geschwisterliche Einheit ihrer Glieder zu erneuern und lebendig zu erhalten“. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, „die ökumenischen Beziehungen zu allen christlichen Kirchen zu intensivieren und dabei auch die Chancen zu nutzen, die sich aus der gemeinsamen Feier des 1700. Jahrestages des Konzils von Nizäa ergeben haben“.
Der Prozess „echter Evangelisierung“ beginne letztlich „im Herzen jedes Christen“ und erstrecke sich vor diesem Hintergrund „dann auf die ganze Menschheit“: „Je mehr wir also in Christus vereint sind, desto mehr können wir gemeinsam die Sendung erfüllen, die er uns anvertraut.“
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In einem zweiten Schritt sprach Leo die „Einheit in der Sendung“ an: „Indem wir jeden Tag in dieser Haltung wachsen, lernen wir mit Gottes Gnade, unsere Brüder und Schwestern immer mehr mit den Augen des Glaubens zu sehen, mit Freude das Gute zu erkennen, das der Heilige Geist in jedem wirkt, die Verschiedenheit als Reichtum anzunehmen, die Lasten der anderen zu tragen und immer die Einheit zu suchen, die von oben kommt.“
Einheit bedeute nicht „Uniformität“, sondern ein „Zusammenwirken verschiedener Charismen für dasselbe Ziel: die Liebe Christi sichtbar zu machen und alle zur Begegnung mit ihm einzuladen. Die Evangelisierung verwirklicht sich, wenn die lokalen Gemeinschaften miteinander zusammenarbeiten und wenn kulturelle, spirituelle und liturgische Unterschiede sich voll und ganz und harmonisch in demselben Glauben ausdrücken.“
Leo ermutigte „die kirchlichen Institutionen und Einrichtungen, das Gefühl der missionarischen Gemeinschaft der Kirche zu stärken und mit Kreativität konkrete Wege der Zusammenarbeit untereinander für und in der Mission zu entwickeln“.
Schließlich erklärte Papst Leo: „Einheit ist die Voraussetzung für die Mission, die Liebe ist ihr Inhalt. Die Frohe Botschaft, die wir der Welt verkünden sollen, ist kein abstraktes Ideal: Es ist das Evangelium der treuen Liebe Gottes, die im Antlitz und im Leben Jesu Christi Gestalt angenommen hat.“
„Verbinden wir uns alle mit ihnen im Evangelisationsauftrag durch das Zeugnis unseres Lebens in Christus, durch das Gebet und durch unseren Beitrag für die Missionen“, ermutigte er die Gläubigen. „Angeregt durch diese Zeugnisse wollen wir uns alle, jeder entsprechend seiner Berufung und den empfangenen Gaben, für den großen Auftrag der Evangelisierung einsetzen, die immer ein Werk der Liebe ist.“




